Metformin-Behandlung beim Vater vor Geburt mit Geburtsfehlern verbunden

Genitale Geburtsfehler, alle bei Jungen, häufiger bei Metformin-exponierten Nachkommen

31.03.2022 Eine väterliche Metformin-Behandlung vor der Empfängnis ist mit einem erhöhten Risiko für schwere Geburtsfehler verbunden laut einer in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie.

Diabetes vermindert die Samenqualität und tritt zunehmend während der Reproduktionsphase auf. Diabetesmedikamente wie Metformin haben glukoseunabhängige Auswirkungen auf das männliche Fortpflanzungssystem. Ein Zusammenhang mit Geburtsfehlern bei den Nachkommen ist nicht bekannt, weshalb die Studienautoren evtl. Zusammenhänge untersuchen wollten.

Dr. Maarten J. Wensink von der University of Southern Denmark in Odense und Kollegen führten von 1997 bis 2016 eine landesweite prospektive, registergestützte Studie in Dänemark durch, um zu untersuchen, ob das Risiko für Geburtsfehler bei den Nachkommen mit der pharmakologischen Behandlung von Vätern mit Diabetes vor der Empfängnis variiert.

Die Forscher fanden heraus, dass 3,3 Prozent der 1.116.779 einbezogenen Kinder einen oder mehrere schwere Geburtsfehler aufwiesen. Es gab keinen Anstieg der Häufigkeit von Geburtsfehlern bei Kindern, die mit Insulin behandelt wurden (5.298 Personen; bereinigtes Odds Ratio: 0,98; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,85 bis 1,14).

Die Häufigkeit von Geburtsfehlern war bei Metformin-exponierten Nachkommen erhöht (1.451 Personen; bereinigtes Odds Ratio: 1,40; 95 Prozent Konfidenzintervall: 1,08 bis 1,82). Die Häufigkeit von Geburtsfehlern war nicht erhöht bei Nachkommen, deren Väter im Jahr vor (1.751 Personen) oder nach (2.484 Personen) der Spermienentwicklung ein Metformin-Rezept eingelöst hatten, oder bei nicht-exponierten Geschwistern von exponierten Nachkommen.

Genitale Geburtsfehler, alle bei Jungen, traten häufiger bei Metformin-exponierten Nachkommen auf (bereinigtes Odds Ratio: 3,39; 95 Prozent Konfidenzintervall: 1,82 bis 6,30).

Das schiere Ausmaß der Diabetes-Pandemie legt nahe, dass die Behandlung angehender Väter mit Diabetes, einschließlich pharmakologischer Behandlung und Beratung zu Ernährung, körperlicher Bewegung und Gewichtsabnahme, Gegenstand weiterer Studien sein sollte, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Annals of Internal Medicinehttps://doi.org/10.7326/M21-4389

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