Valproinsäure, Valproat – Bipolare Störung

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

BfArM: Valproat bei bipolarer Störung – Aktualisierung des Beipackzettels

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat aufgefordert, Fachinformationen, Beipackzettel und Bedingungen der Genehmigung des Inverkehrbringens von Valproinsäure- bzw. valproathaltigen Arzneimitteln zum 01.05.2011 zu ändern. Aktualisiert werden sollen: Indikation „Bipolare Störungen„; und die Hinweise zu: „Warnhinweise“, „Schwangerschaft und Stillzeit“ und „Nebenwirkungen“.

Die Änderungen:

Die Indikation Bipolare Störung:
Behandlung von manischen Episoden bei einer bipolaren Störung, wenn Lithium kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird. Die weiterführende Behandlung nach einer manischen Episode kann bei Patienten in Erwägung gezogen werden, die auf ‚Valproat‘ bei der Behandlung der akuten Manie angesprochen haben.

Die Hinweise zur Dosierung, Art und Dauer der Behandlung bei Bipolarer Störung wurden geändert.

Der Abschnitt „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“ muss hinsichtlich suizidaler Gedanken und Verhaltens ergänzt werden. Dieses zeigten Patienten, die mit Antiepileptika behandelt wurden.
Es wurde diesbezüglich ein erhöhtes Risiko durch eine Metaanalyse festgestellt und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieses Risiko auch bei der Einnahme von Valproinsäure besteht. Patienten, die mit Natriumvalproat behandelt werden sollen deshalb beobachtet und entsprechend behandelt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Informationen zu „Schwangerschaft und Stillzeit“ sind zu ergänzen mit der Warnung, dass Valproat nicht während der „Schwangerschaft und von Frauen im gebärfähigen Alter verwendet werden“ sollen.

Die Nebenwirkungen Übelkeit, Sedierung, extrapyramidale Störungen sollen hinzugefügt werden.

Die Indikation ist eingeschränkt auf: „Behandlung von manischen Episoden bei einer bipolaren Störung“.
Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Feb. 2011

Wirksam bei Patienten mit bipolarer Störung und COMT-Gen-Variante

19.09.2016 Der Stimmungsstabilisator Valproat / Valproinsäure – oft bei Schizophrenie oder bipolarer Störung verschrieben – kann negative Symptome bei Personen mit einer bestimmten Variante des COMT-Gens verringern laut einer in Translational Psychiatry veröffentlichten Studie von Forschern der Columbia Universität.

Negative Symptome

Das Medikament wird häufig bei bipolarer Störung und Schizophrenie verschrieben, obwohl sein Wirkmechanismus noch unklar ist und nur einige Patienten auf die Behandlung ansprechen.

Nur wenige Optionen stehen derzeit zur Behandlung der lähmenden „negativen“ Symptome einer schweren psychiatrischen Erkrankung zur Verfügung, die z.B. verlangsamte Bewegungen, Abstumpfung und sozialen Rückzug beinhalten können. (Neuroleptika werden verwendet, um Halluzinationen, Wahnvorstellungen und andere „positive“ Symptome der Schizophrenie zu behandeln).

COMT-Gen und Prolin

Die Autoren schließen, dass Valproat zur Behandlung von negativen Symptomen bei psychiatrischen Patienten mit zwei Kopien der „Val“ Variante des COMT-Gens wirksam sein können, die Dopamin im Gehirn abbaut.

Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit diesem Genotyp korreliert ein höheres Prolin-Niveau (Neuromodulator, der durch Valproat erhöht wird) mit weniger negativen Symptomen. Bei Patienten, die eine „Met“ Variante des COMT haben, scheint ein zunehmendes Maß an Prolin genau das Gegenteil zu tun: Diese Patienten hatten mehr oder schlimmere negative Symptome, und die Symptome wurden durch Valproat nicht verbessert.

Verbindungen mit der Symptomschwere

In dieser Studie verglichen die Forscher die Schwere der negativen Symptome und das Prolin-Niveau bei 95 hospitalisierten Schizophrenie-Patienten mit Varianten des COMT-Gens. Bei Patienten mit COMT Val / Val verringerte sich die Schwere der Symptome, wenn der Prolin-Spiegel stieg. Im Gegensatz dazu stand ein höherer Prolin-Spiegel mit einer ausgeprägteren negativen Symptomschwere bei Patienten mit dem Met / Met Gen in Verbindung.

Unter den mit Valproat behandelten Patienten (etwa ein Drittel der Schizophrenie-Patienten) waren die negativen Symptome schwerer bei denen mit Met / Met Gen als bei denen mit dem Val / Val Gen.

Patienten mit Bipolarer Störung

Die Forscher werteten auch die negativen Symptome bei 43 Patienten mit einer bipolaren Störung aus, wobei die Hälfte von ihnen mit Valproat behandelt wurden. Nach einer Woche Behandlung verringerten sich die negativen Symptome für die mit dem Val / Val Genotyp, während sich die Symptome erhöhten oder gleich blieben für die mit dem Met / Met-Genotyp.

Langzeitstudien müssen die Ergebnisse bestätigen, aber diese Studie deutet darauf hin, dass die Erhöhung des Prolin-Spiegels bei Patienten mit dem Val / Val Gen gegen die negativen Symptome helfen kann, während erhöhtes Prolin bei Patienten mit der Met / Met Gen-Variante die entgegengesetzte Wirkung haben kann, sagte Studienautorin Dr. Catherine Clelland. „Diese Informationen können bei der Feststellung helfen, welche Patienten am ehesten von einer Behandlung mit Stimmungsstabilisatoren wie Valproat profitieren können, die dafür bekannt sind, den Prolin-Spiegel zu modulieren.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: Columbia Universität, Translational Psychiatry – DOI: 10.1038/tp.2016.157; Sept. 2016

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