Systemische / vaginale Hormontherapie bei Brustkrebs: Rezidiv u. Sterblichkeit

Studie untersuchte Rezidiv-Risiko / Sterblichkeit bei Frauen, die nach Brustkrebsdiagnose eine vaginale Östrogentherapie oder eine Hormontherapie in den Wechseljahren anwenden

Systemische / vaginale Hormontherapie bei Brustkrebs: Rezidiv u. Sterblichkeit

30.07.2022 Bei postmenopausalen Frauen, die wegen Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs im Frühstadium behandelt werden, ist weder die vaginale Östrogentherapie (VET) noch die menopausale Hormontherapie (MHT) mit einem erhöhten Risiko für ein Wiederauftreten oder eine erhöhte Sterblichkeit verbunden.

Dr. Søren Cold von der Universität Odense in Dänemark und seine Kollegen verwendeten Längsschnittdaten aus einer nationalen Kohorte postmenopausaler Frauen, bei denen zwischen 1997 und 2004 invasiver, Östrogenrezeptor-positiver, nicht metastasierender Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert wurde.

Die Analyse verglich die Sterblichkeit und das Risiko für ein Wiederauftreten bei 8.461 Frauen (1.957 nahmen nach der Diagnose eine vaginale Östrogentherapie und 133 eine menopausale Hormontherapie in Anspruch) über einen Zeitraum von 9,8 Jahren bzw. 15,2 Jahren.

  • Die Forscher fanden heraus, dass das bereinigte relative Risiko für ein Rezidiv 1,08 (95 Prozent Konfidenzintervall: 0,89 bis 1,32) für VET und 1,05 (95 Prozent Konfidenzintervall: 0,62 bis 1,78) für MHT betrug.
  • In der Untergruppe, die adjuvante Aromatasehemmer erhielt, lag das bereinigte relative Risiko für ein Rezidiv bei 1,39 (95 Prozent Konfidenzintervall: 1,04 bis 1,85).
  • Für die Gesamtmortalität lagen die bereinigten Hazard Ratios bei 0,78 (95 Prozent Konfidenzintervall: 0,71 bis 0,87) und 0,94 (95 Prozent Konfidenzintervall: 0,70 bis 1,26) für VET bzw. MHT.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Brustkrebspatientinnen, die Tamoxifen einnehmen und schwere Symptome im Urogenitaltrakt haben, VET einnehmen können, ohne dass sich ihr Risiko für ein Wiederauftreten des Brustkrebses erhöht“, schreiben die Autoren. „Dennoch ist Vorsicht geboten, wenn Aromatasehemmer einnehmende Brustkrebsbetroffene eine vaginale Östrogeneinnahme oder menopausale Hormontherapie in Betracht ziehen.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: JNCI: Journal of the National Cancer Institute, djac112, https://doi.org/10.1093

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