Cetuximab (Erbitux)

Antineoplastische und immunmodulierende Substanzen – Krebsmedikamente

Cetuximab (Erbitux) ist ein therapeutischer chimärer monoklonaler Antikörper vom Typ IgG1 gegen den Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR), der bei der Behandlung von Krebs eingesetzt wird.

Rote-Hand-Brief: Anwendungsgebiet

Merck Serono informiert in einem Rote-Hand-Brief über eine Änderung bei der Indikation von Erbitux (aktive Substanz Cetuximab) beim metastasierenden Kolorektalkarzinom. Erbitux (Cetuximab) Rote-Hand-Brief: AnwendungsgebietIn der Zusammenfassung des Rote-Hand-Briefs heißt es:

  • Der Nachweis des Ras-Wildtyp-Status (Exons 2, 3 und 4 von K-Ras und N-Ras) ist vor Beginn der Behandlung mit Erbitux erforderlich.
  • Der K-Ras- Mutationsstatus (Exons 2, 3 und 4 von K-Ras und N-Ras) sollte durch ein erfahrenes Labor mittels einer validierten Prüfmethode bestimmt werden.
  • Patienten mit Ras-Mutationen (Exons 2, 3 und 4 von K-Ras und N-Ras), die Erbitux in Kombination mit einer FOLFOX4-Chemotherapie erhielten, hatten ein geringeres Gesamtüberleben (OS), eine geringere progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) und eine geringere objektive Ansprech- bzw. Remissionsrate (ORR) als bei einer alleinigen FOLFOX4-Therapie.
  • Die Gegenanzeige für Erbitux in Kombination mit einer Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie (z. B. FOLFOX4) umfasst nun alle Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom mit mutiertem Ras (Exons 2, 3 und 4 von K-Ras und N-Ras) oder mit unbekanntem Ras-Status.

© arznei-news.de – Quelle: Rote-Hand-Brief der Firma Merck Serono veröffentlicht bei der AkdÄ, Jan. 2014

Wirksam bei metastasierendem Kolorektalkarzinom

16.05.2016 Eine neue in der Zeitschrift Clinical Cancer Research veröffentlichte Studie der Canadian Cancer Trials Group berichtet, dass eine neue Untergruppe von Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom von der Einnahme des Medikaments Cetuximab (Handelsname Erbitux) profitieren könnten.

Die neue Forschungsarbeit basiert auf einer vor 10 Jahren durchgeführten internationalen klinischen Studie. Die Forscher arbeiteten mit einer Gruppe von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom mit wenigen Behandlungsmöglichkeiten. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Cetuximab am effektivsten bei Patienten mit Tumoren mit RAS-Mutation war.

Die kolorektalen Karzinome, das sind die Karzinome des Colons und des Mastdarms (Rectum), machen mehr als 95 % der bösartigen Darmtumoren aus.

Cetuximab wirkte nicht bei allen, obwohl Dr. O’Callaghan und seine Kollegen daran arbeiten, Patienten besser zu erkennen, die vom Medikament profitieren würden. Durch die Analyse archivierter Gewebeproben von 572 Patienten, die an der ursprünglichen Studie teilnahmen, waren sie in der Lage, eine andere Untergruppe von Patienten zu bestimmen, die am besten auf das Medikament ansprechen wird.

„Wir müssen andere Wege finden, Krebsmedikamente für Menschen mit kolorektalen Krebs zu personalisieren, wenn man bedenkt, dass Cetuximab ein teures Medikament ist und Nebenwirkungen haben kann“, sagt Dr. O’Callaghan. „Anstatt also nur auf Aspekte im Tumor zu achten, wo sich RAS-Mutationen zeigen, suchten wir bestimmte Dinge im Blut und normalen Geweben. So entdeckten wir den Blutmarker, der dieser Patienten-Untergruppe gemein ist.“

Die Forscher arbeiten nun daran, die Ergebnisse in mehreren Studien zu bestätigen. Eine neue Studie – CO.20, die die Befunde bestätigen soll, ist bereits im Gange.
© arznei-news.de – Quelle: Canadian Cancer Trials Group, Clinical Cancer Research, Mai 2016

Forscher entdecken Resistenz-Signalweg bei Darmkrebs

09.11.2016 Forscher der Queen’s University, Belfast, haben entdeckt, dass die Blockierung eines bestimmten Moleküls helfen könnte, die Resistenz gegen Cetuximab (Markenname Erbitux) bei Darmkrebspatienten abzubauen.

Laut den auf der National Cancer Research Institute Konferenz in Liverpool vorgestellten Befunden überleben einige Darmkrebszellen Cetuximab, indem sie die Aktivität eines Proteins namens ADAM17 erhöhen.

Die vom Cancer Research UK Forschung finanzierte Studie zeigt, dass die gleichzeitige ( zu Cetuximab) Einnahme eines ADAM17 blockierenden Medikaments zum Tod der Krebszellen führte, die diesen Weg nutzten, um der Behandlung Widerstand zu leisten.

Unsere Arbeit zeigt, dass die Kombination dieser Behandlung mit einem ADAM17-Inhibitor eine vielversprechende Therapie für Patienten sein könnte, die nicht auf Erbitux ansprechen, sagte Dr. Sandra Van Schaeybroeck, leitende Forscherin der Studie.

Doch weitere Forschungsarbeit ist nötig, um diese Kombination sicher bei Patienten testen zu können, sagte sie.
© arznei-news.de – Quelle: Queen’s University, Belfast, Nov. 2016



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