Benzodiazepine bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen / Herzinsuffizienz

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesen Medikamenten

Benzodiazepine können die Sterblichkeit bei kongestiver Herzinsuffizienz und anderen kardiovaskulären Erkrankungen verringern

24.01.2019 Eine in der aktuellen Ausgabe von Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlichte Studie zeigt, dass die Behandlung von Angstzuständen mit Benzodiazepinen das Überleben bei z.B. kongestiver Herzinsuffizienz (verminderte Pumpfähigkeit des Herzens) verbessern kann.

Depressionen und Angstzustände

Depressionen (in verschiedenen Formen) sind in der Regel der Schwerpunkt der Forschung und Behandlung von psychiatrischen Komorbiditäten bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Angststörungen werden meist zusammen mit Depressionen als Risikofaktoren und Behandlungsschwerpunkte angegangen. So war die Behandlung mit neueren Antidepressiva mit geringerer kardialer Toxizität und angepriesener Wirksamkeit sowohl bei Depressionen als auch bei Angstzuständen der bevorzugte Ansatz für depressive und Angststörungen bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen.

Die Ergebnisse der beiden überprüften Studien in dieser Ausgabe deuten jedoch darauf hin, dass

  1. eine (von Depressionen) unabhängige Verbindung zwischen Angst und Herzkreislauf-Erkrankungen besteht und
  2. dass es positive Auswirkungen von anderen Medikamenten als neueren Antidepressiva bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen gibt.

Kurze und flexible Anwendung

Benzodiazepine sind vielseitige Wirkstoffe, die bei verschiedenen Indikationen eingesetzt werden können. Im Gegensatz zu Antidepressiva ist ihre Anwendung als kurzfristiges und intermittierende Behandlung konzipiert und frei von den Nebenwirkungen vieler Antidepressiva.

Mehrere Behandlungsstudien zeigen den Nutzen von Benzodiazepinen bei der Linderung der Symptomatik und die Verbesserung des Wohlbefindens von Patienten mit kardiovaskulären Krankheiten wie instabiler Myokardischämie und Hypertonie.

Weniger Risiken

Darüber hinaus deuten epidemiologische Studien darauf hin, dass die mit der Verwendung von Benzodiazepinen bei CVD-Patienten verbundenen Risiken geringer sind als die bei der Verwendung von Antidepressiva.

Es gibt Hinweise darauf, dass Benzodiazepine je nach spezifischer klinischer Situation bei der Behandlung von Angststörungen, möglicherweise als Erstlinienbehandlung, bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden sollten.

Hilfreich bei myokardialer Ischämie, Angina, Hypertonie und kongestiver Herzinsuffizienz

Niedrige bis moderate Dosen von zusätzlichen Benzodiazepinen scheinen bei stiller myokardialer Ischämie, Angina, essentieller Hypertonie und kongestiver Herzinsuffizienz hilfreich zu sein, insbesondere bei Patienten mit komorbider Angst.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Psychotherapy and Psychosomatics (2018). DOI: 10.1159/000493015

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