Aducanumab

Aducanumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper; ein zur Behandlung von Alzheimer-Krankheit entwickelter Wirkstoff von Biogen. Er richtet sich gegen aggregierte Formen von Beta-Amyloid einschließlich löslicher Oligomere und unlöslicher Fibrillen in den Amyloid-Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten.

Alzheimer-Medikament Aducanumab übertrifft Erwartungen

Die Biogen Idec zeigte die Ergebnisse einer Phase-Ib-Studie, die Aducanumab als ein Antidementivum bei prodromaler oder leichter Alzheimer-Krankheit untersucht.

Die Daten zeigen, dass Aducanumab (BIIB037) Amyloidplaques im Gehirn reduzieren kann. Biogen Idec-Aktie ist jetzt um 4 Prozent seit dem Closing am 19. März.

Die Ergebnisse der PRIME-Studie werden auf der 12. Internationalen Konferenz über Alzheimer und Parkinson-Krankheit und verwandte neurologische Störungen in Nizza, Frankreich vorgestellt. PRIME ist eine laufende Phase-Ib (randomisiert, doppelblind, Placebo-kontrolliert, Mehrfachdosis-) Studie, die die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Aducanumab bei Patienten mit der Alzheimer-Krankheit untersucht.

Insgesamt 166 Patienten nahmen an der 54-wöchigen Studie teil. In Woche 54 zeigte Aducanumab bei den mit diesem Medikament behandelten Patienten eine signifikante Verringerung der Amyloid-Plaques.

„Dies ist das erste Mal, dass ein Medikament zur Behandlung von Alzheimer eine statistisch signifikante Verringerung der Amyloid-Plaques sowie eine statistisch signifikante Verlangsamung der klinischen Beeinträchtigung bei Patienten mit prodromaler oder leichter Erkrankung gezeigt hat“, sagte Alfred Sandrock von Biogen Idec.

Basierend auf diesen Ergebnissen will Biogen Idec eine Phase III Studie mit Aducanumab noch in diesem Jahr starten.
© arznei-news.de – Quelle: Biogen Idec, März 2015

EMA nimmt Medikament in PRIME-Programm auf

03.06.2016 Biogens Arzneimittel Aducanumab, ein Prüfpräparat zur Behandlung früher Alzheimer-Krankheit, wurde in der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für das PRIME-Programm akzeptiert.

PRIME-Programm

PRIME zielt darauf ab, Therapeutika schneller zu den Patienten zu bringen, indem die EMA die Unterstützung der Entwicklung von Prüfpräparaten für Krankheiten ohne verfügbare Behandlung oder ohne bessere Behandlungsoptionen verbessert.

Sich in der Entwicklung befindende und von PRIME akzeptierte Medikamente müssen ein Potentitial  für einen wichtigen therapeutischen Nutzen in Bereichen ungedeckten medizinischen Bedarfs demonstriert haben. Aducanumab wurde in PRIME aufgenommen basierend auf den Ergebnissen der Placebo-kontrollierten Phase-Ib-Studie mit Patienten mit prodromaler oder leichter Alzheimer-Krankheit.

Durch das PRIME-Programm wird Biogen Zugriff auf eine erweiterte Unterstützung der EMA bekommen, einschließlich der Beratung bei wichtigen Meilensteinen der Entwicklung und einer möglichen beschleunigten Überprüfung des Zulassungsantrags (MAA).

Wirkstoff, Wirkweise

Der Wirkstoff ist ein humaner rekombinanter monoklonaler Antikörper (mAb), abgeleitet von einer de-identifizierten Bibliothek von B-Zellen von gesunden älteren Probanden ohne Anzeichen einer kognitiven Beeinträchtigung oder kognitiv beeinträchtigten älteren Patienten mit einem ungewöhnlich langsamen kognitiven Verfall.

Es wird angenommen, dass das Prüfpräparat auf die aggregierten Formen von Beta-Amyloid abzielt – inkl. der löslichen Oligomeren und unlöslichen Fibrillen – die in den Amyloid-Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten abgelagert werden.

Aducanumab wird derzeit in zwei globalen Phase-III-Studien ausgewertet: ENGAGE und EMERGE, die Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments bei der Verlangsamung der kognitiven Beeinträchtigung und dem Fortschreiten der Beeinträchtigung bei Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit auswerten sollen.
© arznei-news.de – Quelle: Biogen, Juni 2016

Medikament verringert Amyloid-Plaques

01.09.2016 Das von Biogen Idec und Neurimmune entwickelte Medikament Aducanumab führte in einer Studie der Universität Zürich bei der Behandlung von Patienten mit frühen Formen der Alzheimerkrankheit zu einer bedeutsamen Reduktion der schädlichen Beta-Amyloid-Plaques.

In der klinischen Ph-Ib-Studie untersuchte das Forscherteam 165 Alzheimer-Patienten im Frühstadium auf die Wirkung der Behandlung mit dem Wirkstoff hinsichtlich ihrer Krankheitssymptome. Es zeigte sich, dass es bei den klinischen Symptomen zu Verbesserungen kam.

Studienautor Prof. Roger M. Nitsch sagte: „Während sich bei den Patienten der Placebogruppe die geistigen Fähigkeiten signifikant verschlechterten, blieben diese bei den Patienten mit der höchsten Antikörperdosis deutlich stabiler.“

Die Forscher konnten ebenfalls feststellen, dass es bei einigen der behandelten Patienten zu unerwarteten Ereignissen kam, die das Team bei den MRT-Scans (amyloid-related imaging abnormality, ARIA) beobachteten, und die von vorübergehenden leichten bis moderaten Kopfschmerzen begleitet wurden. Die Wissenschaftler nehmen an, dass es sich bei ARIA um eine feststellbare biologische Wirkung der Entfernung der Amyloid-Plaques handelt.

Nitsch sagte: „Die Wirkung des Antikörpers ist beeindruckend. Und der Effekt ist abhängig davon, wie hoch die Dosis ist bzw. wie lange die Therapie dauert.“ Bei denjenigen, die die höchste Dosis des Medikaments einnahmen, zeigten sich nach 12 Monaten quasi keine Beta-Amyloid-Plaques mehr, sagte er.

Derzeit laufen zwei große Phase-III-Studien mit Aducanumab, die Sicherheit und Wirksamkeit weiter bewerten sollen.
© arznei-news.de – Quelle: Universität Zürich, August 2016

Positive Ergebnisse in der Verlängerung der klinischen Phase-1-Studie

04.11.2017 Das Pharmaunternehmen Biogen hat heute die Ergebnisse einer erweiterten klinischen Phase-1b-Studie mit dem potenziellen Alzheimer-Medikament Aducanumab bekanntgegeben.

Die Ergebnisse der erweiterten Studie im Frühstadium wurden auf der Clinical Trials in Alzheimer’s Disease Konferenz in Boston präsentiert.

Im vergangenen Jahr veröffentlichten die Forscher Ergebnisse einer 54-wöchigen Studie, in der 165 Menschen mit Alzheimer-Krankheit monatlich Aducanumab in Dosierungen von 1, 3, 6 oder 10 mg/kg oder eine Placebospritze mit Kochsalzlösung erhielten.

Die Resultate zeigten, dass die mit dem Wirkstoff behandelten Teilnehmer geringere Amyloid-Werte im Gehirn in Gehirnscans vorwiesen und eine langsamere Abnahme beim Gedächtnis und den Denkfähigkeiten hatten. Diejenigen, die die höchste Dosis (10mg/kg) erhalten haben, zeigten die stärksten Anzeichen eines Nutzens.

Erweiterung der Studie

Die Forscher haben mit dieser Teilnehmergruppe weitergearbeitet und nun Ergebnisse von Patienten erhalten, die das Medikament seit bis zu 36 Monaten einnehmen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wirkungen über den Verlängerungszeitraum hinweg anhaltend positiv sind, wobei die Amyloidwerte weiter abgenommen haben und der Rückgang des Gedächtnisses und der Denkfähigkeiten bei Menschen, die höhere Dosen des Medikaments eingenommen haben, sich verlangsamt hat.

In einem Test der Gedächtnis- und Denkfähigkeiten zeigten Teilnehmer, die 10mg/kg während der 3 Jahre der Studie erhielten, ungefähr die Hälfte der Abnahme der Denkfähigkeiten im Vergleich zu denen, die ein Placebo gefolgt von einer niedrigen Dosis erhielten.

Die Studienverlängerung umfasste Patienten, die während der gesamten ursprünglichen Studie eine Placebo-Behandlung erhielten und für die Dauer von zwei Jahren auf Aducanumab umgestellt haben.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Menschen, die mit dem Medikament ursprünglich als Teil der Studie behandelt worden waren, weiterhin einen langsameren Rückgang zu verzeichnen hatten als diejenigen, die später von Placebo auf das Medikament übergingen. Dies ist eine Technik, die in klinischen Studien verwendet wird, um zu untersuchen, ob ein Medikament eine Krankheit verlangsamen kann, anstatt nur die Symptome zu verbessern.

ARIA

In der ursprünglichen Studie erfuhr etwa ein Viertel der Teilnehmer, die das Medikament erhielten, eine Erkrankung namens ARIA, die durch das Austreten von Flüssigkeit aus dem Blut ins Gehirn gekennzeichnet ist. Die Forscher berichten, dass es keine neuen Fälle von ARIA bei Patienten gab, die mit der gleichen Dosis von Aducanumab in der Erweiterung fortgefahren waren, aber sie beobachteten einen ähnlichen Anteil bei den Patienten, die von der Placebobehandlung herüberkamen.

Phase III

Aducanumab wird derzeit in weiteren klinischen Studien der Phase III getestet. Diese Studien rekrutieren derzeit Menschen in Großbritannien, die eine bestätigte Diagnose einer leichten kognitiven Beeinträchtigung oder einer leichten Alzheimer-Krankheit haben. Freiwillige müssen bereit sein, sich einer Prüfung auf Risikogene und mehreren Untersuchungen zu unterziehen, einschließlich Gehirnscans und Bluttests.

Nicht nur hat Aducanumab geholfen, das Amyloidprotein aus dem Gehirn zu entfernen, auch die Tatsache, dass der Nutzen des Medikaments für diejenigen Menschen, die das Medikament über 36 Monate im Vergleich zu 24 Monaten eingenommen haben, größer war, ist ein ermutigendes Zeichen. Andere Medikamente, die sich in dieser Phase der Tests vielversprechend zeigten, waren in späteren Studien nicht mehr erfolgreich, so dass wir erst dann wissen, was die Zukunft für Aducanumab bringt, wenn wir Ergebnisse aus den noch laufenden Phase-III-Studien sehen, sagte Dr. Carol Routledge, Director of Research at Alzheimer’s Research UK.
© arznei-news.de – Quelle: Alzheimer’s Research UK, Nov. 2017



Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu “Aducanumab

  1. Hallo ich habe eine Freundin die an Demenz leidet, und gerne an eine Studie teil nehmen möchte.

    Arznei-News: Wenden Sie sich dazu bitte an die Uni Zürich!

  2. Guten Tag, mein Vater leidet an Alzheimer und möchte gerne an einer Studie teilnehmen. Dazu folgende Frage: gibt es in Deutschland die Möglichkeit an einer Studie teilzunehmen ? Ich habe gelesen, dass es auch in Deutschland mehrere Dutzend Kliniken gibt, die Probanden aufnehmen. Können Sie mir einige Kliniken nennen ?

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