Herzmedikamente und Krebsmedikamente

Herzmedikamente hilfreich bei der Vermeidung von Herzschäden durch Krebsmedikamente / Chemotherapie

04.12.2019 Krebspatienten, die weit verbreitete Herzmedikamente erhalten, weisen weniger Herzschäden durch die Krebsbehandlung auf laut einer auf dem EuroEcho 2019, einem wissenschaftlichen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC), vorgestellten Studie.

Auf zehn Patienten mit Brust- oder hämatologischen Krebserkrankungen, die mit Herzmedikamenten behandelt wurden, könnte ein Fall von Kardiotoxizität vermieden werden, schreiben die Studienautoren.

Die Studie analysierte die besten verfügbaren Belege, um zu untersuchen, ob die Verwendung von Beta-Blockern, ACE-Hemmern und/oder ARB mit einer reduzierten Inzidenz von Kardiotoxizität bei Patienten mit Brust- oder hämatologischem Krebs (in Krebsbehandlung) verbunden ist.

Kardiotoxizität

Kardiotoxizität (Herzschädigung) wurde definiert als Abnahme der Herzpumpfunktion (Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion auf unter 50% oder eine Abnahme um mehr als 10%) und/oder offensichtliche Herzinsuffizienz während des ersten Jahres der Nachbeobachtung.

Die Meta-Analyse umfasste neun randomisierte kontrollierte Studien. Die häufigste Krebsbehandlung in allen Studien war die Anthrazyklin-Chemotherapie; in einigen wurde auch eine adjuvante Behandlung wie Trastuzumab verabreicht.

Insgesamt wurden 913 Patienten aufgenommen, von denen 534 Herzmedikamente bekamen und 379 einer Kontrollgruppe angehörten.

Von den 534 mit Herzmedikamenten behandelten Patienten erhielten

  • 337 einen Beta-Blocker,
  • 152 einen ACE-Inhibitor oder ARB und
  • 45 einen Beta-Blocker und einen ACE-Inhibitor.

Während der einjährigen Nachbeobachtung entwickelten 108 Patienten (12%) eine Kardiotoxizität. Patienten, die eine kardioprotektive Behandlung erhielten, wiesen ein deutlich geringeres Risiko für Kardiotoxizität (relatives Risiko 0,381) auf, schreiben die Studienautoren um Sergio Moral vom Hospital Universitari Josep Trueta und Hospital Santa Caterina, Girona, Spain.
© arznei-news.de – Quellenangabe: EuroEcho 2019



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