Wirkstoffkombination verringert das Risiko für Asthmaanfälle

Phase-3-Studie MANDALA: Salbutamol-Budesonid-Inhalation in Fixdosis wirksam bei Notfallbehandlung von Asthma

16.05.2022 Eine weltweite Studie der Rutgers University und einem internationalen Forscherteam mit Asthmapatienten ergab, dass eine Kombination von zwei Medikamenten die Wahrscheinlichkeit eines Asthmaanfalls drastisch verringert.

Die Ergebnisse der klinischen Studie MANDALA, veröffentlicht im New England Journal of Medicine, zeigen, dass eine Kombination aus Salbutamol (auch Albuterol genannt), das bei einem Asthmaanfall durch Entspannung der glatten Muskulatur Linderung verschafft und zur sofortigen Linderung von Asthma eingesetzt wird, und dem Kortikosteroid Budesonid, das über einen Inhalator eingenommen wird, die Zahl der akuten Anfälle von Kurzatmigkeit, Keuchen und Husten bei Patienten verringert.

Solche Vorfälle, die medizinisch als „Exazerbationen“ bezeichnet werden, aber gemeinhin als Asthmaanfälle bekannt sind, können häufig zu einem Krankenhausaufenthalt, einem Besuch in der Notaufnahme oder in einigen Fällen sogar zum Tod führen.

Studie MANDALA

Die klinische Studie der Phase 3, an der mehr als 3.000 Asthmapatienten aus 295 Zentren in den USA, Europa und Südamerika teilnahmen, sollte die Sicherheit und Wirksamkeit einer Kombination aus Salbutamol und Budesonid, beides Arzneimittel von AstraZeneca PLC, als Behandlung für Patienten mit leichtem bis schwerem Asthma untersuchen.

Salbutamol ist ein kurz wirksamer Beta-2-Agonist, der sich an winzige Proteine, den sogenannten Beta-Rezeptoren, in den Atemwegen anlagert und die Muskeln dort entspannt.

Budesonid ist ein Kortikosteroid, das die Schwellung und Reizung der Atemwege verringert.

Die Standard-„Erhaltungs“-Behandlung umfasst die Einnahme eines Inhalationsmittels, das zwei Medikamente kombiniert: einen lang wirksamen Beta-2-Agonisten wie Benralizumab und ein Kortikosteroid wie Beclomethason. Wenn Patienten einen Asthmaanfall erleiden, verwenden sie in der Regel ein Notfallmedikament wie Salbutamol. Häufig werden ihnen auch orale Steroide verschrieben. Ärzte versuchen, orale Steroide wegen ihrer starken Nebenwirkungen seltener zu verschreiben.

Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt. Da viele Patienten bereits eine tägliche Asthmatherapie erhalten, bekamen die Teilnehmer der Gruppen eine von drei verschiedenen Notfalltherapien für den Fall, dass sie einen Asthmaanfall erleiden. Eine Kontrollgruppe erhielt nur Salbutamol.

Verbesserte Lungenfunktion, weniger Asthmaanfälle

Die Patienten, so das Ergebnis der Studie, verbesserten nicht nur ihre Lungenfunktion, sondern erlitten auch weniger Anfälle.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Salbutamol in Verbindung mit der höheren Budesonid-Dosis das Risiko eines Asthmaanfalls kurzfristig um 27 Prozent und jährlich um 24 Prozent verringerte. Diese Kombination reduzierte auch den Einsatz von Kortikosteroiden, die unerwünschte Nebenwirkungen haben können, um 33 Prozent.

Studienautor Reynold Panettieri von der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School sagte: „Wir konnten zeigen, dass nicht nur die Exazerbationen, sondern auch der Bedarf an oralen Steroiden nach einem Schub verringert werden konnte“.

© arznei-news.de – Quellenangabe: New England Journal of Medicine (2022). DOI: 10.1056/NEJMoa2203163

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