Psilocybin gegen Depression

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  • 05.11.2020 Psilocybin erweist sich bei der Behandlung schwerer depressiver Störungen als vielversprechend … zum Artikel

FDA gewährt dem Psilocybin-Programm des Usona-Instituts Breakthrough Therapy Status für die Behandlung von klinischen Depressionen

25.11.2019 Das Usona Institute hat von der US Food and Drug Administration (FDA) Breakthrough Therapy Designation für Psilocybin zur Behandlung von klinischen Depressionen erhalten.

Breakthrough Therapie Status

Der Breakthrough Therapie Status unterstreicht das organisatorische Engagement der FDA für die Förderung eines effizienten Entwicklungsprogramms für Psilocybin bei schweren depressiven Störungen.

Der neue Status folgt auf den jüngsten Start der klinischen Phase-2-Studie PSIL201 von Usona, an der rund 80 Teilnehmer an sieben Studienzentren in den USA teilnehmen werden. Für zwei der sieben Studienstandorte werden derzeit Patienten gesucht, während die anderen voraussichtlich im ersten Quartal 2020 aktiv werden.

Die Ergebnisse früherer Studien zeigen deutlich das bemerkenswerte Potenzial von Psilocybin als Therapie bei Patienten mit Depression, das Usona nun in eigenen klinischen Studien bestätigen will.

Was wirklich bahnbrechend ist, ist die konsequente Anerkennung der FDA, dass klinische Depressionen generell, nicht nur die viel kleinere Population mit behandlungsresistenten Depressionen einen ungedeckten medizinischen Bedarf darstellen, und dass die verfügbaren Daten darauf hindeuten, dass Psilocybin eine wesentliche klinische Verbesserung gegenüber bestehenden Therapien bieten kann, sagt Charles Raison, Director of Clinical and Translational Research bei Usona.

Angesichts der Komplexität von Psilocybin und der Tatsache, dass Usona neue Wege beschreitet, werden diese Wechselwirkungen sicherstellen, dass Usona und die FDA sich darauf einstellen, das Entwicklungsprogramm mit akzeptablen Best Practices anzugehen, schreibt er.

Psilocybin bietet potenziell ein neuartiges Paradigma, bei dem eine schnell wirkende Substanz tiefgreifende Veränderungen im Bewusstsein bewirkt und eine langfristige Remission depressiver Symptome ermöglichen könnte, schließt der Forschungsleiter.

Usona Institute

Das Usona Institute ist eine gemeinnützige medizinische Forschungseinrichtung, die präklinische und klinische Forschung durchführt und unterstützt, um das Verständnis der therapeutischen Wirkungen von Psilocybin und anderen bewusstseinserweiternden Medikamenten zu fördern.

Der Schwerpunkt liegt auf der Linderung von Depressionen und Ängsten bei Menschen, bei denen die derzeitigen medizinischen Behandlungen nicht ausreichen, um Erleichterung und eine bessere Lebensqualität zu bieten..
© arznei-news.de – Quellenangabe: BUSINESS WIRE, Usona Institute

Psilocybin erweist sich bei der Behandlung schwerer depressiver Störungen als vielversprechend

05.11.2020 Psilocybin kann – im Rahmen einer unterstützenden Psychotherapie – bei der Behandlung von klinischer Depression wirksam sein laut einer in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Dr. Alan K. Davis von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore und Kollegen untersuchten die Wirkung der Psilocybin-Therapie bei Patienten mit schweren Depressionen. Teilnahmeberechtigt waren Erwachsene im Alter von 21 bis 75 Jahren mit der Diagnose klinischer Depression.

27 Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Gruppe zugeteilt, die unmittelbar zwei Psilocybin-Sitzungen erhielt, oder einer Gruppe mit verzögerter Behandlungsbedingung (acht Wochen Verzögerung; 15 bzw. 12 Teilnehmer).

Die Forscher fanden heraus, dass die mittleren Werte beim GRID-Hamilton-Depressions-Rating nach der 1. und 4. Woche in der Gruppe mit unmittelbarer Behandlung statistisch signifikant niedriger waren als die Werte zu den vergleichbaren Zeitpunkten der Wochen 5 und 8 in der Gruppe mit verzögerter Behandlung (8,0 bzw. 8,5 gegenüber 23,8 bzw. 23,5).

In den Wochen 5 und 8 waren die Effektstärken groß. Vom Ausgangspunkt bis zum Tag 1 nach der ersten Sitzung dokumentierte das Quick Inventory of Depressive Symptomatology-Self Rated eine rasche Abnahme des mittleren Depressionsscores (16,7 gegenüber 6,3), der bis zur vierten Woche der Nachbeobachtung statistisch signifikant verringert blieb (6,0).

Diese Daten erweitern die Ergebnisse früherer Studien, an denen Patienten mit Krebs und Depressionen sowie Patienten mit behandlungsresistenten Depressionen teilgenommen haben, wobei sie nahelegen, dass Psilocybin in der viel grösseren Population der Patienten mit klinischer Depression wirksam sein kann, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry – 2020. doi:10.1001/jamapsychiatry.2020.3285.



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