Cannabinoide gegen Krebsschmerzen

Cannabinoide gegen krebsbedingte Schmerzen bei Erwachsenen: systematischer Überblick und Metaanalyse

21.01.2020 Eine in BMJ Supportive & Palliative Care veröffentlichte Studie legt nahe, dass Cannabinoide (die aktiven Substanzen in medizinischem Cannabis) nach den derzeitigen Erkenntnissen keine Rolle bei Krebsschmerzen spielen.

Die Forscher um Elaine G Boland vom Hull University Teaching Hospitals NHS Trust, Cottingham, UK, wollten herausfinden, ob Cannabinoide – die aktiven Verbindungen (THC oder CBD), THC-Extrakt, medizinisches Cannabis und zugelassene Medikamente, die Cannabis enthalten – effektiv Krebsschmerzen lindern könnten.

Sie suchten nach Daten aus klinischen Studien, in denen die Verwendung von Cannabinoiden mit Scheinmedikamenten (Placebo) verglichen wurde, oder wenn sie zusätzlich zu Opioiden zur Linderung von Krebsschmerzen bei Erwachsenen eingesetzt wurden.

Die Wissenschaftler fassten die Daten aus fünf relevanten Studien zusammen, an denen 1.442 Personen teilgenommen hatten. Die daraus resultierende Analyse zeigte, dass sich die Veränderungen der durchschnittlichen Schmerzintensitätswerte zwischen Patienten, die Cannabinoide einnahmen, und denjenigen, die ein Placebo erhielten, nicht unterschieden.

Darüber hinaus waren Cannabinoide mit einem signifikant höheren Risiko für Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Schwindel verbunden.

Die Forscher räumen ein, dass ein Schmerz-Score möglicherweise nicht das beste Maß ist, um die Komplexität lang anhaltender Schmerzen angemessen zu erfassen.

Dennoch kommen sie zu dem Schluss, dass ein Medikament nur dann nützlich ist, wenn dessen Nutzen die Nachteile überwiegen.

Diese systematische Übersicht liefert gute Belege dafür, dass Cannabinoide keine Rolle bei krebsbedingten Schmerzen spielen; sie können daher nicht empfohlen werden, schließen sie.
© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ Supportive & Palliative Care (2020). DOI: 10.1136/bmjspcare-2019-002032.





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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