HPV-Impfstoffe / Impfung – Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Routinemäßige HPV-Impfung: Zusammenhang mit Verringerung von Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen

07.04.2019 Die routinemäßige Impfung von Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren mit dem humanen Papillomavirus (HPV)-Impfstoff in Schottland hat zu einer dramatischen Verringerung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) im späteren Leben geführt laut einer in BMJ veröffentlichten Studie.

Auch ungeimpfte Frauen zeigten eine Verringerung der Krebserkrankung. Frühere Studien deuten darauf hin, dass die Impfung vor den krebserregendsten HPV-Typen 16 und 18 schützt, die für 70% der Gebärmutterhalskrebsfälle weltweit verantwortlich sind, aber es fehlen Bevölkerungsdaten über die Wirkung der routinemäßigen Impfung auf Krankheiten.

Zervikale intraepitheliale Neoplasie

Unter Berücksichtigung anderer potenziller Faktoren stellten die Forscher um Tim Palmer von der Universität Edinburgh fest, dass im Vergleich zu nicht geimpften Frauen, die 1988 geboren wurden, geimpfte Frauen, die 1995 und 1996 geboren wurden, eine 89%ige Verringerung des CIN (zervikale intraepitheliale Neoplasie) Grades 3 oder schlechter, eine 88%ige Verringerung des CIN-Grades 2 oder schlechter und eine 79%ige Verringerung des CIN-Grades 1 aufwiesen.

Ein jüngeres Alter bei der Impfung war mit einer zunehmenden Wirksamkeit des Impfstoffs verbunden (86% für CIN Grad 3 oder schlechter für Frauen im Alter von 12-13 Jahren im Vergleich zu 51% für Frauen im Alter von 17 Jahren).

Herdenschutz

Nicht geimpfte Frauen zeigten auch eine Verringerung beim Zervixkarzinom, was darauf hindeutet, dass die Unterbrechung der HPV-Übertragung in Schottland einen erheblichen Herdenschutz geschaffen hat.

Die Forscher weisen auf einige Einschränkungen hin. So beschränkte sich die Analyse beispielsweise auf Frauen, die im Alter von 20 Jahren an einem Gebärmutterhalsscreening teilnahmen (51% bei geimpften Frauen und 23% bei nicht geimpften Frauen), was möglicherweise zu einer Überschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs führte.

Die hohe Akzeptanz der Schutzimpfung, die Ähnlichkeit in der Verteilung des HPV-Typs bei Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern und das Auftreten des Herdenschutzes geben jedoch die Gewissheit, dass die Beobachtungen auf die allgemeine Bevölkerung hochgerechnet werden können, schreiben sie.

Damit zeige diese Studie, dass die routinemäßige Immunisierung mit dem bivalenten HPV-Impfstoff hochwirksam gegen hochgradige Gebärmutterhalskrebserkrankungen ist, und sie plädieren für eine Neubewertung der Screening- und Empfehlungsdienste, um diese Befunde aufzugreifen.
© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ – https://dx.doi.org/10.1136/bmj.l1161



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