Alectinib (Alecensa)

Alectinib (Handelsname Alecensa) ist ein orales Medikament, dass die Aktivität der anaplastischen Lymphomkinase hemmt, und bei der Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) eingesetzt wird.

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FDA gewährt beschleunigtes Zulassungsverfahren bei NSCLC

09.09.2015 Die US-Regulierungsbehörden werden das Roche/Genentech Arzneimittel Alectinib zur Behandlung von bestimmten Formen von Lungenkrebs in einem beschleunigten Zulassungsverfahren überprüfen.

Die FDA überprüft das Medikament auf den Einsatz bei Patienten mit ALK-positiven, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC), deren Krebs unter Pfizers Xalkori (Crizotinib) fortschritt oder die Intoleranz dagegen zeigte.

Chemische Strukturformelalectinib

Das Priority-Review basiert auf Ergebnissen aus zwei Phase-II-Studien, die zeigten, dass das Medikament Tumoren in dieser Patientengruppe schrumpfen ließ.

Die NP28761 Studie zeigte eine objektive Reaktionsrate von 47,8% bei den mit Alectinib behandelten Patienten und ein mittleres Ansprechen von 7,5 Monaten, während die NP28673 Studie eine ORR von 50% und ein mittleres Ansprechen von 11,2 Monaten zeigte.

Sandra Horning, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung bei Genentech sagte, neue Behandlungensoptionen seien dringend notwendig, „vor allem, weil die Krankheit sich oft ins Gehirn bei einer Progression ausbreitet“.

Alectinib wurde in den USA der Breakthrough-Status im Jahr 2013 verliehen.
© arznei-news.de – Quelle: Genentech, Sept. 2015

FDA-Zulassung bei ALK-positiven Lungenkrebs

11.12.2015 Die US Food and Drug Administration hat heute Alecensa (Wirkstoff ist Alectinib) für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem (metastasierendem) ALK-positiven nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) genehmigt, deren Krankheit sich nach der Behandlung mit dem Medikament Xalkori verschlechterte bzw. die gegen dieses Arzneimittel intolerant sind.

Wirksamkeit

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alecensa wurden in zwei einarmigen klinischen Studien mit Patienten mit metastasiertem ALK-positiven NSCLC überprüft, deren Krankheit nicht mehr durch eine Behandlung mit dem Wirkstoff Crizotinib kontrolliert werden konnte. Die Studienteilnehmer erhielten Alecensa zweimal täglich, um die Auswirkungen des Medikaments auf die Lungenkrebs-Tumoren zu messen.

In der ersten Studie wurde bei 38% der Teilnehmer eine partielle Schrumpfung der NSCLC-Tumoren festgestellt, wobei die Wirkung durchschnittlich 7,5 Monate anhielt. In der zweiten Studie erlebten 44% der Teilnehmer eine teilweise Schrumpfung ihrer NSCLC-Tumoren, die durchschnittlich 11,2 Monate anhielt.

Die Studien untersuchten auch Alectinibs Wirkung auf die Hirnmetastasen der Probanden, die in dieser Patientengruppe häufig auftreten. 61% der Teilnehmer in den beiden Studien mit messbaren Hirnmetastasen erfuhren eine vollständige oder teilweise Reduzierung ihrer Hirntumoren, was durchschnittlich 9,1 Monate anhielt.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Alecensa waren

  • Müdigkeit,
  • Verstopfung,
  • Übelkeit,
  • Schwellungen (Ödeme: (einschließlich peripheres Ödem, generalisiertes
    Ödem, Augenlidödem, periorbitales Ödem) und
  • Muskelschmerzen (Myalgie).

Das Medikament kann zu schweren Nebenwirkungen führen, einschließlich

  • Leberproblemen,
  • Kreatinphosphokinase (CPK) Erhöhung,
  • schwere oder lebensbedrohliche Entzündungen der Lunge,
  • sehr langsamen Herzschlägen und
  • schweren Muskelproblemen.

Die Behandlung mit Alectinib kann Sonnenbrand verursachen, wenn sich die Patienten dem Sonnenlicht aussetzen.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Dez. 2015

Phase III Studie gestoppt: Endpunkt PFS bei NSCLC erreicht

10.02.2016 Chugai Pharmaceutical Co., ein Unternehmen der Roche-Gruppe, berichten, dass die Phase III Studie J-ALEX – die ALK-positiven NSCLC zum Ziel hatte – frühzeitig gestoppt wurde, da sie ihren primären Endpunkt erreichte.

Die Studie zeigte, dass Patienten signifikant länger ohne Fortschreiten der Erkrankung im Vergleich zu Crizotinib lebten (progressionsfreies Überleben, PFS), wenn sie mit Alecensa behandelt wurden.

J-ALEX-Studie: im Vergleich mit Crizotinib

Die J-ALEX-Studie ist eine open-label, randomisierte Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Alectinib mit Crizotinib verglich. Sie startete mit 207 Patienten mit ALK-Fusion-Gen+ fortgeschrittenem oder rezidivierendem NSCLC, die sich entweder nicht oder einer Chemotherapie unterzogen hatten.

Die Probanden wurden auf die Alectinib-Gruppe oder die Crizotinib-Gruppe im Verhältnis 1:1 verteilt. Chugai führte eine prospektiv definierte Zwischenanalyse der J-ALEX Studie durch, und ließ die Resultate von der IDMC prüfen. Da die Ergebnisse zeigten, dass Alecensa signifikant das PFS in einem höheren Ausmaß verlängerte als erwartet, beschloss der Ausschuss, einen frühen Abbruch der Studie zu empfehlen.

Die Fragen zur Sicherheit des Medikaments werden zusammen mit denen zur Wirksamkeit bei einem zukünftigen Meeting vorgestellt.
© arznei-news.de – Quelle: Chugai Pharmaceutical Co., Feb. 2016

FDA: Breakthrough-Therapie-Status als Erstlinientherapie bei ALK-positiven NSCLC

04.10.2016 Genentech, zur Roche-Gruppe gehörend, hat bekanntgegeben, dass sie von der US Food and Drug Administration den Status Therapiedurchbruch für ihren anaplastischen Lymphomkinase (ALK) Inhibitor Alecensa (aktive Substanz ist Alectinib) zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) erhalten haben, die zuvor nicht mit einem ALK-Hemmer behandelt wurden.

Die Entscheidung der FDA für diesen 2. Breakthrough-Therapie-Status beruht auf der klinisch bedeutsamen Verbesserung von Wirksamkeit und Sicherheit, die das Medikament bei der Behandlung von Menschen mit fortgeschrittenem ALK-positiven Lungenkrebs gezeigt hat, die zuvor keinen ALK-Inhibitor erhielten, sagte das Unternehmen.
© arznei-news.de – Quelle: Genentech, Okt. 2016

ALK+ nicht kleinzelliges Lungenkarzinom: EU-Zulassungsempfehlung

16.12.2016 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Alecensa 150 mg Hartkapseln (aktive Substanz ist Alectinib) der Firma Roche Registration Limited für die Behandlung von Anaplastische Lymphom-Kinase (ALK) positiver fortgeschrittener nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC), der zuvor mit Crizotinib behandelt wurde.

Alecensa zeigte sich wirksam bei ALK-positiven NSCLC-Patienten, die zuvor mit Crizotinib behandelt wurden, wobei sie objektive Ansprechraten von 50,8% bzw. 52,2% in zwei Phase-II-Studien erreichten. Die mediane Dauer des Ansprechens in den Studien betrug 15,2 bzw. 14,9 Monate, und das mediane progressionsfreie Überleben betrug 8,9 und 8,2 Monate.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind hier aufgeführt.

ALK-positiver nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: EU-Zulassung

Roche hat nun bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission am 21.02.2017 eine bedingte Zulassung für Alecensa (Wirkstoff Alectinib) als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit anaplastischer Lymphomkinase (ALK) Kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) erteilt hat, die zuvor mit Crizotinib behandelt worden sind.

Die meisten Menschen mit ALK-positivem NSCLC entwickeln innerhalb eines Jahres eine Resistenz gegen den aktuellen Standard der Therapie und etwa 60% entwickeln Metastasen im zentralen Nervensystem (ZNS), schreibt Roche.

Die bedingte Zulassung beruht in erster Linie auf Daten aus den Phase II Studien NP28673 und NP28761, die zeigten, dass Alecensa Tumoren bei bis zu 52,2% (95% CI: 39,7%, 64,6%) der Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positiven NSCLC schrumpfen ließ, deren Krankheit nach der Behandlung mit Crizotinib fortgeschritten war (Gesamtansprechrate).

Die Studien zeigten auch, dass das Medikament die Zeit, in der die Erkrankten ohne Verschlechterung oder Tod lebten (progressionsfreies Überleben), um bis zu 8,9 Monate verlängerte (95 % CI: 5,6, 12,8).

Darüber hinaus zeigte eine gepoolte Analyse der beiden Studien, dass Alectinib ZNS-Tumoren bei 64% der Patienten (95% CI: 49,2%, 77,1%) meßbar schrumpfen ließ und bei 22% (N = -29) ein vollständiges Ansprechen ihrer messbaren und nicht-messbaren ZNS-Tumoren erreichte, schreibt Roche.
© arznei-news.de – Quelle: Roche, Feb. 2017

ALK+ NSCLC ALUR-Studie: Primärer Endpunkt erreicht

09.04.2017 Roche hat bekanntgegeben, dass die Phase-III-ALUR-Studie ihren primären Endpunkt erreicht hat und demonstrierte, dass Alecensa mit der aktiven Substanz Alectinib das progressionsfreie Überleben (PFS) bei Menschen mit anaplastischer Lymphomkinase (ALK)-positivem fortgeschrittenen (metastasierten) nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC), der nach der Behandlung mit einer früheren Behandlungslinie mit Platin-basierter Chemotherapie und Crizotinib fortgeschritten war, im Vergleich zu Chemotherapie verbesserte.
© arznei-news.de – Quelle: Roche, April 2017

Lungenkarzinom: Geringeres Risiko für Streuung ins Gehirn; Vergleich mit Crizotinib

06.06.2017 Roche hat Daten aus der Phase-III-Studie ALEX zu Alecensa veröffentlicht, wonach das Medikament signifikant das Risiko einer Verschlechterung der Erkrankung bzw. der Sterblichkeit (progressionsfreies Überleben, PFS) um mehr als die Hälfte (53%) im Vergleich zu Crizotinib verringerte, wenn es als initiale (First-Line) Behandlung bei Menschen mit anaplastischer Lymphomkinase (ALK)-positiv fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) verabreicht wurde (Hazard Ratio = 0,47, 95% CI: 0,34- 0,65, p <0,0001).

Medianes PFS

Das mediane PFS (von den Forschern ermittelt) – der primäre Endpunkt der Studie – war noch nicht bei Personen, die den Wirkstoff Alectinib erhielten (95% CI: 17,7 – nicht erreicht), gegenüber 11,1 Monaten (95% CI: 9,1 – 13,1 Monate) unter Crizotinib erreicht worden.

Das mediane PFS (von einem unabhängigen Prüfungsausschuss (IRC) ermittelt) – einem sekundären Endpunkt – betrug 25,7 Monate (95% CI: 19,9 – nicht erreicht) unter Alecensa gegenüber 10,4 Monaten (95 % CI: 7,7 – 14,6 Monate) unter Crizotinib (HR = 0,50, 95% CI 0,36-0,70; p <0,0001).

Das Sicherheitsprofil von Alectinib stand im Einklang mit dem von früheren Studien, schreibt das Unternehmen.

Streuung ins ZNS

Die globale, randomisierte Phase-III-Studie ALEX mit 303 Menschen an 161 Standorten in 31 Ländern zeigte auch, dass Alecensa das Risiko für eine Krankheitsprogression im zentralen Nervensystem (ZNS) um 84% verringerte (HR = 0,16, 95% CI: 0,10-0,28; p <0,0001). Das kumulierte 12-Monatsrisiko einer ZNS-Progression für Personen mit oder ohne bestehende ZNS-Metastasen betrug zu Beginn 9,4% (95% CI: 5,4-14,7%) unter Roches neuem Medikament und 41,4% (95% CI: 33,2-49,4%) unter Crizotinib.
© arznei-news.de – Quelle: Roche, Juni 2017

EU-Zulassung: Erstlinientherapie bei ALK-positivem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs

21.12.2017 Roches Alecesna ist in Europa für die Erstlinienbehandlung von ALK-positivem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen worden und bietet eine neue Option für Patienten, bei denen die Krankheit neu diagnostiziert wurde.

Die Zulassung basiert auf Daten aus der Phase-III-Studie ALEX, die gezeigt haben, dass das Medikament das Risiko einer Verschlechterung der Krankheit oder des Todes um 53 Prozent im Vergleich zu Crizotinib signifikant senkte.

Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 25,7 Monate für Patienten, die Alecensa (mit dem Wirkstoff Alectinib) erhielten, verglichen mit 10,4 Monaten bei Patienten, die Crizotinib erhielten.

Die Ergebnisse zeigten auch, dass Alectinib das Risiko einer Streuung der Tumoren ins Gehirn oder Zentralnervensystem im Vergleich zu Crizotinib um 84 Prozent reduzierte.

Rund 60 Prozent der Patienten entwickeln Metastasen im zentralen Nervensystem.

Die Europäische Kommission hat auch die bestehende bedingte Zulassung des Medikaments in eine normale Zulassung umgewandelt, wenn die vorherige Behandlung mit Crizotinib fehlgeschlagen ist.
© arznei-news.de – Quelle: Roche, Dez. 2017

ALK+ fortgeschrittener oder metastasierender nicht-kleinzelliger Lungenkrebs bei asiatischen Patienten: Progressionsfreies Überleben

28.10.2018 Roche hat Ergebnisse der Phase-III-Studie ALESIA bekanntgegeben, wonach Alecensa (Alectinib) seinen primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens (PFS) erreicht hat.

Das Medikament reduzierte das Risiko für eine Krankheitsverschlechterung oder den Tod im Vergleich zu Crizotinib um 78%, wenn es als Erstbehandlung (First-Line) bei asiatischen Patienten mit anaplastischer Lymphomkinase (ALK) positivem fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) eingesetzt wurde (Hazard Ratio [HR]=0.22, 95% CI: 0,13-0,38).

Das von den Prüfärzten berichtete mediane PFS wurde bei mit Alectinib behandelten Patienten nicht erreicht (95% CI: 20,3 Monate – nicht erreicht) – gegenüber 11,1 Monaten (95% CI: 9,1-13,0 Monate) bei mit Crizotinib behandelten Patienten.

Das Sicherheitsprofil von Alecensa entsprach dem in früheren Studien.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Roche

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