Antidepressiva: Sexuelle Dysfunktion, Unlust

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesen Medikamenten

Antidepressiva-induzierte sexuelle Dsyfunktion: Besserung durch Sport

03.01.2014 Eine neue in Depression and Anxiety veröffentlichte Studie sagt, dass Sport die sexuellen Funktionen bei Antidepressiva-einnehmenden Frauen verbessern kann.

Sport zur richtigen Zeit

Psychologen entdeckten, dass Training mit moderater Intensität zur richtigen Zeit deutlich den Sex von Frauen verbessert, die Antidepressiva einnehmen.

„Diese Befunde haben wichtige Auswirkungen auf das Gesundheitswesen, denn Sport als Behandlungsmethode für die sexuellen Nebenwirkungen ist leicht machbar, mit reduzierten Kosten und keinerlei zusätzlicher Behandlungslast verbunden“, sagte Tierney Lorenz von der University of Texas.

Die Forscher untersuchten in Ihrer Studie 52 Frauen, die über sexuelle Nebenwirkungen bei Antidepressiva berichteten.

Während der ersten drei Wochen der Studie machten die Teilnehmer keinen Sport vor ihren sexuellen Aktivitäten.

Im zweiten Versuch machte die eine Hälfte der Teilnehmer drei Wochen lang Sport direkt vor der sexuellen Aktivität und die andere Hälfte machte drei Wochen lang zeitlich nicht darauf abgestimmten Sport. Alle waren dreimal pro Woche sexuell aktiv, machten 30 Minuten Krafttraining und kardiovaskuläres Training.

Die zwei Gruppen wechselten dann im 3. Versuch ihre Rollen. Frauen, die regelmäßig trainierten, wurden darum gebeten, drei Sessions zusätzlich zu ihrer normalen Trainingsroutine zu machen.

’30 Minuten davor‘ zeigte die größte Wirkung

Die Ergebnisse zeigten, dass 30 Minuten Sport direkt vor dem Verkehr die Wirkung der Libido-abstumpfenden Antidepressiva reduzierte.

Die Befunde basieren auf den selbstberichteten Beurteilungen der Teilnehmer über ihre sexuellen Funktionen, Zufriedenheit und psychologische Gesundheit vor und nach jedem Versuch. Sie berichteten auch über jedes sexuelle Ereignis in Online-Tagebüchern.

Laut den Befunden verbesserte regelmäßiger Sport auch die Orgasmusfunktion bei allen Frauen.

Jedoch zeigte sich, dass die unmittelbar vor dem Sex trainierenden Frauen eine deutlich stärkere Libido und allgemeine Verbesserungen bezüglich der sexuellen Funktionen erfuhren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: University of Texas at Austin; Depression and Anxiety, Dez. 2013

Studie untersuchte durch Antidepressiva hervorgerufene sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen

28.09.2016 Sexuelle Funktionsstörungen (Dysfunktion) sind eine häufige Nebenwirkung von Antidepressiva auch bei Frauen; eine neue in der Zeitschrift Mayo Clinic Proceedings veröffentlichte Studie der University of North Carolina at Charlotte untersuchte diese Verbindung.

Gefahr des Behandlungsabbruchs

Die Forscher Dr. Stephanie Faubion und Dr. Jordan Rullo berichten, dass sich die sexuellen Nebenwirkungen innerhalb von einer bis drei Wochen nach dem Beginn einer Antidepressiva-Behandlung entwickeln. Jedoch zeigen sich die positiven Wirkungen der Medikamente selbst erst in der 2. – 4. Woche nach Behandlungsbeginn, was einige Frauen veranlassen kann, das Interesse an einem Medikament zu verlieren, da es mehr Schaden als Vorteile zu bieten scheint.

Ursachen für sexuelle Nebenwirkungen

Die Veränderungen im Neurotransmitter-System – insbesondere von Serotonin – durch die Antidepressiva ist wohl der wahrscheinlichste Grund für die weibliche sexuelle Dysfunktion laut dem Bericht, aber Symptome der sexuellen Funktionsstörung vor dem Beginn einer Antidepressiva-Behandlung weisen auf einen weiteren Schuldigen.

Die Depression selbst ist ein bedeutender Risikofaktor für die sexuelle Dysfunktion und umgekehrt, sagte Dr. Rullo. In einer Meta-Analyse mit mehr als 14.000 Patientinnen hatten diejenigen mit einer Depression eine Wahrscheinlichkeit von 50 % bis 70 % für die Entwicklung einer sexuellen Funktionsstörung, selbst nach der Anpassung auf häufige Komorbiditäten.

Es ist deshalb besonders wichtig, die sexuellen Funktionen einer Patientin vor und nach der Antidepressiva-Behandlung zu bestimmen. Dies kann dann zeigen, ob die sexuellen Funktionsprobleme aufgrund der Depression, der Wirkung des Antidepressivums oder vielleicht durch beide Bedingungen entstanden sind.

Eine der in dem Artikel untersuchten Studie fand heraus, dass 15 Prozent der Frauen aufhörten, ihr verschriebenes Antidepressivum nach der Entwicklung von sexueller Dysfunktion zu nehmen, aber die Hälfte dieser Frauen hatte nicht mit ihrem Arzt über diese Probleme gesprochen.

Der erste Schritt ist die Identifizierung des Bereichs, in dem die sexuelle Funktionsstörung fällt: was eine geringe sexuelle Lust bzw. Unlust, geringe Erregung und/oder eine Orgasmus-Funktionsstörung einschließen kann.

Welche AD verursachen eher sexuelle Funktionsstörungen, welche weniger

Relative Häufigkeit sexueller Dysfunktion nach Psychopharmakon und Bereich der sexuellen Störung:

Lust – Erregung – Orgasmus

+ = <10% Häufigkeit oder <5% relativ zu Placebo; ++ = 10%-25% Häufigkeit; +++ = >25% Häufigkeit.

Ansätze zur Behandlung von SD unter AD

Es gibt mehrere Ansätze zur Behandlung der sexuellen Funktionsstörungen, sagte Rullo. Durch das Sprechen mit dem Arzt über die Symptome und mögliche Behandlungsoptionen, kann die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs der Antidepressiva-Behandlung aufgrund unangenehmer Nebenwirkungen verringert werden.

Der Artikel weist auf die Behandlungsoptionen von pharmakologischen und Verhaltensansätzen:

Behaviorale Behandlungsform:

  • Sport,
  • Planung sexueller Aktivitäten,
  • Vibrationsstimulation,
  • Psychotherapie.

Komplementäre und integrative Behandlungen:

  • Akupunktur,
  • Maca-Wurzel (Maca),
  • Safran (Crocus sativus L),
  • Rosa damascena Öl (Rosenöl).

Pharmakologische Behandlung:

  • Dosisreduktion oder Absetzen von Antidepressiva,
  • abwarten und beobachten,
  • vorübergehendes Aussetzen der Behandlung,
  • Adjunktive Behandlung (z.B. Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer, Bupropion, Testosteron).

© arznei-news.de – Quellenangabe: University of North Carolina at Charlotte, Mayo Clinic Proceedings – dx.doi.org/10.1016/j.mayocp.2016.04.033; Sept. 2016





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

2 Erfahrungen zu “Antidepressiva: Sexuelle Dysfunktion, Unlust”

  1. Seit ich mein Antidepressivum nehmen muss (schon seit 2004), wurde es immer weniger mit meiner Libido. Inzwischen habe ich seit 5 Jahren keinen Sex mehr gehabt und ich bin eine Frau mit 49 Jahren.

  2. kein sexuelles gefühl mehr. kitzler ist total taub… (sieben jahre brintellix)

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