Pembrolizumab (Keytruda) + T-VEC bei Melanom

Einsatz des Medikamentes bei (s. dort): Hodgkin-Lymphom, B-Zell-Lymphom, Melanom – Schwarzer Hautkrebs, Blasenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs (Kolorektalkarzinom), Lungenkrebs (NSCLC), Kopf- und Halskrebs, Mesotheliom, Magenkrebs, Magenkarzinom, Nierenzellkarzinom, Prostatakrebs, Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Immuntherapie-Kombination sicher und wirksam bei Patienten mit metastasierendem Melanom

14.09.2017 In einer klinischen Phase 1b Studie mit 21 Patienten wurde die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination Pembrolizumab (Keytruda) mit einem onkolytischen Virus namens T-VEC oder Talimogen Laherparepvec (Imlygic) bei Patienten mit metastasiertem Melanom untersucht.

Die in der Zeitschrift Cell publizierten Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Kombinationstherapie, die eine Ansprechrate von 62% hatte, besser funktionieren kann als die alleinige Anwendung einer der beiden Therapien.

T-VEC

T-VEC, auch Talimogen laherparepvec genannt, ist ein humanes Herpes-simplex-Virus, das gentechnisch hergestellt wird, um T-Zellen in einen Tumor einzubringen und eine Antitumor-Reaktion auszulösen. Es ist von der FDA und in der EU zugelassen für die Behandlung von Melanom-Tumoren in Haut und Lymphknoten. Durch die Injektion von T-VEC in die Tumoren der Patienten, auch in solche, die tiefer im Körper lagen, konnten die Forscher kalte Tumoren in heiße umwandeln, was wiederum die Wirkung von Pembrolizumab erhöhte.

Phase-1b-Studie

Die multizentrische Phase-1b-Studie umfasste 21 Patienten aus drei Kontinenten, die alle an einem metastasierten Melanom litten. Die Forscher berichten, dass bei 62% ein Gesamtansprechen auf die Kombination beobachtet werden konnte, was bedeutet, dass ihre Tumoren in der Größe schrumpften. Ein Drittel zeigte ein vollständiges Ansprechen, was bedeutet, dass ihre Tumoren nicht mehr nachweisbar waren. Dieses Ansprechen ist laut den Forschern viel höher als das, was von einer Behandlung allein erwartet worden wäre — normalerweise ungefähr 35%-40%

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen in der Studie waren nicht schlimmer als die, die von den einzelnen Medikamenten erwartet worden wären, und schlossen Erschöpfung und Fieber ein. Drei Patienten hatten schwerwiegendere Autoimmun-Nebenwirkungen, die manchmal nach der Behandlung mit Pembrolizumab zu beobachten sind.

Wirkung

Zu Beginn der Studie erhielten die Patienten zwei Injektionen von T-VEC in ihre Tumoren im Abstand von drei Wochen. Sechs Wochen nach der Verabreichung erhielten sie alle zwei Wochen Pembrolizumab gleichzeitig mit zusätzlichen T-VEC-Injektionen.

Die während der Studie entnommenen Biopsien von den Tumoren zeigten, dass nach sechs Wochen, nach zwei Behandlungen mit T-VEC, aber vor dem Beginn mit Keytruda, die meisten Tumoren mit T-Zellen infiltriert waren. Nach 30 Wochen waren die T-Zellen in dem betroffenen Bereich noch verblieben, aber der Großteil der Tumorzellen war verschwunden.

Die Studienautoren haben bereits mit der Rekrutierung für eine Phase-III-Studie begonnen, an der weltweit 660 Patienten in mehr als 100 Einrichtungen teilnehmen werden. In dieser randomisierten, kontrollierten Studie wird Keytruda plus T-VEC mit Pembrolizumab plus einem injizierten Placebo bei Patienten verglichen, die bisher keine Behandlung erhalten haben.
© arznei-news.de – Quelle: Cell – DOI: 10.1016/j.cell.2017.08.027, Sept. 2017

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