Prostatakrebs: Beeinflussen Statine Screening-Resultate?

Ergebnisse der Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung bei Männern, die Statine einnehmen

29.11.2021 Die Ergebnisse der Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung unterscheiden sich bei Anwendern cholesterinsenkender Statine von Männern, die sie nicht einnehmen, laut einer Studie der Universität Tampere in Finnland.

Bei Statin-Anwendern führte die Vorsorgeuntersuchung nicht zu einem Anstieg der Prostatakrebsinzidenz, wie dies bei anderen Männern der Fall war.

Die Studie fand den deutlichsten Unterschied bei Krebs mit niedrigem Risiko, der aufgrund des Screenings häufig überdiagnostiziert wird. Die Zahl der beim Screening entdeckten Niedrigrisikotumoren war bei Statinanwendern deutlich geringer. Die Einnahme von Statinen bewirkte jedoch keinen Unterschied bei der Entdeckung von Hochrisikokrebs.

Die Sterblichkeit an Prostatakrebs war in der gescreenten Gruppe etwas geringer als in der nicht-gescreenten Gruppe, und zwar sowohl bei den Statin-einnehmenden Männern als auch bei den anderen Männern.

Die Studie liefert wichtige neue Informationen, da die Einnahme von Statinen sehr verbreitet ist und die Auswirkungen des Prostatakrebs-Screenings bisher nicht im Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen untersucht wurden, sagt Professor Teemu Murtola von der Fakultät für Medizin und Gesundheitstechnologie der Universität Tampere.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht.

Mögliche Erklärungen

Die Ergebnisse lassen sich laut den Autoren dadurch erklären, dass die Einnahme von Statinen die Genauigkeit der Prostatakrebsvorsorge verbessert. Das bedeutet, dass bei diesen Männern gefährliche Krebsarten ebenso erkannt werden wie bei anderen, dass aber bei Statinanwendern weniger sogenannte Überdiagnosen auftreten, d. h., dass Prostatakrebs mit geringem Risiko entdeckt wird, der aufgrund seiner sehr langsamen Wachstumsrate keine Gesundheitsgefahr darstellt, schreiben sie.

Eine andere mögliche Erklärung könnte sein, dass Statinanwender eine besondere Gruppe von Männern sind, die schon aktiv Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen und sich außerhalb des systematischen Screenings PSA-Tests unterzogen haben. In diesen Fällen hat das in der Studie durchgeführte zusätzliche Screening keine so großen Auswirkungen.

Die Studie stützt sich auf Daten der finnischen Prostatakrebs-Screening-Studie, die 1996-1999 begann. Insgesamt wurden etwa 80.000 Männer in die Studie einbezogen, von denen knapp 32.000 alle vier Jahre mit dem PSA-Test untersucht wurden. Das Projekt wurde gemeinsam von der Universität Tampere und der Universität Helsinki sowie den Universitätskliniken Helsinki und Tampere durchgeführt.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Oncology (2021). DOI: 10.1001/jamaoncol.2021.5672

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