Azithromycin (Zithromax)

Antibiotika

Azithromycin ist ein Glycosid, das als Antibiotikum eingesetzt wird. ATC-Code ist J01FA10: J – Antiinfektiva, systemisch, J01 – Antibiotika, systemisch, J01F – Makrolide, Lincosamide und Streptogramine, J01F – Makrolide, Lincosamide und Streptogramine. Handelsnamen der Monoprodukte sind: Azyter, InfectoAzit, Ultreon, Zithromax, Azi-Teva.

FDA warnt vor Zithromax wegen Herzrisiko

Die Food and Drug Administration in den USA warnt Ärzte und Patienten, dass das häufig eingesetzte Antibiotikum Azithromycin von Pfizer seltene, aber potentiell tödliche Herzrhythmen bei einigen Patienten verursachen kann.

Risiko für Patienten mit Herzproblemen

Die Agentur läßt dem Etikett von Zithromax die neue Warnung hinzufügen. Das Antibiotikum kommt häufig bei der Behandlung von Bronchitis, Lungenentzündung und anderen Infektionen zum Einsatz.

Ärzte sollten in Erwägung ziehen, Patienten mit Herzproblemen, (z.B. bei unregelmäßigen Herzschlägen oder bei geringem Kalium oder Magnesium im Blut) andere Antibiotika zu verschreiben.

Weitere Handelsnamen

Azithromycin

Strukturformel Azithromycin

Zithromax ist teurer als andere Antibiotika, aber es ist beliebt, weil es oft für weniger Tage genommen werden kann. Andere Handelsnamen von Azithromycin sind:

  • Azyter,
  • InfectoAzit,
  • Ultreon,
  • Azi-Teva,
  • zahlreiche Generika.

Die FDA Warnung könnte Ärzte davon überzeugen, andere Optionen für Patienten mit Herzproblemen zu wählen, obwohl das neue Label darauf hinweist, dass einige andere Antibiotika ähnliche unerwünschte Wirkungen haben.

Weitere Nebenwirkungen von Azithromycin

Azithromycin zeigt auch andere Nebenwirkungen, wie z.B.:

  • Bauchschmerzen,
  • Diarrhoe,
  • Übelkeit und
  • Erbrechen.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, März 2013

Rote-Hand-Brief – Studienabbruch

03.05.2018 Die Pfizer Pharma PFE GmbH informiert in einem Rote-Hand-Brief in Übereinstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über eine erhöhte Rezidivrate für hämatologische Malignome und Mortalität bei Patienten nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) unter Azithromycin (Zithromax):

  • Die klinische Studie ALLOZITHRO 1, welche die Langzeitbehandlung mit Azithro­mycin zur Prävention des Bronchiolitis-obliterans-Syndroms (BOS) bei Patienten nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) zur Behand­lung hämatologischer Malignome untersuchte, wurde vorzeitig abgebrochen, nachdem eine erhöhte Rezidivrate bei mit Azithromycin behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo festgestellt worden war.
  • Obwohl nicht klar ist, wie Azithromycin zur in der Studie beobachteten erhöhten Rate für hämatologische Malignome beigetragen haben könnte, wird der Schluss gezogen, dass eine Langzeitbehandlung mit Azithromycin nach einer HSZT mögliche Risiken bergen könnte, die den erwarteten Nutzen übersteigen.
  • Azithromycin ist nicht für die prophylaktische Behandlung des Bronchiolitis­obliterans-Syndroms (BOS) bei Patienten nach einer HSZT zugelassen.

Zur pdf-Datei mit den Hintergrundinformationen
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pfizer Pharma PFE GmbH

Verringertes Risiko der Lungenexazerbationen bei Kindern mit Mukoviszidose, früher Pseudomonas aeruginosa

28.06.2018 Bei Kindern mit Mukoviszidose (CF) und früher Pseudomonas aeruginosa (Pa) Infektion wird das Risiko einer Lungenexazerbation durch die Zugabe von Azithromycin (Handelsname u.a. Zithromax) zur Tobramycin-Inhalationslösung (TIS) deutlich reduziert laut einer im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Nicole Mayer-Hamblett von der Universität Washington in Seattle und Kollegen führten eine randomisierte Studie mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 18 Jahren mit Mukoviszidose und früher Pseudomonas aeruginosa durch. Die Kinder erhielten neben der standardisierten Tobramycin-Inhalationslösung dreimal wöchentlich Azithromycin (110 Teilnehmer) oder Placebo (111 Teilnehmer).

Die Studie erreichte die vorab festgelegte Interimsgrenze für die Wirksamkeit und wurde daher vom National Heart, Lung, and Blood Institute vorzeitig abgebrochen.

Lungenexazerbation

Die Forscher fanden heraus, dass im Vergleich zu Placebo das Risiko einer Lungenexazerbation in der Azithromycin-Gruppe signifikant um 44 Prozent reduziert wurde.

Gewichtszunahme

Es gab eine signifikante Gewichtszunahme von 1,27 kg unter Azithromycin gegenüber der Placebogruppe. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei den mikrobiologischen oder anderen klinischen oder sicherheitstechnischen Endpunkten.

Azithromycin war mit einer signifikanten Verringerung des Risikos einer Lungennexazerbation und einer nachhaltigen Gewichtszunahme verbunden, hatte aber keinen Einfluss auf die mikrobiologischen Ergebnisse bei Kindern mit früher Pseudomonas aeruginosa, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine – https://doi.org/10.1164/rccm.201802-0215OC – PubMed: 29890086

FDA warnt vor langfristigem Azithromycin-Einsatz bei einigen Patienten

14.08.2018 Die FDA warnt Patienten mit Krebserkrankungen des Blutes oder der Lymphknoten, die sich einer Transplantation von Spenderstammzellen unterziehen, davor, Azithromycin (Handelsnamen u.a. Zithromax, Azyter) einzunehmen, da die langfristige Einnahme des Antibiotikums mit einem erhöhten Risiko für ein Krebs-Rezidiv verbunden ist.

In einer klinischen Studie wurde Azithromycin angewendet, um das Bronchiolitis-Obliterans-Syndrom bei Patienten mit Blut- oder Lymphknotenkrebs zu verhindern, die sich einer Stammzelltransplantation unterzogen haben. Allerdings war die langfristige Einnahme des Antibiotikums mit einem Krebsrückfall und Tod verbunden.

Angehörige der Gesundheitsberufe sollten nicht langfristig Azithromycin für die Prophylaxe des Bronchiolitis-Obliterans-Syndroms den Patienten verschreiben, die sich einer Spenderstammzelltransplantation unterziehen, aufgrund des erhöhten Potenzials für Krebsrezidiv und Tod, schreibt die US-amerikanische Arzneimittelbehörde.
© arznei-news.de – Quellenangabe: FDA



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