Bevacizumab (Avastin) – Morbus Osler

Verbessert deutlich Blutungen bei schwerer hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie

30.01.2018 Patienten mit hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie (HHT; auch Osler-Syndrom oder Morbus Osler-Rendu-Weber genannt) mit schweren Blutungen, die mit intravenösem Bevacizumab (Markenname ist Avastin) behandelt wurden, berichteten über eine deutliche Reduktion der Nasenblutungen und gastrointestinalen Blutungen und konnten Bluttransfusionen stoppen oder deutlich reduzieren, was zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität führte.

In der Studie wurde intravenöses Bevacizumab an 34 Patienten verabreicht. Anämie war in erster Linie auf schwere Epistaxis (Nasenbluten; n=15, 44%), schwere gastrointestinale Blutungen (n=4, 12%) oder beides (n=15, 44%) zurückzuführen – mit einem medianen Baseline-Hämoglobinspiegel von 9,1 g/dL (Range 8,3-10,5 g/dl; zur Umwandlung in mmol/L, multipliziert mit 0,62). Transfusionen mit roten Blutkörperchen (RBC) wurden 28 Patienten (82%) verabreicht.

Von diesen benötigten 16 Patienten (47%) RBC-Transfusionen und hatten einen Median von 75 RBC-Transfusionen (Range, 4->500 RBC-Einheiten) vor der Einleitung der Therapie mit Bevacizumab.

Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 17,6 Monate ab Beginn der Behandlung (Range 3-42,5 Monate).

Nach Abschluss des anfänglichen Bevacizumab-Behandlungszyklus konnte eine signifikante Reduktion der Epistaxis (P<.001) und der RBC-Transfusionen (P=.007) festgestellt werden.

Bei 4 Patienten wurde eine neu auftretende oder verschlechterte Hypertonie festgestellt, wobei 1 Patient eine hypertensive Notfallsituation mit vorübergehender Abnahme der Nierenfunktion aufwies.

Diese Studie liefert qualitativ hochwertige Belege für die ausgezeichnete Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab bei der Behandlung dieser Patienten. Intravenöses Bevacizumab sollte als Standard-Option für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie und schweren Blutungen und transfusionsabhängiger Anämie angesehen werden, so Studienautor Dr. Vivek N. Iyer abschließend.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Jan. 2018



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