Mirtazapin (Remergil) gegen Depressionen

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Kombination mit SSRI oder SNRI gegen behandlungsresistente Depression nicht effektiver als einzelnes Antidepressivum

05.11.2018 Psychiater und Allgemeinmediziner kombinieren Mirtazapin (Handelsname u.a. Remergil) zunehmend mit einem SSRI (selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) oder SNRI (Serotonin-Noradenalin-Wiederaufnahmehemmer) Antidepressivum bei Patienten, deren Depression nicht auf ein einziges Antidepressivum anspricht.

Wirksamkeit

Eine große klinische im British Medical Journal veröffentlichte Studie von Forschern um David Kessler von der Universität Bristol untersuchte die Wirksamkeit der Zugabe von Mirtazapin zu einem SSRI oder SNRI bei Patienten, die nach mindestens sechs Wochen konventioneller (SSRI oder SNRI) Antidepressivabehandlung depressiv blieben. Sie fanden heraus, dass diese Kombination bei der Verbesserung von Depressionen nicht effektiver war als Placebo.

Nebenwirkungen und Abbruch

Außerdem wurden unter Mirtazapin in Kombination mit einem anderen Antidepressivum über mehr Nebenwirkungen berichtet und eher die Behandlung abgebrochen als unter Antidepressivum plus Placebo.

Die Patienten waren über 17 Jahre alt, wurden in der Primärversorgung wegen Depressionen behandelt und nahmen seit mindestens sechs Wochen ein SSRI- oder SNRI-Antidepressivum ein. Sie waren nach wie vor unter Berücksichtigung der Kriterien der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) depressiv.

Alle 480 teilnehmenden Patienten nahmen weiterhin ihr SSRI oder SNRI ein und wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet: entweder zusätzlich Mirtazapin oder ein Placebo.

Weder die Patienten noch die Forscher wussten, welcher Gruppe jeder Patient zugeordnet war. Sie wurden nach 12, 24 und 52 Wochen nachuntersucht, um zu sehen, ob sich ihre Depression verbessert hatte.

Ansprechen

Nach 12 Wochen hatten knapp 40 Prozent der Patienten auf die Behandlung angesprochen, gemessen an einer Halbierung des Schweregrads ihrer depressiven Symptome; es gab einen kleinen Unterschied zugunsten der Mirtazapin-Gruppe, aber dieser war nicht klinisch signifikant, und die Studie konnte die Möglichkeit eines „no effect“ nicht ausschließen.

Die Ergebnisse zu den späteren Zeitpunkten zeigten noch geringere Unterschiede zwischen den Gruppen, ohne dass ein deutlicher Nutzen auf längere Sicht nachgewiesen werden konnte.

© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ (2018). DOI: 10.1136/bmj.k4218

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