Xgeva

Knochen-Muskulatur-/Krebsmedikamente

Riesenzelltumor – FDA-Zulassung

Update 04.09.2014 Rote-Hand-Brief (s.u.) * Die U.S. Food and Drug Administration hat heute die Verwendung von Xgeva (Denosumab) auf die Behandlung von Riesenzelltumoren bei Erwachsenen und bestimmten Jugendlichen ausgedehnt.

Monoklonaler Antikörper

Xgeva ist ein monoklonaler Antikörper, der sich an RANKL, ein für die Erhaltung von gesunden Knochen essentielles Protein, bindet. RANKL ist auch beim Knochen Riesenzelltumor, ein seltener und normalerweise nicht-krebsartiger Tumor, zugegen.

Das Medikament soll bei Patienten eingesetzt werden, deren Riesenzelltumor nicht chirurgisch entfernt werden kann (inoperabel), oder wenn eine Operation wahrscheinlich zu schwerer Morbidität, wie den Verlust von Gliedern oder Gelenken führen wird. Denosumab sollte nur bei Jugendlichen verwendet werden, deren Knochen ausgereift sind.

Sicherheit und Wirksamkeit von Denosumab

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Denosumab bei der Behandlung von Knochen Riesenzelltumor (auch Osteoklastom genannt) wurde in zwei klinischen Studien überprüft, die 305 erwachsene oder jugendliche Patienten enthielt. Alle Patienten hatten bestätigte Fälle von Osteoklastomen, die wiederkehrend, inoperabel waren, oder wo eine Operation zu schwerer Morbidität geführt hätte.

Riesentumorgröße verringerte sich

Von den 187 Patienten, deren Tumoren gemessen werden konnten, verringerten bei 47 Patienten die Tumoren nach einem Durchschnitt von drei Monaten ihre Größe. Bei einer nach durchschnittlich 20 Monaten durchgeführten Nachtestung, zeigte sich bei drei Patienten ein erneutes Wachstum der Riesenzelltumoren, die ursprünglich während der Behandlung kleiner geworden waren.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen von Xgeva waren:

  • Gelenkschmerzen (Arthralgie),
  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Erschöpfung,
  • Rückenschmerzen und
  • Schmerz in den Extremitäten.

Die häufigsten ernsten Nebenwirkungen waren:

  • Osteonekrose (Bereiche toten Knochengewebes) des Kiefers und
  • Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung).

Kontraindikation

Während der Einnahme von Xgeva sollten Frauen im gebärfähigem Alter, wegen potentieller Schädigung des Fetus, hochwirksame Empfängnisverhütungsmittel verwenden.

Das Medikament wurde im Jahr 2010 für die Prävention von Frakturen genehmigt, wenn Krebs sich auf die Knochen ausgebreitet hat.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, Juni 2013

Update 04.09.2014

Rote-Hand-Brief wegen Kieferosteonekrosen und Hypokalzämien

Amgen warnt in einem Rote-Hand-Brief vor Kieferosteonekrosen und Hypokalzämien im Zusammenhang mit der Einnahme von Xgeva / Prolia (aktive Substanz Denosumab) und gibt Empfehlungen, wie die Risiken zu reduzieren sind:

  • Kieferosteonekrose: Es wird eine zahnärztliche Untersuchung vor dem Behandlungsbeginn empfohlen, wobei bei vorhandenen Zahn- und Kieferschäden – wenn sie chirurgische Eingriffe erfordern – oder bei grade erst Operierten eine Behandlung mit dem Medikament nicht begonnen werden sollte. Während der Behandlung sollte eine gute Mundhygiene eingehalten, regelmäßig zum Zahnarzt gegangen und Probleme im Mundraum unverzüglich berichtet werden.
  • Hypokalzämie: Vor dem Behandlungsbeginn mit Xgeva muss eine evtl. vorhandene Hypokalzämie behandelt werden und eine Nahrungsergänzung mit Calcium und Vitamin D erforderlich, wobei der Calciumspiegel „vor der ersten XGEVA-Dosis, innerhalb von 2 Wochen nach der ersten Dosis, wenn mutmaßliche Symptome einer Hypokalzämie auftreten“ zu kontrollieren ist. Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Hypokalzämie oder sofern sie aufgrund des klinischen Zustandes des Patienten indiziert sind, sollten der Calciumspiegel während der Behandlung kontrolliert werden. Hinweise einer Hypokalzämie sollten von den Patienten umgehend berichtet werden.

© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Sept. 2014

Multiples Myelom – Knochenkomplikationen: Phase-3-Studie Ergebnisse

21.10.2016 Amgen hat Resultate aus einer Phase-3-Studie veröffentlicht, die Amgens Xgeva (Denosumab) bei der Prävention von Knochenkomplikationen bei neu diagnostizierten Patienten mit multiplen Myelom (MM) im Vergleich zu Zoledronsäure bewertete; sie erreichte ihren primären Endpunkt.

In der ‚482‘-Studie wurden insgesamt 1.718 Patienten randomisiert: Sie erhielten entweder subkutanes Xgeva 120 mg und intravenöses Placebo alle vier Wochen oder intravenöse Zoledronsäure 4 mg (angepasst an die Nierenfunktion) und subkutanes Plazebo alle vier Wochen.

Der primäre Endpunkt war ein Nicht-Unterlegenheitstest, der durch die Zeit bis zum ersten skelettbedingten Ereignis (SRE) definiert wurde.

Die Studie erreichte jedoch nicht die sekundären Endpunkte der Überlegenheit bei der Verzögerung der Zeit bis zum ersten SRE und der Verzögerung bis zum ersten und nachfolgenden SRE.

Amgen sagte, die Hazard-Ration von Xgeva versus Zoledronsäure für die Gesamtüberlebenszeit betrug 0,90 (95 Prozent CI, 0,70-1,16).
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Okt. 2016

MM: Neue Daten aus Phase 3 Vergleichsstudie

04.03.2017 Amgen hat positive Daten aus der Phase 3 Studie `482 veröffentlicht, der größten internationalen Multiple-Myelom-Studie, die bislang durchgeführt wurde.

In dieser Studie erreichte Xgeva (Wirkstoff Denosumab) den primären Endpunkt: die Nicht-Unterlegenheit gegenüber Zoledronsäure bei der Verzögerung bis zum ersten skelettbedingtem Ereignis (SRE) bei Patienten mit multiplem Myelom (HR = 0,98, 95% CI) 0,85, 1,14, p = 0,01). Die mediane Zeit bis zum ersten SRE war ähnlich: 22,83 Monate vs. 23,98 Monate bei Zoledronsäure.

Die sekundären Endpunkte der Überlegenheit bei der Verzögerung bis zum ersten SRE und die Verzögerung bis zum ersten und nachfolgenden SRE wurden in dieser Studie nicht erfüllt. Es gab einen scheinbaren Trend beim Gesamtüberleben (OS) zugunsten von Denosumab gegenüber Zoledronsäure (HR = 0,90, 95% CI: 0,70, 1,16, p = 0,41); allerdings war dieser statistisch nicht signifikant. Die Hazard Ratio gegenüber Zoledronsäure für das progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 0,82 (95% CI: 0,68, 0,99, p = 0,036). Der mittlere PFS-Unterschied zwischen den Gruppen betrug 10,7 Monate zuungunsten von Zoledronsäure.

Die unerwünschten Ereignisse bei den Patienten stimmen mit dem bekannten Sicherheitsprofil überein. Die häufigsten Nebenwirkungen (größer als 25 Prozent) waren Durchfall (33,5 Prozent XGEVA vs. 32,4 Prozent Zoledronsäure) und Übelkeit (31,5 Prozent vs. 30,4 Prozent).
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, März 2017

Nicht-Unterlegenheit gegenüber Zoledronsäure in Ph3-Studie

09.02.2018 Amgen hat Ergebnisse aus der Phase-3-Studie `482 mit Xgeva (aktive Substanz Denosumab) bekanntgegeben – der größten internationalen Multiplen-Myelom-Studie zur Prävention skelettgebundener Ereignisse, die jemals durchgeführt wurde (n=1.718).

In der in The Lancet Oncology veröffentlichten Studie erreichte Xgeva erfolgreich den primären Endpunkt und demonstrierte die Nicht-Unterlegenheit gegenüber Zoledronsäure / Zoledronat, indem es die Zeit bis zum ersten skelettbezogenen Ereignis in der Studie bei Patienten mit Multiplem Myelom verzögerte (HR=0,98).

Die mediane Zeit bis zum ersten knochenbezogenen Ereignis in der Studie betrug 22,8 Monate für Denosumab und 24 Monate für Zoledronsäure. Etwa 60 Prozent aller erstmals auftretenden Knochenerkrankungen ereigneten sich innerhalb der ersten drei Monate und 81 Prozent innerhalb der ersten sechs Monate. Die Gesamtüberlebenszeit, ein sekundärer Endpunkt der Studie, war ähnlich zwischen Xgeva und Zoledronsäure mit einem Hazard Ratio von 0,90. Das progressionsfreie Überleben, ein explorativer Endpunkt ohne statistische Signifikanz betrug 46,1 Monate für Xgeva und 35,4 Monate für Zoledronsäure zusätzlich verabreicht zur Anti-Myelom-Standardtherapie.

Das Sicherheitsprofil stimmte mit bekannten Nebenwirkungen von Xgeva und Zoledronat überein.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen; Feb. 2018

EU: Erweiterung der Zulassung auf Prävention knochenbedingter Ereignisse bei bösartigen Erkrankungen

07.04.2018 Amgen hat bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission eine erweiterte Indikation für Xgeva (aktive Substanz ist Denosumab) zur Prävention knochenbedingter Ereignisse bei Erwachsenen mit fortgeschrittenen bösartigen Erkrankungen des Knochens genehmigt hat.

Die Indikation umfasst nun Patienten mit Knochenmetastasen von soliden Tumoren und Patienten mit Multiplem Myelom.

Die Zulassung basiert auf Daten aus der Phase-3-Studie 482, der größten internationalen Studie, die jemals zur Prävention skelettbezogener Ereignisse bei Patienten mit Multiplem Myelom durchgeführt wurde.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Amgen



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