Psilocybin gegen Schmerzen

Psilocybin lindert mentalen Schmerz bei sozialer Ausgrenzung

18.04.2016 Eine in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie der Universität Zürich konnte demonstrieren, dass Psilocybin den psychischen Schmerz – ausgelöst durch soziale Ablehnung – abmildern kann.

Mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanz-Tomographie und Magnetresonanz-Spektroskopie untersuchten die Forscher die neuronale Reaktion auf soziale Ausgrenzung nach der akuten Verabreichung von Psilocybin (0,215 mg / kg) oder Placebo bei 21 gesunden Probanden.

Sie konnten feststellen, dass die Teilnehmer die soziale Ablehnung und den dadurch empfundenen sozialen Schmerz als geringer einstuften, wenn sie den Wirkstoff aus den sogenannten ‚Magic Mushrooms‘ eingenommen hatten – verglichen mit Placebo.

Prozesse im Gehirn

Die neuronale Reaktion auf soziale Ausgrenzung wurde im dorsalen anterioren cingulären Cortex (DACC) und dem mittleren frontalen Gyrus – Schlüsselregionen für die soziale Schmerzverarbeitung – verringert.

Die reduzierte neurale Reaktion im DACC stand deutlich mit den durch Psilocybin (Psi) ausgelösten Veränderungen der Selbstverarbeitung und dem verringerten Aspartat-Gehalt in Verbindung.

Die 5-HT2A / 1A-Rezeptor-Stimulation durch Psi scheint die soziale Schmerzverarbeitung in Verbindung mit Veränderungen in der Selbsterfahrung zu reduzieren.

Neue Therapieoptionen bei psychischen Erkrankungen

„Eine erhöhte Aktivität in Hirnbereichen wie dem dorsalen anterioren Cingulum geht mit einem stärkeren Empfinden von sozialem Schmerz einher. Dies wurde bereits bei diversen psychischen Krankheiten nachgewiesen. Psi scheint nun genau in diesen Bereichen des Gehirns zu wirken“, sagt Studienautorin Katrin Preller.

Die Befunde können helfen, effektivere Medikamente für psychische Störungen wie Depression und Borderline-Persönlichkeitsstörung zu entwickeln, bei denen die Betroffenen in verstärktem Ausmaß auf soziale Ablehnung reagieren.

Koautor Franz Vollenweider führt weiter aus, dass die Verringerung der psychischen Schmerzen und Ängstlichkeit – z.B. auch eben möglicherweise durch Psilocybin – die Behandlung „prägender negativer sozialer Erlebnisse“ erleichtern kann. Mit den aktuell verfügbaren Psychopharmaka können – laut den Wissenschaftlern – soziale Defizite bei den Erkrankten meist nicht effektiv therapiert werden.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Universität Zürich, Proceedings of the National Academy of Sciences; April 2016





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren