Zanubrutinib bei Waldenström-Makroglobulinämie

Ergebnisse der Phase-3-Studie ASPEN zu Zanubrutinib im Vergleich zu Ibrutinib in der Behandlung von Patienten mit Waldenström-Makroglobulinämie

BeiGene hat die Ergebnisse der Phase-3-Studie ASPEN bekanntgegeben, in der der BTK-Inhibitor Brukinsa (Wirkstoff Zanubrutinib) mit Ibrutinib in der Behandlung von Waldenström-Makroglobulinämie (WM) verglichen wurde.

Während die Studie keine statistische Signifikanz bezüglich ihres primären Endpunkts der Überlegenheit in der Complete Response (CR) und der sehr guten Partial Response (VGPR) Raten für Zanubrutinib im Vergleich zu ibrutinib erreichte, zeigte Zanubrutinib in dieser randomisierten Vergleichsstudie eine höhere VGPR-Rate sowie Verbesserungen in Bezug auf Sicherheit und Verträglichkeit.

Die ASPEN-Studie ist eine randomisierte Phase-3-Studie mit 229 Patienten mit Waldenström-Makroglobulinämie in 61 Zentren in Europa, Australien und den USA. Die Studie umfasst zwei Kohorten, eine randomisierte Kohorte (Kohorte 1), bestehend aus 201 Patienten mit einer MYD88-Mutation und eine nicht-randomisierte Kohorte (Kohorte 2), wobei 28 Patienten mit MYD88-Wildtyp (MYD88WT) Zanubrutinib erhielten, weil sie in der Vergangenheit schlecht auf die Ibrutinib-Therapie angesprochen hatten.

In der randomisierten Kohorte 1 befanden sich 102 Patienten (darunter 83 rezidivierte oder refraktäre (R/R) Patienten und 19 behandlungsnaive (TN) Patienten) im Zanubrutinib-Arm und 99 Patienten (darunter 81 R/R-Patienten und 18 TN-Patienten) im Ibrutinib-Arm. Patienten im Zanubrutinib-Arm erhielten Zanubrutinib 160 mg zweimal täglich (BID) und Patienten im Ibrutinib-Arm erhielten 420 mg Ibrutinib einmal täglich (QD).

Zu den Ergebnissen der Kohorte 1 in der Phase-3-Studie ASPEN zum Daten-Stichtag 31. August 2019 mit einem mittleren Follow-up von 19,4 Monaten gehören:

Wirksamkeit, Ansprechen, Überleben

  • Bei R/R-Patienten betrug die vom unabhängigen Prüfungsausschuss (IRC) bewertete VGPR-Rate 28,9% in der Zanubrutinib-Gruppe und 19,8% in der Ibrutinib-Gruppe (keiner der Patienten in beiden Armen erreichte eine CR). Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (2-seitig p=0,1160);
  • In der gesamten Patientenpopulation betrug die vom IRC bewertete VGPR-Rate 28,4% in der Zanubrutinib-Gruppe und 19,2% in der Ibrutinib-Gruppe (keine Patienten erreichten eine CR in beiden Armen). Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (2-seitig beschreibend p=0,0921);
  • Während die Studie nicht in der Lage war, eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) festzustellen, und die Follow-up-Daten für PFS noch zu kurz sind, waren die frühen PFS- und Gesamtüberlebensdaten (OS) für Zanubrutinib richtungsweisend konsistent mit den höheren VGPR-Raten im Zanubrutinib-Arm:
  • Die 12-monatige PFS-Rate betrug 92,4% (83,8-96,5) bei R/R-Patienten und 89,7% (81,7-94,3) bei allen Patienten in der Zanubrutinib-Gruppe, verglichen mit 85,9% (75,9-91,9) bei R/R-Patienten und 87,2% (78,6-92,5) bei allen Patienten in der Ibrutinib-Gruppe; und
  • Die 12-monatige OS-Rate betrug 98,8% (91,6-99,8) für R/R-Patienten und 97,0% (90,9-99,0) für alle Patienten in der Zanubrutinib-Gruppe, verglichen mit 92,5% (84,1-96,6) bei R/R-Patienten und 93,9% (86,8-97,2) bei allen Patienten in der Ibrutinib-Gruppe;

Nebenwirkungen

  • Grad >3 Nebenwirkungen (AE) gab es bei 58,4% in der Zanubrutinib-Gruppe und 63,3% in der Ibrutinib-Gruppe. In der Zanubrutinib-Gruppe haben vier (4,0%) Patienten die Behandlung aufgrund von AE abgebrochen und es gab einen (1,0%) Todesfall; in der Ibrutinib-Gruppe brachen neun Patienten (9,2%) aufgrund von Nebenwirkungen die Behandlung ab und es gab vier (4,1%) Todesfälle;
  • Nebenwirkungen von besonderem Interesse für BTK-Hemmer: Vorhofflimmern/-flattern aller Grade 2,0% im Zanubrutinib-Arm und 15,3% im Ibrutinib-Arm; kleinere Blutungen 48.5% unter Zanubrutinib und 59,2% unter Ibrutinib; größere Blutung 5,9% unter Zanubrutinib und 9,2% unter Ibrutinib; und Durchfall 20,8% in der Zanubrutinib- und 31,6% in der Ibrutinibgruppe.
  • Die Neutropenierate war im Zanubrutinib-Arm (29,7%) höher als im Ibrutinib-Arm (13,3%).

© arznei-news.de – Quellenangabe: BeiGene.



Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament:

Kommentare werden nach Prüfung auf Arznei-News.de freigegeben.
Machen Sie bitte keine persönlichen Angaben (wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon-Nr., Email-Adresse etc.)!
Benutzen Sie bitte aus Lesbarkeitsgründen auch Komma, Punkt und Absatz. :-)