Rheumatische Herzkrankheit: Penicillin verringert Fortschreiten bei Kindern erheblich

Studie untersuchte Penicillin als Antibiotikaprophylaxe bei latenter rheumatischer Herzerkrankung

17.11.2021 Eine reguläre, erschwingliche Antibiotikabehandlung mit Penicillin senkt einer neuen Studie zufolge das Risiko des Fortschreitens einer rheumatischen Herzerkrankung bei Kindern und Jugendlichen erheblich.

Die vom Murdoch Children’s Research Institute (MCRI), dem Cincinnati Children’s Hospital Medical Center, dem Uganda Heart Institute und dem Children’s National Hospital in Washington geleitete Studie zeigte auch, dass eine frühzeitige Vorsorgeuntersuchung entscheidend dazu beiträgt, das Fortschreiten der rheumatischen Herzkrankheit und den Tod bei kleinen Kindern zu verhindern.

Weltweit sind 40,5 Millionen Menschen von rheumatischen Herzkrankheiten betroffen, die jedes Jahr mindestens 306.000 Todesfälle verursachen. Die chronische Krankheit wird durch eine Schädigung der Herzklappen nach einer Streptokokkeninfektion verursacht.

Andrea Beaton vom Cincinnati Children’s Hospital Medical Center sagt, dass bis zu dieser Studie nicht bekannt war, ob Antibiotika das Fortschreiten einer latenten rheumatischen Herzerkrankung wirksam verhindern können.

Die Studie

An der Studie nahmen 818 ugandische Kinder im Alter von 5-17 Jahren mit latenter rheumatischer Herzerkrankung teil. Die Teilnehmer erhielten entweder zwei Jahre lang vierwöchentliche Penicillin-Injektionen oder keine Behandlung. Alle unterzogen sich zu Beginn und am Ende der Studie einem echokardiografischen Screening, bei dem Ultraschallwellen Bilder des Herzens erzeugen.

Die im New England Journal of Medicine veröffentlicht Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass nur bei drei (0,8 Prozent) der mit Penicillin behandelten Teilnehmern ein Fortschreiten der latenten rheumatischen Herzkrankheit zu beobachten war – verglichen mit 33 (8,3 Prozent) der Teilnehmer, die nicht behandelt wurden.

Screening

MCRI-Professor Andrew Steer sagte, das Screening auf latente rheumatische Herzkrankheiten sei entscheidend, um das Fortschreiten zu stoppen, da Herzklappenschäden weitgehend unbehandelbar seien.

Kinder mit latenter rheumatischer Herzerkrankung haben keine Symptome und wir können die leichten Herzklappenveränderungen klinisch nicht erkennen, sagte er.

Derzeit werden die meisten Patienten erst diagnostiziert, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist und Komplikationen aufgetreten sind. Diese späte Diagnose geht mit einer hohen Sterblichkeitsrate in jungen Jahren einher, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass eine präventive Antibiotikabehandlung verpasst wird. Wenn Patienten frühzeitig identifiziert werden können, besteht die Möglichkeit, einzugreifen und die Gesundheitsergebnisse zu verbessern.

© arznei-news.de – Quellenangabe: New England Journal of Medicine, 2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2102074





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