Cannabis gegen Epilepsie bei Kindern wirksam

Cannabis als Ganzpflanze wirksam und verträglich bei behandlungsresistenter pädiatrischer Epilepsie

17.12.2021 Medizinisches Cannabis als Ganzpflanze scheint bei Kindern mit schwer behandelbarer Epilepsie wirksam und gut verträglich zu sein, so das Ergebnis einer im BMJ Paediatrics Open veröffentlichten Studie.

Rayyan Zafar von DrugScience in London und Kollegen führten eine retrospektive Studie durch, bei der klinische Daten von Betreuern und Ärzten verwendet wurden, um die Durchführbarkeit des Einsatzes von Cannabisarzneimitteln aus ganzen Pflanzen zur Behandlung von Krampfanfällen bei Kindern zu untersuchen.

Es wurden zehn Kinder und Jugendliche mit hartnäckigen Epilepsien im Alter von 18 Jahren oder jünger rekrutiert. Die Medikamente wurden von Ärzten des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) und von Privatärzten verschrieben; die Patienten wurden mit einer Reihe von medizinischen Cannabis-Ganzpflanzenölen behandelt, wobei die Dosierung von den Ärzten festgelegt wurde. Von Januar bis Mai 2021 wurden Nachkontrollanrufe durchgeführt, um die aufgezeichneten Daten auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Forscher beobachteten bei allen 10 Teilnehmern eine 86-prozentige Verringerung der Anfallshäufigkeit, ohne dass es zu nennenswerten unerwünschten Ereignissen kam. Nach der Behandlung mit medizinischem Cannabis verringerte sich die Verwendung von Antiepileptika von durchschnittlich sieben auf eines. Die Beschaffung dieser Medikamente über Privatrezepte verursachte erhebliche finanzielle Kosten in Höhe von 874 £ pro Monat.

Die Forscher nehmen an, dass ihre Daten zu medizinischem Cannabis als Ganzpflanze bei schwerer behandlungsresistenter Epilepsie im Kindesalter Belege dafür liefern, dass dessen Einführung in den NHS im Rahmen der aktuellen Verschreibungsrichtlinien des National Institute for Clinical and Healthcare Excellence unterstützt werden kann, schreiben die Autoren. Ein solcher Schritt wäre von großem Nutzen für die Familien, die neben der psychischen Belastung durch die Betreuung ihrer chronisch kranken Kinder auch die hohe finanzielle Belastung durch die Medikamente tragen müssen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ Paediatrics Open doi:10.1136/bmjpo-2021-001234

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