Corona: Bevacizumab (Avastin) bei COVID-19

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Krebsmedikament Bevacizumab kann Behandlung für schwere COVID-19-Patienten unterstützen

06.02.2021 Die Behandlung von schweren COVID-19-Patienten mit dem Krebsmedikament Bevacizumab (Handelsname Avastin) kann die Sterblichkeit verringern und die Genesung beschleunigen, so das Ergebnis einer kleinen klinischen Studie in Italien und China, die zwischen Februar und April 2020 von Forschern am Karolinska Institutet in Schweden geleitet wurde.

Im Durchschnitt verbesserten sich die Blutsauerstoffwerte, die Körpertemperatur und die Entzündungsmarker bei Patienten, die zusätzlich zur Standardbehandlung mit einer Einzeldosis Bevacizumab behandelt wurden, deutlich. Die Forschungsarbeit wurde in Nature Communications veröffentlicht.

26 Patienten wurden zwischen Mitte Februar und Anfang April 2020 aus zwei Krankenhäusern in China und Italien in die Studie aufgenommen. Die Patienten hatten bestätigtes COVID-19 und Symptome wie Atemnot, niedrige Sauerstoffwerte im Blut und Lungenentzündung. Sie wurden retrospektiv mit 26 Patienten mit ähnlichen Merkmalen abgeglichen, die in denselben Krankenhäusern in etwa demselben Zeitraum eine Standardbehandlung erhielten und somit als Kontrollgruppe dienten.

Verbesserte Corona-Symptome innerhalb von 24 Stunden

Die Teilnehmer erhielten die Standardbehandlung plus eine einmalige niedrige Dosis von etwa 7,5 mg/kg Bevacizumab, wodurch sich der Sauerstoffgehalt im Blut innerhalb von 24 Stunden im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich verbesserte.

Am Ende der 28-tägigen Nachbeobachtungszeit benötigten 92 Prozent der mit Bevacizumab behandelten Patienten nicht mehr das gleiche Maß an Sauerstoffunterstützung wie vor Beginn der Studie, verglichen mit einer Verbesserungsrate von 62 Prozent bei der Kontrollgruppe.

Sterblichkeit, Krankenhausaufenthalt, Sauerstoffunterstützung

Keiner der mit Bevacizumab behandelten Patienten starb und 17 (65 Prozent) verbesserten sich so stark, dass sie das Krankenhaus innerhalb der Nachbeobachtungszeit verlassen konnten. In der Kontrollgruppe starben drei und nur 46 Prozent konnten innerhalb von 28 Tagen entlassen werden. Bevacizumab verkürzte auch die Dauer der Sauerstoffunterstützung im Durchschnitt von neun Tagen im Vergleich zu 20 Tagen in der Standardbehandlungsgruppe.

Fiebers, weiße Blutkörperchen, C-reaktives Protein (CRP)

Zu den weiteren interessanten Ergebnissen gehören die Senkung des Fiebers, eine Zunahme der weißen Blutkörperchen und ein starker Rückgang des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP). Es wurden keine schwerwiegenden Sicherheitsrisiken festgestellt.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Nature Communications (2021). DOI: 10.1038/s41467-021-21085-8.

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