Nivolumab (Opdivo) – Kopf-Hals-Karzinom

KurzInfo

News – Kopf-Hals-Karzinom

Phase-3-Studie zu Kopf-Hals-Tumoren erreicht primären Endpunkt

08.02.2016 Eine Phase-3-Studie mit Bristol-Myers Squibbs Nivolumab bei Patienten mit rezidivierendem oder metastasierendem Platin-refraktären Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) wurde vorzeitig beendet, weil die Studie ihren primären Endpunkt erreichte.

Die Studie zeigte Überlegenheit beim Gesamtüberleben (OS) der Opdivo einnehmenden Patienten im Vergleich zu der Kontrollgruppe (Medikament der Wahl).

Checkmate-141 ist eine Phase-3, open-label, randomisierte Studie mit dem Wirkstoff Nivolumab versus des vom Forscher gewählten Medikaments bei zuvor behandelten Patienten mit SCCHN, deren Tumor während oder innerhalb von 6 Monaten nach einer Platin-Therapie im primären, wiederkehrenden oder metastasierten Setting wuchs.

Die Studie randomisierte 361 Patienten im Verhältnis 2:1 zur Behandlung mit Opdivo 3 mg / kg intravenös alle zwei Wochen oder dem Medikament der Wahl des Forschers (Cetuximab / Methotrexat / Docetaxel) bis eine Progression oder inakzeptable Toxizität festgestellt wurde. Der primäre Endpunkt war OS. Sekundäre Endpunkte waren objektive Ansprechrate und das progressionsfreie Überleben.
© arznei-news.de – Quelle: Bristol-Myers Squibb, Jan. 2016

Überlebensvorteil bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf/Halsbereich

25.04.2016 Nivolumab hat einen signifikanten Überlebensvorteil in einer Phase III Studie bei Patienten mit metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf- und Halsbereich gezeigt.

Ein erster Blick auf die Daten aus der Checkmate-141-Studie, die das Medikament gegen die Wahl der Studienleiter verglich (Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab), zeigt, dass mit Opdivo behandelte Patienten eine Reduktion des Sterberisikos um 30% mit einer medianen Gesamtüberlebenszeit von 7,5 Monaten gegenüber 5,1 Monaten erreichten.

Das Sicherheitsprofil des Medikaments war dem früherer Studien ähnlich; es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert. Die behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TRAE) jeder Klasse traten bei 58,9 Prozent der Patienten unter Nivolumab im Vergleich zu 77,5 Prozent der Patienten beim Vergleichsmedikament auf.

Bei den mit Opdivo behandelten Patienten wurden bei 13,1 Prozent der Patienten Grad 3-4 TRAE (Vergleichsarm 35,1 Prozent) und zwei medikamentenbedingte Todesfälle (Pneumonitis und Hyperkalzämie) beobachtet, während es in der Vergleichsgruppe zu einem Grad 5 Ereignis (Lungenentzündung) kam.

Die Ergebnisse sind besonders relevant in Anbetracht der sehr düsteren Aussichten für Patienten, deren Erkrankung nach Platin-Therapie fortschritt und die keine weiteren medizinischen Behandlungsoptionen mehr haben.

Update 27.04.2016: Die FDA hat inzwischen bei rezidiviertem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (SCCHN) nach Platin-basierter Therapie Breakthrough-Status gewährt.
© arznei-news.de – Quelle: Bristol-Myers Squibb, April 2016

Verringerte Symptome bei rezidivierendem metastatischen Kopf- und Halskrebs

09.10.2016 Bristol-Myers Squibb Company hat neue Quality-of-Life-Daten eines explorativen Endpunktes in der Phase-3-Studie Checkmate-141, in der Opdivo (Nivolumab) bei Patienten mit rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom an Kopf und Hals nach einer Platin-Therapie im Vergleich zu Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab evaluiert wurde.

Die mit Opdivo behandelten Patienten zeigten stabilisierte Symptome und Funktionen, einschließlich physischer und sozialer Funktionen bei drei separaten Instrumenten.

PD-L1 Expressoren und Non-Expressoren behandelt mit Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab zeigten eine statistisch deutliche Verschlechterung der von den Patienten berichteten Ergebnisse von Studienbeginn bis Woche 15 im Vergleich zu Nivolumab.

Darüber hinaus konnte Opdivo die Zeit bis zu einer Verschlechterung für die meisten funktionalen gemessenen Bereiche mehr als verdoppeln und verzögerte signifikant die Zeit bis zu einer Verschlechterung der Symptome Müdigkeit, Dyspnoe und Schlaflosigkeit im Vergleich zur Therapie der Wahl des Forschers.
© arznei-news.de – Quelle: Bristol-Myers Squibb Company, Okt. 2016

Krebs im Kopf- / Halsbereich: FDA-Zulassung

12.11.2016 Bristol-Myers Squibbs Opdivo (Wirkstoff ist Nivolumab) ist die erste immunoonkologische Therapie, die die Zulassung durch die US Food and Drug Administration für die Behandlung von Kopf-Hals-Krebs bekommen hat.

Das Medikament steht nun Patienten mit rezidivierendem oder metastasierendem Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (SCCHN) mit Krankheitsprogression unter oder nach einer Platin-basierten Therapie zur Verfügung.

Kopf-Hals-Krebs ist die siebt-häufigste Krebsart weltweit mit geschätzten 400.000 bis 600.000 neuen Fällen pro Jahr und 223.000 bis 300.000 Todesfällen pro Jahr. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt weniger als 4 Prozent für das metastatische Stadium IV.

CheckMate-141

Die Zulassung beruht auf Daten aus der Phase III Studie CheckMate-141, die das Gesamtüberleben von Opdivo bei Patienten mit SCCHN nach einer Platintherapie im Vergleich zur Therapie der Wahl (Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab) bewertete.

Ein erster Blick auf die Daten aus der Studie, die Anfang Januar 2016 nach dem Erreichen des primären Endpunkts des Gesamtüberlebens gestoppt wurde, zeigte, dass Patienten, die mit dem Medikament behandelt wurden, eine 30-prozentige Verringerung des Sterberisikos im Vergleich zur Wahl des Therapeuten erreichten – mit einem Median des Gesamtüberlebens von 7,5 Monaten gegenüber 5,1 Monaten.

Sicherheit

Die Sicherheitssignale waren auch gut, mit behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen jeglichen Grades von 58,9 Prozent bei mit Nivolumab behandelten Patienten gegenüber 77,5 Prozent bei der Vergleichsgruppe.

Grad 3-4 Nebenwirkungen wurden bei 13,1 Prozent der Patienten unter Opdivo gemeldet, verglichen mit 35,1 Prozent bei der Therapie der Wahl des Forschers.

Die europäischen Regulierungsbehörden prüfen derzeit auch die Zulassung des Medikaments bei dieser Erkrankung.
© arznei-news.de – Quelle: Bristol-Myers Squibb, Nov. 2016

Immuntherapie verträglicher als Chemotherapie

24.06.2017 Das Immuntherapeutikum Nivolumab (Handelsname ist Opdivo) ist verträglicher als Chemotherapie bei Menschen mit fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs; es lindert viele der negativen Auswirkungen der Krankheit auf die Lebensqualität der Patienten laut einer im Fachblatt The Lancet Oncology publizierten Studie.

Sowohl Kopf- als auch Hals-Krebs und die Behandlung können einen großen Einfluss auf die Patienten haben: Sprechen, Atmen, Essen und Trinken, Mimik und allgemeines Wohlbefinden werden gestört, schreiben die Forscher.

All dies kann erheblichen psychologischen, sowie körperlichen Distress verursachen.

Doch Patienten, die an einer großen klinischen Phase III Studie teilnahmen, berichteten, dass Nivolumab ihnen geholfen hat, eine bessere Lebensqualität länger aufrechtzuerhalten, sagten die Krebsforscher um Professor Kevin Harrington.

Vergleich mit Chemotherapie

Im Gegensatz dazu berichtete die Studie – geleitet von Forschern am Institut für Krebsforschung, London und des Royal Marsden NHS Foundation Trust – dass Menschen, die mit den Standard-Chemotherapien Docetaxel und Methotrexat, oder mit Cetuximab behandelt wurden, einen Rückgang der Lebensqualität von Anfang an berichteten, schreiben die Wissenschaftler.

In der jüngsten Studie mit 129 Patienten füllten die Teilnehmer Fragebögen zu ihrer Lebensqualität aus: körperliche Symptome, psychische Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden.

Während Patienten unter Chemotherapie ihre Lebensqualität nach neun und 15 Wochen der Behandlung als schlechter bewerteten, zeigten die Patienten unter Nivolumab konsequent bessere Bewertungen.

Nach neun Wochen bewerteten die mit dem Antikörper behandelten Patienten ihren körperlichen und psychischen Zustand signifikant besser als die Patienten, die mit anderen Medikamenten behandelt wurden; insbesondere bei einer Reihe von Symptomen: Schmerzen, sensorische Probleme, Appetitverlust, Erschöpfung und Atembeschwerden.

Nach 15 Wochen war die Liste der positiven Effekte noch länger, wobei die Patienten unter dem Immuntherapeutikum weniger von Übelkeit, Schlaflosigkeit und Gewichtsverlust betroffen waren.
© arznei-news.de – Quelle: The Lancet Oncology, Juni 2017

Sicher, geeignet während Chemo-Strahlentherapie bei fortgeschrittenem Kopf- und Halskarzinom

14.02.2018 Die Analyse einer klinischen Studie (RTOG Foundation 3504) kommt zu dem Ergebnis, dass die Nivolumab-Immuntherapie (Opdivo) in Verbindung mit Strahlen- und Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostizierten lokal-regionalen fortgeschrittenen Kopf- und Halskarzinomen sicher verabreicht werden kann laut der im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Studie.

RTOG Foundation 3504

Dr. Maura Gillison von der Universität Texas MD Anderson Cancer Center in Houston und Kollegen untersuchten Sicherheit und Durchführbarkeit der Ergänzung von Cisplatin und Bestrahlungstherapie mit der Immuntherapie bei 20 Patienten mit neu diagnostiziertem HNSCC der Risikoklasse intermediär-1 (p16+, Oropharynx T1-2N2b-N3/T3-4N0-3; oder T4N0-N3, T1-3N3 – 65 % der Patienten) oder Hochrisiko-HNSCC (Mundhöhle, Kehlkopf, Hypopharynx oder p16(-)-Oropharynx, Stadium T1-2N2a-N3 oder T3-4N0-3 – 35 % der Patienten) – im mittleren Alter von 56 Jahren, meist männlich.

Fortgeschrittene Stadien der Erkrankung

Die meisten Patienten befanden sich in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung (80% T3-4 und 45% N2-3) und waren ehemalige Raucher (55% rauchten mehr als 10 Packungen pro Jahr).

Die Patienten erhielten Opdivo zusätzlich zur Chemo-Strahlentherapie mit wöchentlichem oder hochdosiertem Cisplatin. Zehn Patienten wurden in jeder Behandlungsgruppe aufgenommen; acht bzw. neun Patienten aus den wöchentlichen und hochdosierten Kohorten waren für diese Analyse auswertbar.

Alle Patienten beider Behandlungsgruppen haben die Strahlentherapie abgeschlossen. Zusätzlich erhielten 15 von 17 Patienten mindestens 70 Prozent ihrer verordneten Dosis an Platin-Chemotherapie; Cisplatin wurde bei zwei Patienten wegen einer allergischen Reaktion und wegen Cholezystitis, die nicht mit Nivolumab in Verbindung stand, gestoppt. Die Immuntherapie wurde bei drei Patienten wegen bekannter Nebenwirkungen von Nivolumab, wie verschwommenes Sehen, Durchfall und Gelenkschmerzen, eingestellt.

Die meisten Patienten konnten mit Opdivo nach der Erstlinienbehandlung sowohl beginnen als auch fortsetzen. Im wöchentlichen Cisplatinarm erhielten fünf der acht auswertbaren Patienten 10 Dosen gleichzeitig Nivolumab und zwei Patienten neun Dosen. Im hoch dosierten Cisplatinarm erhielten fünf der neun auswertbaren Patienten sieben Dosen und drei Patienten sechs Dosen. Sechs der ersten acht Patienten, die in die Studie aufgenommen wurden, führten ein Jahr lang die Nivolumab-Therapie durch; andere Patienten in der Studie erhalten weiterhin eine Behandlung, aber die Studie wurde so konzipiert, dass sie die ersten acht eingeschriebenen Patienten evaluieren konnte.

Nebenwirkungen

Nivolumab wurde von den Patienten in beiden Behandlungsgruppen gut vertragen. Keiner der Patienten in beiden Kohorten erlitt

  • dosislimitierende Toxizitäten, die definiert wurden als Grad 3 oder höhere Nivolumab-bedingte Nebenwirkungen, die nicht innerhalb von vier Wochen behoben wurden,
  • Strahlentherapieverzögerungen von mehr als zwei Wochen oder zeigten
  • eine Unverträglichkeit, nicht mindestens 70 Prozent der verordneten Chemotherapie erhalten zu können.

Im wöchentlichen Cisplatinarm gab es jeweils einen Fall von Anaphylaxie und Cholezystitis, obwohl beide nicht auf Nivolumab zurückzuführen waren.

Grad 3 Nebenwirkungen, die der Immuntherapie in diesem Arm zuzuschreiben sind, umfassten drei Fälle einer verminderten Anzahl weißer Blutkörperchen (zwei Leukopenie, eine Lymphopenie) und je ein Fall von Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Lipase-Erhöhung, Mukositis und Nebenniereninsuffizienz.

Im Hochdosis-Cisplatin-Arm gab es jeweils einen Fall von Grad 3 Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Nivolumab mit Durchfall, Lipase-Erhöhung und Amylase-Erhöhung. Es gab keine Nebenwirkungen des Grades 4 oder 5 in beiden Behandlungsgruppen.
© arznei-news.de – Quelle: DOI: 10.1200/JCO.2017.35.15_suppl.TPS6097 – Journal of Clinical Oncology 35, no. 15_suppl; Feb. 2018

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