Antidepressiva in Schwangerschaft: Kein Einfluss auf Neuroentwicklung des Kindes

Studie untersuchte Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antidepressiva während der Schwangerschaft und dem Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern

Antidepressiva in Schwangerschaft: Kein Einfluss auf Neuroentwicklung des Kindes

05.10.2022 Die Einnahme von Antidepressiva in der Schwangerschaft ist nicht mit einem erhöhten Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern verbunden laut einer in JAMA Internal Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Elizabeth A. Suarez vom Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Boston und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antidepressiva in der Schwangerschaft und den neurologischen Entwicklungsergebnissen bei Kindern anhand von Daten aus Kohorten von öffentlich und privat versicherten Schwangeren und ihren Kindern.

Insgesamt wurden 1,93 Millionen Schwangerschaften im Medicaid Analytic eXtract und 1,25 Millionen Schwangerschaften in der IBM MarketScan Research Database erfasst. Die Kinder wurden von der Geburt an bis zu 14 Jahre lang beobachtet. Es wurden Daten für 145.702 Antidepressiva-exponierte und 3.032.745 nicht-exponierte Schwangerschaften berücksichtigt.

Die Forscher stellten fest, dass die groben Ergebnisse auf eine Verdoppelung des Risikos für neurologische Entwicklungsstörungen in Verbindung mit der Exposition gegenüber Antidepressiva hindeuten; in vollständig auf Störfaktoren bereinigte Analysen wurde jedoch kein Zusammenhang festgestellt.

Beim Vergleich von Antidepressiva-exponierten mit nicht-exponierten Geschwistern betrugen die Hazard Ratios (95 Prozent Konfidenzintervalle)

  • 0,97 (0,88 bis 1,06) für jegliche neurologische Entwicklungsstörung,
  • 0,86 (0,60 bis 1,23) für Autismus-Spektrum-Störung,
  • 0,94 (0,81 bis 1,08) für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung,
  • 0,77 (0,42 bis 1,39) für spezifische Lernstörungen,
  • 1,01 (0,88 bis 1,16) für Sprachentwicklungsstörungen,
  • 0,79 (0,54 bis 1,17) für Entwicklungskoordinationsstörung,
  • 1,00 (0,45 bis 2,22) für geistige Behinderung und
  • 0,95 (0,80 bis 1. 12) für Verhaltensstörungen.

„Die Exposition gegenüber Antidepressiva während der Schwangerschaft könnte ein wichtiger Marker für ein frühzeitiges Screening und eine frühzeitige Intervention bei Kindern sein, mit dem Ziel, die Ergebnisse bei Neuroentwicklungsstörungen zu verbessern“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Intern Med. Published online October 3, 2022. doi:10.1001/jamainternmed.2022.4268

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