Nilotinib (Tasigna) bei Parkinson

Parkinson-Krankheit: Krebsmedikament verringert toxisches Protein im Gehirn

14.03.2019 Eine in Pharmacology Research & Perspectives veröffentlichte Studie legt nahe, dass ein Krebsmedikament im Gehirn von Patienten mit Parkinson von Nutzen sein könnte.

Erhöhung des Dopaminspiegels

Das Forscherteam um Fernando L. Pagan von der Georgetown Universität, Washington verwendete eine einzige niedrige Dosis des Leukämiemedikaments Tasigna (Wirkstoff ist Nilotinib) von Novartis in einer klinischen Phase II-Studie bei Parkinson-Patienten. Die Forscher schreiben, dass die Laboranalyse aus dem ersten Arm der klinischen Studie zeigte, wie genau der Wirkstoff den Dopaminspiegel im Gehirn der eingeschriebenen Patienten erhöhte.

Die niedrige Dosis von Nilotinib senke die Werte eines toxischen Proteins, das das Gehirn daran hindert, Dopamin zu benutzen, das in winzigen Vesikeln in Hirnarealen gespeichert ist und die Bewegung regulieren kann.

Reduktion von deformiertem Alpha-Synuclein-Protein

Weiterhin scheint Nilotinib das Potenzial zu haben, die Fähigkeit von Immunzellen im Gehirn zu stimulieren, den konstanten Fluss des deformierten Alpha-Synuclein-Proteins zu verringern, das durch geschädigte Neuronen erzeugt wird. Dadurch könne normales Alpha-Synuclein die Freisetzung des in den Hirnvesikeln gespeicherten Dopamins erleichtern.

Die Forscher untersuchten die zerebrale Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) und das Plasma der Patienten, um die Biomarker der Parkinson-Krankheit zu bewerten, die nach Verabreichung einer Einzeldosis Nilotinib oder Placebo gesammelt wurden.

Dosierung

Sie untersuchten den Gehalt an 3,4-Dihydroxyphenylessigsäure (DOPAC) und Homovanillensäure (HVA) Dopamin-Abbauprodukten im Liquor, die das Gehirn und das Rückenmark von Patienten durchströmen, nach Verabreichung von Nilotinib oder Placebo. Das Team untersuchte auch den TREM-2-Spiegel, der ein Marker für die Immunreaktion auf Entzündungen ist.

Im Placebo-Arm waren DOPAC und HVA im Liquor im Vergleich zum Nilotinib-Arm auf niedrigerem Niveau, was darauf hindeutet, dass das Gehirn bei letzterem wesentlich mehr Dopamin verbrauchte.

Die optimale Dosis von Nilotinib zur Erhöhung der DOPAC- und HVA-Werte wurde auf 200 mg festgelegt.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pharmacology Research & Perspectives – https://doi.org/10.1002/prp2.470



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