Vorsicht bei Schmerzmitteln: Vermeidung von Nierenschäden

Charakterisierung des Risikos einer akuten Nierenschädigung durch nicht-steroidale Entzündungshemmer (wie z.B. Ibuprofen)

18.02.2022 Die Einnahme von zu viel Ibuprofen oder ähnlichen Schmerzmitteln kann die Nieren schädigen, und eine aktuelle Studie hat ergeben, dass sie einigen Menschen mit hohem Risiko immer noch verschrieben werden.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Verschreibungen von nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAID) in den zwei Jahren vor der Pandemie zurückgegangen sind. Dennoch wurden sie einigen Menschen mit einem hohen Risiko für Nierenschäden weiterhin verschrieben.

Die Studie wurde von Dr. Simon Fraser, außerordentlicher Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität von Southampton, geleitet.

Vermeidung von Nierenschäden

NSAID werden in der Regel zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen verschrieben. Sie können jedoch schwerwiegende Komplikationen wie eine akute Nierenschädigung verursachen.

Dabei hören die Nieren plötzlich auf, richtig zu arbeiten. Dies kann von einem geringfügigen Verlust der Nierenfunktion bis hin zum vollständigen Nierenversagen reichen.

Ohne schnelle Behandlung können sich im Körper abnormale Mengen an Salzen und chemischen Stoffen ansammeln. Dies beeinträchtigt die Fähigkeit anderer Organe, richtig zu arbeiten.

Wenn die Nieren vollständig versagen, kann der Betroffene eine Dialyse oder eine Nierentransplantation benötigen. Das kann sogar tödlich sein.

Verschreibungen bei Personen mit höherem Risiko

Die Forscher analysierten die Daten von 702.265 Erwachsenen aus einer großen Datenbank der Primärversorgung in Hampshire, um die Verschreibung von NSAID über zwei Jahre zu untersuchen.

Ihre in BJGP Open veröffentlichten Ergebnisse deuten auf einen allgemeinen Rückgang der NSAID-Verschreibungen hin. Dies galt auch für Personen mit einem höheren Risiko für die Entwicklung einer akuten Nierenschädigung.

Es zeigte sich jedoch, dass einigen Personen mit einem höheren Nierenschädigungsrisiko weiterhin NSAID verschrieben wurden. Dazu gehörten ältere Patienten und solche mit Langzeiterkrankungen wie chronischen Nierenerkrankungen und Diabetes.

Die Verschreibung von NSAID wurde positiv mit höherem Alter, weiblichem Geschlecht, größerer sozioökonomischer Benachteiligung und bestimmten Begleiterkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Osteoarthritis und rheumatoide Arthritis) und negativ mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzversagen in Verbindung gebracht. Bei Personen, denen NSAID verschrieben wurden, war eine akute Nierenschädigung mit höherem Alter, größerer Deprivation, chronischer Nierenerkrankung, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck verbunden.

© arznei-news.de – Quellenangabe: BJGP Open (2021). DOI: 10.3399/BJGPO.2021.0208

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