Galcanezumab

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Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Dosis / Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg Galcanezumab einmal monatlich mittels subkutaner Injektion, wobei die Behandlung mit einer Anfangsdosis von 240 mg (2 Injektionen zu je 120 mg am selben Tag) eingeleitet wird.

Patienten sollten angewiesen werden, eine versäumte Gabe so bald wie möglich nachzuholen und anschließend die Gabe monatlich – ab dem Tag der nachgeholten Injektion – fortzuführen.

Der Behandlungserfolg sollte 3 Monate nach Behandlungsbeginn beurteilt werden. Jede weitere Entscheidung die Behandlung fortzusetzen, sollte für jeden Patienten individuell erfolgen. Es wird empfohlen, anschließend regelmäßig zu überprüfen, ob eine Weiterbehandlung notwendig ist.

Ältere Patienten (>65 Jahre) Galcanezumab wurde bei älteren Patienten nicht untersucht. Es ist keine Anpassung der Dosis erforderlich, da die Pharmakokinetik von Galcanezumab vom Alter nicht beeinflusst wird.

Eingeschränkte Nierenfunktion/Eingeschränkte Leberfunktion

Es ist keine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter bis mittlerer Nierenfunktionsstörung oder Leberfunktionsstörung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Galcanezumab bei Kindern im Alter von 6 bis 18 Jahren ist noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Galcanezumab bei Kindern unter 6 Jahren zur Migräne-Prophylaxe.

Art der Anwendung

Subkutane Anwendung.

Patienten können sich Galcanezumab selbst injizieren, wobei sie die Bedienungsanleitung befolgen müssen. Galcanezumab kann subkutan in Bauch, Oberschenkel, dorsal am Oberarm oder in den Gesäßbereich injiziert werden. Nach einer entsprechenden Schulung können sich Patienten Galcanezumab selbst injizieren, wenn ein Arzt dies für angebracht hält. Die Anleitungen zur Verabreichung finden sich in der Gebrauchsinformation.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Kardiovaskuläres Risiko

Patienten mit bestimmten schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren von der Teilnahme an den klinischen Studien ausgeschlossen. Es liegen für diese Patienten keine Daten zur Verträglichkeit vor.

Schwere Überempfindlichkeit

Falls eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, sollte die Behandlung mit Galcanezumab sofort beendet und eine geeignete Therapie begonnen werden.

Hilfsstoffe

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 120 mg Dosis, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Basierend auf den Eigenschaften von Galcanezumab sind keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zu erwarten.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur eingeschränkte Daten zur Anwendung von Galcanezumab bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen in Hinblick auf die Reproduktionstoxizität. Es ist aber bekannt, dass humanes Immunglobulin (IgG) die Plazentaschranke passiert. Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Anwendung von Galcanezumab während der Schwangerschaft möglichst vermieden werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Galcanezumab in die menschliche Muttermilch übergeht. Humanes IgG geht bekanntlich in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über. Kurz danach sinkt diese Konzentration auf einen niedrigen Spiegel ab. Deshalb kann ein Risiko während dieser Zeitspanne für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden. Falls es klinisch notwendig sein sollte, könnte danach die Anwendung von Galcanezumab während der Stillzeit in Betracht gezogen werden.

Fertilität

Die Auswirkung von Galcanezumab auf die humane Fertilität wurde nicht untersucht. Tierexperimentelle Studien haben keine negativen Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität gezeigt.

Nebenwirkungen

Über 2500 Patienten wurden insgesamt in klinischen Studien zur Migräne-Prophylaxe mit Galcanezumab behandelt. Über 1400 Patienten wurden in der doppelblinden Behandlungsphase der placebokontrollierten Phase-3-Studien mit Galcanezumab behandelt. 279 Patienten wurden 12 Monate lang behandelt.

Als Nebenwirkungen wurden unter der Gabe von 120 mg bzw. 240 mg von Schmerzen an der Injektionsstelle (10,1 %/11,6 %), Reaktionen an der Injektionsstelle (9,9 %/14,5 %), Vertigo (0,7 %/1,2 %), Obstipation (1,0 %/1,5 %), Pruritus (0,7 %/1,2 %) und Urtikaria (0,3 %/0,1 %) berichtet. Die meisten dieser Nebenwirkungen waren leicht oder mittelschwer. Weniger als 2,5 % der Patienten in diesen Studien brachen die Teilnahme aufgrund unerwünschter Ereignisse ab.

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Galcanezumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper, der an Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) bindet und dessen biologische Aktivität unterbindet. Erhöhte Blutkonzentrationen von CGRP wurden mit Migräneanfällen in Verbindung gebracht. Galcanezumab bindet an CGRP mit hoher Affinität (K D = 31 pM) und hoher Spezifität (> 10.000-fach im Vergleich zu den verwandten Peptiden Adrenomedullin, Amylin, Calcitonin und Intermedin).

Wirkungseintritt, Pharmakokinetik

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Basierend auf der Populations-Pharmakokinetischen Analyse betrug die maximale Serumkonzentration (C max ) von Galcanezumab nach einer Anfangsdosis von 240 mg circa 30 µg/ml (27 % Variationskoeffizient (CV=coefficient of variation)) und die Zeit bis C max betrug 5 Tage nach der Verabreichung.

Monatliche Dosierungen von 120 mg bzw. 240 mg erreichten einen Steady-State C max (C max, ss ) von circa 28 µg/ml (35 % CV) bzw. 54 µg/ml (31 % CV). Die Galcanezumab C max, ss bei monatlicher Gabe von 120 mg wird nach der 240 mg Anfangsdosis erreicht.

Die Wahl der Injektionsstelle wie Bauch, Oberschenkel, Rückseite des Oberarms und Gesäß hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Resorption von Galcanezumab.

Verteilung

Basierend auf der Populations-Pharmakokinetischen Analyse betrug das berechnete Verteilungsvolumen von Galcanezumab 7,3 l. Biotransformation

Es ist davon auszugehen, dass Galcanezumab als humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper auf die gleiche Art und Weise wie endogenes IgG abgebaut wird, nämlich über katabole Stoffwechselwege zu kleinen Peptiden und Aminosäuren.

Elimination

Basierend auf der Populations-Pharmakokinetischen Analyse betrug die berechnete Clearance von Galcanezumab etwa 0,008 l/Stunde und die Halbwertszeit von Galcanezumab 27 Tage.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Galcanezumab-Exposition erhöht sich proportional zur Dosis. Basierend auf der Populations-Pharmakokinetischen Analyse, die Dosierungen von 5 bis 300 mg enthielt, waren die Resorptionsrate, die berechnete Clearance und das berechnete Verteilungsvolumen unabhängig von der Dosis.
Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 20. November 2018

Migräne: 3 Phase-III-Studien erreichen primären Endpunkt

15.05.2017 Eli Lillys Galcanezumab (Handelsname ist Emgality) hat den primären Endpunkt in drei Phase-3-Studien (EVOLVE-1, EVOLVE-2 und REGAIN) mit statistisch signifikanten Reduktionen der Zahl der monatlichen Migräne-Kopfschmerztage gegenüber Placebo bei beiden untersuchten Dosen erreicht.

Wirksamkeit

In beiden Studien – über die sechsmonatige Behandlungsdauer – erreichten die Patienten mit episodischer Migräne unter Galcanezumab 120 mg und 240 mg Dosen eine deutlich größere Abnahme der durchschnittlichen Anzahl der monatlichen Migräne-Kopfschmerz-Tage im Vergleich zu Patienten unter Placebo.

EVOLVE-1: Durchschnittliche Reduktion von 4,7 Tagen bei 120 mg und 4,6 Tagen bei 240 mg im Vergleich zu einer durchschnittlichen Reduktion von 2,8 Tagen unter Placebo, p <0,001 für beide Dosierungsgruppen.

EVOLVE-2: Durchschnittliche Reduktion von 4,3 Tagen bei 120 mg und 4,2 Tagen bei 240 mg im Vergleich zu einer durchschnittlichen Reduktion von 2,3 Tagen unter Placebo, p <0,001 für beide Dosierungsgruppen.

Darüber hinaus erreichten die mit Galcanezumab behandelten Patienten eine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber Placebo auf mehreren vordefinierten sekundären Endpunkten, einschließlich Ansprechraten und Maßen zu den täglichen Aktivitäten.

REGAIN Studienergebnisse: Während der dreimonatigen Behandlungsdauer erreichten Patienten mit chronischer Migräne, die mit Galcanezumab 120 mg und 240 mg Dosen behandelt wurden, eine signifikant höhere Abnahme der durchschnittlichen Anzahl der monatlichen Migräne-Kopfschmerztage im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden (durchschnittliche Reduktion von 4,8 Tagen bei 120 mg und 4,6 Tagen bei 240 mg im Vergleich zu einer durchschnittlichen Reduktion von 2,7 Tagen unter Placebo, p <0,001 für beide Dosierungsgruppen).

Darüber hinaus erreichten die mit Galcanezumab behandelten Patienten eine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber Placebo bei mehreren vordefinierten sekundären Endpunkten, einschließlich Ansprechraten und Maßen zu den täglichen Aktivitäten, schreibt das Unternehmen.

Studie zu Cluster-Kopfschmerzen

Lilly untersucht Galcanezumab auch für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen, wobei die Phase-3-Studienergebnisse im Jahr 2018 erwartet werden.

Basierend auf dem ungedeckten medizinischen Bedarf und der Bedeutung dieser Krankheit für die Patienten erhielt Lilly Fast Track Designation von der FDA.

Nebenwirkungen

In den drei Studien waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Reaktionen an den Injektionsstellen, einschließlich Schmerzen. Das beobachtete Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil stand im Einklang mit Erkenntnissen aus früheren Studien.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird Lilly in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 eine Biologics License Application bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für Galcanezumab vorlegen, gefolgt von Zulassungsanträgen an andere Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt.
© arznei-news.de – Quelle: Ely Lilly, Mai 2017

Subkutanes Galcanezumab zur Prävention episodischer Migräne

19.12.2017 Monatliche subkutane Injektionen von Galcanezumab (Emgality) sind wirksam bei der Prävention von episodischen Migräne-Kopfschmerzen laut einer in JAMA Neurology veröffentlichten Studie.

Dr. Vladimir Skljarevski von Eli Lilly and Company und Kollegen teilten 410 Patienten mit episodischen Migränekopfschmerzen nach dem Zufallsprinzip auf Placebo oder Galcanezumab (5, 50, 120 oder 300 mg) über einen dreimonatigen Behandlungszeitraum auf.

Die eingeschriebenen Patienten erlebten vier bis 14 Migräne-Kopfschmerztage pro Monat. Die Forscher fanden heraus, dass Galcanezumab (120 mg) im Vergleich zu Placebo die Migräne-Kopfschmerztage signifikant reduzierte (99,6 Prozent posteriore Wahrscheinlichkeit, -4,8 Tage). Fünf Prozent oder mehr der Patienten berichteten über folgende unerwünschte Ereignisse häufiger als Placebo-Teilnehmer: Schmerzen an der Injektionsstelle, Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Dysmenorrhö und Übelkeit.

Monatliche subkutane Injektionen von Galcanezumab – sowohl 120 mg als auch 300 mg – zeigten Wirksamkeit bei der präventiven Behandlung von Migräne und unterstützen die weitere Entwicklung in größeren Phase-3-Studien, schreiben die Autoren. Alle Dosierungen waren sicher und gut verträglich.
© arznei-news.de – Quelle: Eli Lilly, Dez. 2017



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