Psilocybin als Medikament

Klinische Phase-1-Studie mit Psilocybin zeigt keine Nebenwirkungen

16.12.2019 Ein Team von Forschern des King’s College London und des Psychiatrieunternehmens Compass Pathways hat die Ergebnisse einer klinischen Phase-1-Studie für das Medikament Psilocybin auf der Jahrestagung des American College of Neuropsychopharmacology veröffentlicht.

Psilocybin ist der Wirkstoff in den sogenannten ‘Zauberpilzen’ oder ‘Mushrooms’ – es ist eine psychedelische Droge, d.h. der Konsum verursacht halluzinogene Symptome. In den letzten Jahren haben Psychologen und Psychiater die Möglichkeit untersucht, den Wirkstoff zur Behandlung von chronischen Depressionen einzusetzen.

In den meisten Fällen wäre die Verschreibung von Psilocybin eine Behandlung der letzten Wahl für Patienten, die auf keine andere Art von Behandlung angesprochen haben.

Die Phase-1-Studie sollte nur die Sicherheit des Medikaments testen – es wurde nicht untersucht, ob Psilocybin die Symptome von Depressionen reduziert. Keiner der Freiwilligen litt unter Depressionen.

In der doppelblinden Studie erhielten 89 gesunde Probanden eine Dosis von 10 oder 25 mg des Medikaments (oder eines Placebos) und bekamen anschließend Therapiesitzungen. Jeder der Freiwilligen wurde bis zu 12 Wochen lang auf Nebenwirkungen untersucht. Die Therapiesitzungen wurden mit einer unterschiedlichen Anzahl von Teilnehmern durchgeführt, von einer bis zu sechs Personen.

Die Forscher wollten wissen, ob die Behandlung von Patienten in Gruppen im Vergleich zu Einzelpersonen einen Einfluss auf das Ergebnis haben könnte.

Die Wissenschaftler berichten, dass es bei keinem der Probanden zu schwerwiegenden Nebenwirkungen gekommen sei. Geringfügige Nebenwirkungen waren psychedelischer Natur. Sie fanden auch heraus, dass bei keinem der Teilnehmer Störungen der kognitiven Funktionen oder es emotionale Nebenwirkungen auftraten.

Ihre Ergebnisse scheinen damit die Machbarkeit der Verwendung von Psilocybin als Medikament zur Behandlung chronischer Depressionen in Verbindung mit Therapiesitzungen zu zeigen.

Vertreter des King’s College stellten fest, dass es sich um die bisher größte Studie über Psilocybin handelte, und beschrieben die Ergebnisse als vielversprechend.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Compass Pathways / PR Newswire



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