Selinexor

Multiples Myelom: Daten aus Phase I Studie (Kombination)

08.06.2016 Das Moffitt Cancer Center hat auf dem American Society of Clinical Oncology Annual Meeting in Chicago Ergebnisse aus einer Phase-1-Studie veröffentlicht, die Selinexor zusammen mit liposomalem Doxorubicin und Dexamethason bei Patienten mit rezidivierendem und refraktärem Multiplen Myelom evaluierte.

Wirkweise

Selinexor ist das erste Medikament einer neuen Klasse von Wirkstoffen – Selective Inhibitor of Nuclear Export genannt. Es wirkt, indem es ein Protein im Zellkern der Krebszellen hemmt, wodurch es zur Aktivierung der Tumorsuppressoren kommt, die die Krebszellen töten. Normale Zellen werden meist verschont. Präklinische Studien haben gezeigt, dass Selinexor in Kombination mit Doxorubicin in MM-Mausmodellen synergistisch ist.

Phase-I-Studie

Die Ziele der Phase-1-Studie sind die maximal verträgliche Dosis und die empfohlene Phase-2-Dosis für Selinexor, liposomales Doxorubicin und Dexamethason bei Patienten mit rezidivierendem und refraktärem Multiplen Myelom zu bestimmen, die zwei oder mehr frühere Therapien einschließlich Lenalidomid und ein Proteasom-Inhibitor erhalten haben. Zusätzlich zur Induktionsphase umfasst die Behandlung eine Anfangsphase und eine Erhaltungsphase sowohl zu Selinexor und Dexamethason allein.

11 Patienten mit durchschnittlich fünf vorherigen Therapielinien wurden in die Studie aufgenommen.

Unerwünschte Ereignisse

Dosislimitierende Toxizitäten enthielten niedrige Thrombozytenzahl, Übelkeit und niedrige Natriumwerte.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Behandlung auftraten, waren:

  • Hyponatriämie (54%),
  • Anämie (38%),
  • Thrombozytopenie (38%),
  • Neutropenie (38%),
  • Durchfall (23%),
  • Erbrechen (23%),
  • Hyperglykämie (15% ) und
  • Müdigkeit (15%).

Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Selinexor-Kombinationstherapie bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom aktiv ist. Von 10 auswertbaren Patienten erreichten jeweils zwei eine sehr gute partielle Remission, teilweises Ansprechen und ein minimales Ansprechen. Die restlichen vier zeigten kein Ansprechen.
© arznei-news.de – Quelle: H. Lee Moffitt Cancer Center & Research Institute, Juni 2016

Medikament erfolgreich in Phase 2b-Studie

01.05.2018 Karyopharm Therapeutics Selinexor, ein oral zu verabreichender selektiver Inhibitor des Zellkernexports (SINE), hat in einer Phase-2b-Studie eine Gesamtansprechrate (ORR) von 25,4% bei stark vorbehandelten Patienten mit refraktärem Multiplem Myelom gezeigt.

Die ORR – das Hauptziel der STORM-Studie – zeigte vollständiges Ansprechen (CR; 2) und partielles Ansprechen (PR; 29) oder sehr gutes partielles Ansprechen (VGPR) bei Patienten mit penta-refraktärem Myelom.

Selinexor erreichte 4,4 Monate als mediane Ansprechzeit (DOR), die als ein wichtiges sekundäres Ziel der STORM-Studie definiert wurde.

Die Studie wurde mit fast 122 Patienten mit stark vorbehandeltem, penta-refraktärem Myelom durchgeführt, die zweimal pro Woche mit 80 mg oralem Selinexor in Kombination mit 20 mg niedrig dosiertem Dexamethason, ebenfalls zweimal pro Woche oral verabreicht, behandelt wurden.

Penta-refraktär in der Phase 2b Studie wurde definiert als Patienten, die mindestens ein Alkylierungsmittel, Glukokortikoide, zwei immunmodulatorische Medikamente, zwei Proteasom-Inhibitoren, und Darzalex (Daratumumab) erhielten.

Dieses war bei solchen Patienten der Fall, deren Erkrankung nach Glukokortikoiden, mindestens einem Proteasom-Inhibitor, mindestens einem immunmodulatorischen Medikament, und Darzalex, refraktär war und deren Krankheit nach ihrer jüngsten Behandlung fortgeschritten ist.

Karyopharm plant, in der zweiten Jahreshälfte 2018 den Zulassungsantrag für die Behandlung von penta-refraktärem multiplen Myelom bei der US Food and Drug Administration und Anfang 2019 bei der Europäischen Arzneimittelbehörde einzureichen.

Im letzten Monat hatte Selinexor von der FDA für die Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom, die mehr als drei früheren Therapielinien unterzogen wurden, Fast Track Status erhalten.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Karyopharm Therapeutics



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