Medikamente nach der Nierentransplantation

Definition, Beschreibung: Wofür braucht man die Medikamente?

Wenn man eine Nierentransplantation erhält, weiß der Körper, dass die neue Niere fremd ist (d.h. nicht ursprünglicher Teil des Körpers). Der Körper greift die neue Niere an und versucht, sie zu zerstören.

Immunsuppressive Medikamente unterdrücken die Fähigkeit des Körpers, dies zu tun. Ziel ist es, diese Medikamente so anzupassen, dass sie eine Abstoßung der Niere verhindern und Nebenwirkungen der Medikamente minimiert werden.

Denn durch das Herunterfahren des Immunsystems, wird der Körper gegenüber anderen Krankheiten insbesondere Infektionskrankheiten anfälliger.

Der Empfänger des Nierentransplantats wird diese Medikamente sein Leben lang einnehmen müssen und folglich auch immer anfälliger für Krankheiten sein.

Immunsuppressiva

Es gibt 2 Arten von Immunsuppressiva:

  • Induktionsmedikamente: Leistungsstarke Antirejektionsmedikament, das zum Zeitpunkt der Transplantation eingenommen wird.
  • Erhaltungsmedikamente bzw. Erhaltungstherapie: Medikamente gegen die Abstoßung, die langfristig eingesetzt werden.

Es gibt üblicherweise 4 Klassen von Erhaltungspräparaten:

  • Calcineurinhemmer: Tacrolimus und Cyclosporin
  • Antiproliferative Wirkstoffe: Mycophenolat Mofetil, Mycophenolat Natrium und Azathioprin
  • mTOR-Hemmer: Sirolimus
  • Steroide: Prednison

Gibt es Nebenwirkungen

Ja. Eine der Nebenwirkungen dieser Medikamente ist eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Infektionen. Dies ist eher in der Frühphase nach einer Transplantation oder nach der Behandlung einer Abstoßung problematisch, da die Dosierung dieser Medikamente zu diesen Zeiten höher ist. Man sollte das Transplantationszentrum anrufen, wenn:

  • man Fieber hat;
  • Flüssigkeit aus der Operationsnarbe läuft;
  • ein brennendes Gefühl beim Urinieren hat;
  • eine Erkältung oder ein Husten hat, der nicht weggeht.

Liste möglicher Nebenwirkungen

  • Blutdruckerhöhung
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Diabetes / “Posttransplantdiabetes”
  • Infektanfälligkeit
  • Krebsrisiko (z.B. auch für Hautkrebs, wie eine aktuelle Studie zeigt)
  • Magenverstimmung
  • Schwächung der Muskeln
  • Schädigung der Nieren
  • Verminderung der Knochendichte („Osteoporose”)

Die häufigsten Nebenwirkung der immunsuppressiven Medikamente ist “Magenverstimmung”. Wenn dies der Fall ist, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie Ihr Medikament zu verschiedenen Zeiten einnehmen können, um bei diesem Problem zu helfen.

Etwa 6 Monate bis ein Jahr nach der Nierentransplantation ist die Immunsuppression in der Regel geringer und die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen sollte gering sein. Wenn Sie immer noch Nebenwirkungen haben, sprechen Sie mit Ihrem Transplantationsteam, um entweder die Dosis zu ändern oder zu einem anderen Medikament zu wechseln. Änderungen an immunsuppressiven Medikamenten sollten nur nach Rücksprache mit Ihrem Transplantationszentrum vorgenommen werden.
© arznei-news.de – Quellenangabe: National Kidney Foundation

Nierentransplantationsmedikamente erhöhen das Risiko für Hautkrebs

28.02.2019 Eine Studie unter der Leitung von Forschern des RCSI (Royal College of Surgeons in Irland) hat das Muster der Hautkrebsraten bei nierentransplantierten Patienten analysiert, und deutet darauf hin, dass das erhöhte Risiko mit den Immunsuppressiva zusammenhängt.

Erhöhtes Hautkrebsrisiko

Die in JAMA Dermatology veröffentlichte Forschungsarbeit zeigt, dass nierentransplantierte Patienten einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind, insbesondere Hautkrebs. Die Studie ergab, dass dieses Hautkrebsrisiko sinkt, wenn das Transplantat versagt und die Patienten zur Dialyse zurückkehren, aber wieder steigt, wenn sie ein anderes Nierentransplantat erhalten. Allerdings ist die Rate von Hautkrebs bei Patienten mit fehlgeschlagenen Transplantationen immer noch höher als bei Patienten vor der Nierentransplantation unter Dialyse.

Aufgrund dieses Musters der Hautkrebsraten deuten die Daten darauf hin, dass das Krebsrisiko mit dem Stoppen und Starten der Medikamente zur Antirejektion verbunden ist, schreiben die Wissenschaftler.

Mehrfach-Nierentransplantationen

Bei Empfängern von Mehrfach-Nierentransplantationen sank die Inzidenz von Non-Melanom-Hautkrebs in Zeiten, die durch Transplantationsversagen definiert waren, aber es bestand immer noch ein erhöhtes Risiko. Die Häufigkeit von Krebs insgesamt unterstreicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Krebsüberwachung während des Transplantatversagens, sagte Hauptautor Donal Sexton von der Abteilung für Nephrologie und Nierentransplantation, Beaumont Hospital, RCSI.

Die Studie analysierte das Krebsauftreten bei 3.821 verstorbenen und lebenden Empfängern von Nierentransplantationen. Von den analysierten Patienten waren 3.215 Empfänger eines Transplantats, 522 Empfänger zweier und 84 Empfänger von drei Nierentransplantaten.

Während und nach Transplantation

Während der ersten Nierentransplantation des Patienten stieg die Rate des Hautkrebses um das 15-fache gegenüber vor dem Eingriff.

Diese Hautkrebsrate sank um die Hälfte, als das Transplantat versagte und der Patient zur Dialyse zurückkehrte; die Rate war jedoch immer noch siebenmal höher als die Rate des Patienten vor der Nierentransplantation.

Als sie eine zweite Transplantation erhielten, stieg die Rate des Hautkrebses wieder auf das 12,8-fache der Prätransplantationsrate.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Dermatology – https://dx.doi.org/10.1001/jamadermatol.2018.4660



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