Sorafenib

Krebsmedikamente

Sorafenib ist ein oral verabreichtes Arzneimittel der Firma Bayer AG mit dem Handelsnamen Nexavar. Es wird bei Nieren- und Leberkrebs eingesetzt und ist derzeit (03.06.2013) in der Erprobung für den Einsatz bei Schilddrüsenkrebs.

Sorafenib verlängert Überleben bei Schilddrüsenkrebs

04.06.2013 Für Patienten mit Schilddrüsenkrebs, die nicht auf die radioaktive Jod Standardbehandlung (RAI) reagieren, verlängert die Behandlung mit Sorafenib (Handelsname Nexavar) bedeutend das Überleben, verglichen mit einer Placebo-Behandlung.

Das Medikament ist ein oral verabreichtes Arzneimittel und ein Proteinkinaseinhibitor aus der Gruppe der Multi-Kinase-Inhibitoren.

Sorafenib versus Placebo

Marcia S. Brose, M.D., Ph.D. von der Universität Pennsylvania in Philadelphia, und Kollegen teilten 417 Patienten mit metastasiertem Schilddrüsenkrebs (die gegenüber der RAI-Standardtherapie resistent waren) zufällig einer Placebo-Gruppe oder einer Gruppe zu, die Sorafenib einnahm, einen oral verabreichten aktiven Hemmer von VEGFR1-3 und Raf Kinasen. Die Placebogruppe durfte nach der Progression der Krankheit zur Sorafenib-Gruppe wechseln.

Sorafenib verlängerte das ÜberlebenSorafenib verlängert Überleben bei Schilddrüsenkrebs

Die Forscher fanden, dass der Median des progressionsfreien Überlebens signifikant größer bei der Nexavar-Gruppe war (10,8 versus 5,8 Monate). Die Sorafenib-Gruppe hatte auch einen bedeutend höheren Prozentsatz an Patienten, deren Tumore zu 30% oder mehr schrumpften (12,2% vs. 0,5 Prozent) und deren Krankheit sich für mindestens sechs Monate stabilisierte (54 gegen 34 Prozent).

Wenig Optionen bei Schilddrüsenkrebs

„Weil wir viele Jahre keine wirkungsvollen Medikamente für diese Patienten hatten, ist es aufregend, ein orales Medikament zu finden, dass das Wachstum von Schilddrüsenkrebs für mehrere Monate aufhält“, sagte Brose in einer Erklärung. „Für diese Patienten bedeutet ein längeres progressionsfreies Überleben weitere Monate ohne Einweisung ins Krankenhaus und invasive Verfahren um den Schmerz und andere Symptome zu kontrollieren. Wir haben zum ersten Mal eine systemische Behandlung, die hilft.“

© arznei-news.de – Quelle: Universität Pennsylvania, Mai 2013

Desmoid-Tumor / Fibromatose: Daten zum Überleben

02.04.2018 Zwischenergebnisse einer randomisierten klinischen Studie bei Patienten mit desmoiden Tumoren oder aggressiver Fibromatose zeigen, dass das Medikament Sorafenib Tosylat (Nexavar) das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Placebo verlängert.

Das progressionsfreie Überleben ist die Zeitspanne, die Patienten gelebt haben, bevor sich ihre Krankheit verschlechtert hat. Basierend auf diesen Zwischenergebnissen empfahl das Daten- und Sicherheitsüberwachungsgremium der Studie, die primären Ergebnisse der Studie zu veröffentlichen.

A091105

Die als A091105 bezeichnete klinische Doppelblindstudie der Phase 3 umfasste zwischen März 2014 und Dezember 2016 87 Patienten mit desmoiden Tumoren oder aggressiver Fibromatose. An der Studie teilnehmen durften Patienten, die nicht operiert werden konnten, deren Erkrankung progredient war oder deren Erkrankung Symptome verursachte und bestimmte Kriterien erfüllte.

Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip einem von zwei Behandlungsarmen zugeordnet: eine Gruppe erhielt Sorafenib (400 mg/Tag) und die andere ein Placebo. Die Patienten beider Gruppen setzten die Behandlung fort, bis ihre Tumoren wuchsen oder sie Nebenwirkungen der Behandlung aufwiesen. Patienten, deren Tumoren während der Studie fortgeschritten waren, wurden über die Behandlung informiert, und Patienten, die ein Placebo erhielten, durften ihre Behandlung mit Sorafenib fortsetzen.

Wirksamkeit

Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Die Studie zielte auf eine Verbesserung des medianen progressionsfreien Überlebens von sechs Monaten unter Placebo bis 15 Monate unter Sorafenib. Basierend auf einer Zwischenanalyse der ersten 75 eingeschriebenen Patienten übertraf die beobachtete Verbesserung des progressionsfreien Überlebens das Studiendesign-Ziel.

Nebenwirkungen

Bei mit Sorafenib behandelten Patienten war die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Medikamenten höher als bei Patienten, die Placebo erhielten. Diese Nebenwirkungen – darunter Müdigkeit, Ausschlag, Magen-Darm-Komplikationen, Infektionen und Bluthochdruck – waren jedoch im Allgemeinen nicht schwerwiegend.
© arznei-news.de – Quellenangabe: NIH



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