Panitumumab (Vectibix)

Panitumumab (INN), früher ABX-EGF ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (auch als EGF-Rezeptor, EGFR, erbB-1 und HER1 beim Menschen bekannt) bindet.

Das Medikament kommt bei der Behandlung von metastasierten, EGFR-exprimierenden kolorektalen Karzinomen zum Einsatz. Panitumumab wird von Amgen hergestellt und als Vectibix vermarktet. Es wurde ursprünglich von Abgenix Inc. entwickelt.

EU-Erweiterungsempfehlung von Vectibix bei Darmkrebs

28.02.2015 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt eine Zulassungserweiterung für das Medikament Vectibix der Firma Amgen Europe B.V. mit der aktiven Substanz Panitumumab.

Der CHMP empfiehlt folgende Erweiterung:
„Vectibix ist für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Wildtyp-RAS metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC) indiziert:

  • First-line in Kombination mit FOLFOX oder FOLFIRI.
  • Second-line in Kombination mit FOLFIRI für Patienten, die Fluoropyrimidin-basierte Chemotherapie (ohne Irinotecan) First-Line erhalten haben.
  • Als Monotherapie nach Versagen von Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin und Irinotecan-haltiger Chemotherapie.

© arznei-news.de – Quelle: EMA, Feb. 2015

Amgens Vectibix erhöht Überlebensrate bei Patienten mit Darmkrebs

20.06.2015 Amgens Vectibix hat das primäre Ziel einer Phase III-Studie erreicht, wonach das Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom, die nicht auf eine Chemotherapie ansprachen, im Vergleich zur besten unterstützenden Pflege erhöht wurde.

Die statistisch signifikante Verbesserung beim Überleben wurde bei Patienten mit KRAS-Wildtyp (Exon 2) Formen der Krankheit beobachtet, aber das OS verlängerte sich ebenfalls bei Patienten mit Wildtyp-RAS bei Einnahme des Medikaments – ein wichtiges sekundäres Ziel der Studie.

Nebenwirkungen

Ein weiterer Pluspunkt: Es konnten keine neuen Sicherheitssignale für Vectibix (Wirkstoff ist Panitumumab) während der Studie beobachtet werden, sagte das Unternehmen. Das Medikament trägt einen Warnhinweis für dermatologische Toxizität, von der rund 90% der Patienten betroffen sind, während andere bekannte Nebenwirkungen Elektrolytstörungen, Durchfall und Dehydration, interstitielle Lungenerkrankung und Lungenembolie sind.

Die vollständigen Daten aus der Studie werden auf einer medizinischen Konferenz noch in diesem Jahr vorgestellt werden, aber der Chef der Amgen Forschung und Entwicklungsabteilung Sean Harper sagte, die positiven Überlebensdaten „verstärken die Bedeutung der KRAS und RAS-Biomarker bei den Behandlungsentscheidungen bei metastasierendem Dickdarmkrebs“ .

Panitumumab ist der erste von der US Food and Drug Administration zur Behandlung von mCRC zugelassene vollständig humane Anti-EGFR-Antikörper.

Das Medikament wurde zuerst auf dem US-Markt im Jahr 2006 als Monotherapie für EGFR-exprimierende mCRC nach einer Progression der Krankheit nach vorangegangener Chemotherapie zugelassen und wurde anschließend im Jahr 2014 für die Kombinationsbehandlung mit FOLFOX als First-Line-Behandlung bei Patienten mit KRAS-Wildtyp (Exon 2) Krankheit freigegeben.
Quelle: Amgen, Juni 2015

Medikament erreicht Phase 3 Endpunkt in Kolorektalkarzinom-Studie

25.01.2016 Amgen berichtet, eine Phase-3-Studie mit Vectibix + best supportive care (BSC) versus BSC allein hat ihren primären Endpunkt erreicht.

Gesamtüberleben

Es konnte eine statistisch signifikante Verbesserung beim Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit chemorefraktärem KRAS-Wildtyp (Exon 2), metastasierendem Dickdarmkrebs nachgewiesen werden.

Insgesamt 377 Patienten wurden in die Studie aufgenommen und erhielten randomisiert 1:1 entweder 6 mg / kg Panitumumab alle 14 Tage und BSC oder BSC allein.

Die Studie zeigte, dass mit Vectibix+BSC behandelte Patienten mit KRAS-Wildtyp (Exon 2) mCRC ein medianes OS von 10 Monaten erreichten im Vergleich zu 7,4 Monaten bei Patienten, die allein mit BSC behandelt wurden.

Die sekundären Endpunkte der Studie waren das progressionsfreie Überleben (PFS) bei Patienten mit Wildtyp-KRAS mCRC sowie OS und PFS bei Patienten mit Wildtyp-RAS mCRC, objektive Ansprechrate und Sicherheit sowohl bei Wildtyp-Exon 2 und Wildtyp-RAS-Gruppen.

Die Daten zeigten, dass mit Vectibix+BSC behandelte Patienten mit Wildtyp-RAS (Abwesenheit von Mutationen in den Exonen 2, 3 und 4 von KRAS und NRB) mCRC ein medianes OS von 10 Monaten erreichten im Vergleich zu 6,9 Monate mit BSC allein.

Patienten mit mutierten RAS mCRC profitieren nicht von der Panitumumab-Behandlung.

Progressionsfreies Überleben

Die Kombinationsbehandlung führte bei Patienten mit KRAS-Wildtyp zu einem medianen PFS von 3,6 Monaten versus 1,7 Monaten bei BSC allein. Bei Patienten mit KRAS-Wildtyp führte die Kombination zu einem medianen PFS von 5,2 Monaten versus 1,7 Monate bei BSC allein.

Gesamtansprechrate (ORR)

Für Patienten mit KRAS-Wildtyp betrug die Gesamtansprechrate 27,0% bei der Panitumumab-Kombination gegenüber 1,6% bei BSC allein. Für Patienten mit Wildtyp-RAS betrug die Gesamtansprechrate der Kombination 31,0% versus 2,3% für BSC allein.

Sicherheit

Das Sicherheitsprofil war vergleichbar mit dem vorheriger Studien, in denen es als Monotherapie verabreicht wurde. Wobei die häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse Haut-, Nagel-, Magen-Darm- und Elektrolytstörungen waren.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Jan. 2016

Kolorektalkarzinom: Zusatznutzen gegenüber Chemotherapie

10.10.2016 Amgen hat Ergebnisse neuer retrospektiver Analysen von Schlüsselstudien veröffentlicht, in denen Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) mit Vectibix (Panitumumab) behandelt wurden.

Gesamtüberleben

Die retrospektive Analyse der PEAK-Studie mit mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp Primärtumoren linksseitiger Herkunft zeigen, dass die mit Vectibix und FOLFOX6 als Erstlinientherapie behandelten Patienten ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 43,4 Monaten erreichten, was einer Steigerung von 11,4 Monate im Vergleich zu FOLFOX6 plus Bevacizumab entspricht.

Zusätzlich zeigte die retrospektive Analyse der PRIME-Studie für diese Patientenpopulation, dass Vectibix plus FOLFOX4 das OS um 6,7 Monate erhöhte im Vergleich zu FOLFOX4 allein.

Progressionsfreies Überleben

Die beiden retrospektiven Analysen zeigen auch, dass mCRC-Patienten mit RAS-Wildtyp-Tumoren linksseitiger Herkunft unter Panitumumab plus FOLFOX-Chemotherapie ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 14,6 Monaten erreichten, eine Steigerung von 3,1 Monaten im Vergleich zu FOLFOX plus Bevacizumab, und von 12,9 Monaten – eine Steigerung von 3,7 Monaten im Vergleich zu FOLFOX-Chemotherapie allein.

Die retrospektiven Analysen zeigten, dass etwa 80 Prozent der Tumoren in der linken Seite des Kolons entstehen. Tumoren mit rechtsseitiger Herkunft im Kolon sind derzeit mit einer schlechteren Prognose als Tumoren in der linken Seite des Kolon verbunden.

Bei Patienten mit RAS mCRC Wildtyp mit Tumoren aus der rechten Seite zeigte eine Untergruppe der Patienten auf Vectibix plus Chemotherapie eine numerisch höhere Responserate gegenüber Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab. Es können jedoch keine endgültigen Schlussfolgerungen in Bezug auf die Fähigkeit gemacht werden, Behandlungsschemata für Patienten mit rechtsseitigen Tumoren zu differenzieren, schreibt das Unternehmen.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Okt. 2016

HER3 mit verbesserten Überlebenschancen verknüpft

27.10.2017 Höhere HER3-Expression ist mit einer verbesserten Überlebensrate durch die Zugabe von Panitumumab für Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs RAS-Wildtyp assoziiert laut einer in JAMA Oncology veröffentlichten Studie.

Dr. Jenny F. Seligmann von der Universität Leeds und Kollegen begutachteten HER3 als prognostischen Marker und dann als prädiktiven Biomarker bei Patienten mit RAS-Wildtyp. Die ausgewerteten Daten stammen aus einer randomisierten klinischen Studie, in der die Zugabe von Panitumumumab zur Irinotecan-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs KRAS-Wildtyp getestet wurde, die bei einer früheren Fluoropyrimidin-Behandlung nicht angesprochen hatten.

Die Forscher fanden heraus, dass höhere HER3 schwach prognostisch für das Gesamtüberleben (OS) bei 308 Patienten, aber nicht für das progressionsfreie Überleben (PFS) war. Höheres HER3 war prädiktiv; für Patienten mit RAS-Wildtyp gab es eine Verbindung mit einem verlängerten PFS unter Irinotecan plus Panitumumab, aber nicht unter Irinotecan, mit einer signifikanten Interaktion zwischen Biomarker und Behandlung (P = 0,001). Die Wechselwirkung beim Gesamtüberleben war ähnlich (P = 0,004).
© arznei-news.de – Quelle: JAMA Oncology – doi:10.1001/jamaoncol.2017.3168, Okt. 2017



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