Langzeit-Wirksamkeit von Schlafmitteln

Langfristiger Gebrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen Schlaflosigkeit nicht mit besserer Schlafqualität verbunden

12.05.2021 Die langfristige Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen Schlaflosigkeit / Schlafstörungen scheint den gestörten Schlaf von Frauen mittleren Alters nicht zu verbessern laut einer in BMJ Open veröffentlichten Studie.

Es gab keinen Unterschied in der Schlafqualität oder Schlafdauer zwischen denjenigen, die diese Medikamente 1 bis 2 Jahre lang einnahmen und denen, die sie nicht einnahmen, zeigen die Ergebnisse.

Die Daten aus klinischen Studien zeigen, dass viele dieser Schlafmedikamente (Benzodiazepine, Z-Drugs und andere Wirkstoffe (Off-Label-Anwendung)) kurzfristig wirken (bis zu 6 Monate), aber Schlaflosigkeit kann chronisch sein, und viele Menschen nehmen diese Medikamente länger ein, sagen die Forscher.

Sie wollten daher die Wirksamkeit von Medikamenten gegen Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum bei einer ethnisch gemischten Gruppe von Frauen mittleren Alters mit Schlafstörungen untersuchen.

Studie; Definition der Schlafstörungen

Die Frauen waren alle Teil der Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN), einer multizentrischen Langzeitstudie, die biologische und psychosoziale Veränderungen während der Wechseljahre untersucht. Das Durchschnittsalter der Frauen lag bei 49,5 Jahren, etwa die Hälfte war weiß.

Schlafstörungen wurden als Probleme beim Einschlafen, häufiges Aufwachen und frühes Aufwachen definiert und auf einer 5-Punkte-Skala bewertet (keine Schlafprobleme in irgendeiner Nacht (1) bis zu Schwierigkeiten in 5 oder mehr Nächten der Woche (5)) und während einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 21 Jahren berichtet wurden.

Die mit der Bewertungsskala erfassten Schlafstörungen wurden nach 1 und 2 Jahren zwischen denen der Frauen verglichen, die verschreibungspflichtige Medikamente zur Verbesserung ihres Schlafes einnahmen und denen, die sie nicht einnahmen.

238 Frauen, die während des Beobachtungszeitraums begannen, Medikamente gegen Schlaflosigkeit einzunehmen, wurden mit 447 Frauen verglichen, die keine medikamentösen Schlafmittel einnahmen.

Beide Frauen-Gruppen berichteten über Schwierigkeiten beim Einschlafen in 1 von 3 Nächten, häufiges Aufwachen in 2 von 3 Nächten und frühes Aufwachen in 1 von 3 Nächten in der Woche. Mehr als 70 % der Frauen in beiden Gruppen berichteten mindestens über einen 3 Mal pro Woche gestörten Schlaf.

Wirksamkeit der verschreibungspflichtigen Medikamente im Vergleich zur Nicht-Einnahme

Zunächst einmal waren die Bewertungen der Schlafstörungen zwischen den beiden Frauengruppen ähnlich. Diejenigen, die verschreibungspflichtige Medikamente für ihre Schlafprobleme einnahmen, hatten durchschnittliche Werte hinsichtlich: Einschlafproblemen (2,7), häufiges Aufwachen (3,8) und frühes Aufwachen (2,8).

Im Vergleich dazu lagen die Werte für Frauen, die keine verschreibungspflichtigen Medikamente einnahmen, um einen guten Schlaf zu bekommen, bei 2,6, 3,7 bzw. 2,7.

Nach einem Jahr lagen die Durchschnittswerte in der Medikamentengruppe bei 2,6, 3,6 bzw. 2,8. Die entsprechenden Durchschnittswerte in der medikamentenfreien Gruppe lagen bei 2,3, 3,5 bzw. 2,5.

Keine der Veränderungen nach 1 Jahr war statistisch signifikant, noch unterschieden sie sich zwischen den beiden Gruppen. Und nach 2 Jahren gab es keine statistisch signifikante Verringerung der Schlafstörungen bei den Frauen, die verschreibungspflichtige Schlafmittel einnahmen, im Vergleich zu den Frauen, die keine Medikamente einnahmen.

Studieneinschränkungen

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann keine Ursache, sondern nur ein Zusammenhang festgestellt werden. Außerdem waren etwa die Hälfte der Frauen derzeitige oder ehemalige Raucherinnen und eine von fünf Frauen trank moderat bis stark, was beides die Schlafqualität beeinflussen kann.

Informationen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten wurden nur bei jährlichen oder zweijährlichen Studienbesuchen gesammelt, und zwischen den Besuchen gab es möglicherweise Unterbrechungen oder Phasen ohne Einnahme, sagen die Forscher. Auch gab es keine objektiven Messungen der Schlafqualität.
© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ Open 2021;11:e045074. doi: 10.1136/bmjopen-2020-045074.





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

1 Erfahrung zu “Langzeit-Wirksamkeit von Schlafmitteln”

  1. Ich habe jahrelang 1/2 Noctamid 2 mg genommen nun ist das nicht mehr lieferbar nun habe ich von meinem Arzt Stilnox bekommen, das hat nicht die gleiche Wirkung und hilft nur beim Einschlafen und danach liege ich wach

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