Haloperidol (Haldol)

NeuroleptikaPsychopharmaka

News

  • März 2012 Erhöhte Sterblichkeit durch Haloperidol bei Demenz … zum Artikel
  • 28.08.2013 Zweifelhafte Wirkung: Haloperidol bei Delirium … zum Artikel
  • 05.11.2017 Als Begleittherapie besser als Placebo bei akuten Gastroparese-Symptomen … zum Artikel
  • 22.12.2017 Rote-Hand-Brief zu Haldol (Tabletten, Tropfen zum Einnehmen, Injektionslösung) und Haldol Decanoat Depot (Haloperidol, Haloperidoldecanoat) – Änderungen der Indikationen und Dosierung … zum Artikel
  • 21.02.2018 Haloperidol verhindert weder Delirium noch verbessert es die Überlebenschancen von Patienten auf der Intensivstation … zum Artikel
  • 26.10.2018 Weder Haloperidol noch Ziprasidon verkürzen Delirium- oder Koma-Dauer auf der Intensivstation … zum Artikel

Wirkung, Indikation

Einordnung unter: Psycholeptika, Antipsychotika, Butyrophenon-Derivate.

Wirkstoffgruppe: hochpotente Neuroleptika aus der Gruppe der Butyrophenone
Wirkung auf die Psyche: antipsychotisch
Medikament ist zugelassen und wird verkauft in Deutschland.
Wird angewendet bei Psychosen, manischen Phasen, Schizophrenie.

Medikamente, die den Wirkstoff Haloperidol enthalten: Haldol, Haloper, Sigaperidol.

Haloperidol wird bei der Behandlung von Schizophrenie, Tics beim Tourette-Syndrom, Manie bei bipolarer Störung, Übelkeit und Erbrechen, Delirium, Erregung, akuter Psychose und Halluzinationen beim Alkoholentzug eingesetzt.

Artikel zum Einsatz bei:

Mögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Häufig auftretende NW bei Haloperidol:

  • Frühdyskinesien,
  • Parkinson-Syndrom,
  • Akathisie (Sitzunruhe), Unruhegefühle, Erregung.
  • Manifestation von Spätdyskinesien möglich. Therapie beenden.
  • Maskierte Dyskinesien möglich.
  • MNS bei Haloperidol: sofort Absetzen und intensivmedizinische Maßnahmen einleiten.
  • Müdigkeit,
  • Benommenheit,
  • depressive Stimmungslage,
  • Lethargie (Intertessenlosigkeit),
  • Schwindelgefühle,
  • Kopfschmerzen,
  • delirante Syndrome,
  • zerebrale Krampfanfanfälle.

Gelegentlich bei Haloperidol: Hypotonie, orthostatische Dysregulation, reflektorische Beschleunigung Herzfrequenz, peripheres ödem, Gesichtsödeme, Hyponatriämie, Priapismus, erektile Dysfunktion, Haarausfall, Störung Atemrhythmus, Atemnot, Lungenentzündung, Torsades de Pointes. Selten bei Haloperidol: Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe, Appetitverlust, Sodbrennen, Dyspepsie, passagere Erhöhung Leberenzymaktivität, Hepatits, Akkommodationsstörung, Mundtrockenheit, Gefühl verstopfte Nase, Erhöhung Augeninnendruck, Miktionsstörungen, Menstruationsstörungen, Galaktorrhoe, Anschwellen der Brustdrüsen (männlich), sexu. Funktionsstörungen, Gewichtszunahme, Störung Glukosestoffwechsel, ADH-Sekretion, Pigmenteinlagerung in Kornea/Linse, allergische Hautreaktionen.

Sehr selten bei Haloperidol: Agranulozytose, Verlängerung QT-Intervall, ventrikuläre Arrhythmie, lebensbedrohlich paralytisch Ileus.

Einzelfälle bei Haloperidol: Leukopenie, Thrombopenie, Eosinophilie, Trizytopenie, Beinthrombose, Beckenvenenthrombosen.

Warnhinweise, Gegenanzeigen

Sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden; Kontraindiziert.
Während der Stillzeit: Abstillen – Kontraindiziert.

Gegenanzeigen: Intoxikation d. Alkohol u. Medikamente wie Opioide, Hypnotika und Psychopharmaka; toxische Psychosen und komatöse Zustände, Kinder unter 3 Jahren, Koma – komatöse Zustände, Paragruppenallergie (bei Tropfenzubereitung), Überempfindlichkeit gegen Haloperidol und andere Butyrophenone oder einen der sonstigen Hilfsstoffe.

Nur vorsichtig und/oder geringer dosiert einsetzen von Haloperidol bei: Asthma bronchiale, chronische Atemstörungen, Alter über 65 Jahre, Arteriosklerose, Blutbildungsstörung, Blutungsneigung – keine i.m.-Injektion, Darmstenose, Depression, Engwinkelglaukom, Epilepsie, Frauen im gebärfähigen Alter – Empfängnisschutz, Glaukom, Harnverhaltung, Herzerregungsleitungsstörung, Herzkrankheit, Hirnschaden – subkortikaler, Hirnschaden, organischer, Hyperthyreose, Hypokaliämie – Möglichkeit der QT-Verlängerung, schwere Hypotonie, Bradykardie, Kombination meiden mit anderen die QT-Zeit verlängernden Mitteln oder Mitteln, die eine Hypokaliämie auslösen können, Krampfanfälle in der Anamnese, schwere Leberfunktionsstörung, Leberschaden, Lungenemphysem, Magenausgangsstenose, malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte, prolaktinabhängige Tumoren, Niereninsuffizienz, Nierenschaden, chronische Obstipation, orthostatische Hypotonie, Parkinson-Syndrom und andere Stammhirnerkrankungen, Phäochromozytom, Pneumonitis, Prostatahyperplasie mit Restharnbildung, Pylorusstenose, angeborenes langes QT-Syndrom, Stammhirnprozess, Thrombose.

Wechselwirkungen

Folgende Medikamente zeigen Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme von Haloperidol bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten:

  • Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Chinidin, Buspiron, Fluoxetin.
  • Stimulanzien vom Amphetamin-Typ, Dopaminantagonisten.
  • Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung.
  • Kokain, Schmerzmittel, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, andere das ZNS dämpfende Arzneimittel.
  • Polypeptid-Antibiotika.
  • Trizyklische Antidepressiva, Sympathomimetika, Guanethidin, Antihypertonika, Methyldopa, Lithium, bestimmte Antiparkinsonmittel, Disulfiram, orale Antikoagulanzien, Gonadorelin.
  • Alkohol, Tee, Kaffee, Nikotin.

Rote-Hand-Brief zu Haldol (Tabletten, Tropfen zum Einnehmen, Injektionslösung) und Haldol Decanoat Depot (Haloperidol, Haloperidoldecanoat) – Änderungen der Indikationen und Dosierung

22.12.2017 Janssen-Cilag informiert, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur ein Harmonisierungsverfahren für alle Verabreichungsformen von Haldol und H. Decanoat Depot durchgeführt hat.

Dadurch haben sich zahlreiche Änderungen in den Fachinformationen zu Indikationen, höchster Tagesdosis, Dosierung und Art der Verabreichung, Dosierung bei älteren Patienten, Anpassungen bei Kontraindikationen, Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Hinweisen zu Fertilität, Schwangerschaft u. Stillzeit ergeben.

Die wichtigsten Änderungen:

Indikationsänderungen

Folgende Anwendungsgebiete sind weggefallen oder wurden eingeschränkt laut der Pressemitteilung von Janssen-Cilag:

  • Erbrechen (HALDOL 1 mg Tabletten und HALDOL-Tropfen zum Einnehmen) (weggefallen)
  • Tic-Störungen bei Kindern ab drei Jahren (HALDOL 1 mg / 5 mg / 10 mg Tabletten und HALDOL-Tropfen zum Einnehmen) nun erst zugelassen ab 10 Jahren (eingeschränkt)
  • akute und chronische schizophrene Syndrome (HALDOL-Injektionslösung) (weggefallen)

Dosisänderungen bei Erwachsenen und Kindern

Die höchste tägliche Dosis Haldol wurde reduziert auf:

  • 10 – 20 mg bei erwachsenen Patienten (indikationsabhängig)
  • 5mg bei älteren Patienten
  • 3 – 5 mg bei Kindern (indikationsabhängig)
  • Zur Reduktion von unerwünschten Nebenwirkungen sollte die niedrigstmögliche Dosis verabreicht werden.

Dosisänderungen für ältere Patienten

  • Empfohlen wird anfänglich 12,5 bis 25 mg alle vier Wochen, auch wenn die umgerechnete Dosis höher liegt, schreibt das Unternehmen.
  • Die Haldol-Decanoat-Depot-Dosis kann bis zum Erreichen eines optimalen Therapieansprechens maximal bis zur Höchstdosis von 75 mg alle vier Wochen erhöht werden.
  • Tagesdosen über 75 mg sollten nur dann erwogen werden, wenn die Patienten vorher höhere, orale Dosisäquivalente vertragen haben.
  • Zu Anfang der Umstellung auf Haldol-Decanoat-Depot kann eine ergänzende Einnahme von Haldol-oral notwendig werden, sagt Janssen-Cilag. Die Gesamtdosis darf eine Dosis von umgerechnet 5 mg / Tag orales Haloperidol oder die zuletzt verabreichte orale Dosis bei älteren Patienten mit längerer Behandlung nicht überschreiten.

Haldol-Decanoat-Depot

Die Dosierung und die Art der Verabreichung von Haldol-Decanoat-Depot (HDD) wurden wie folgt verändert:

  • Patienten müssen stabil auf orales Haldol eingestellt sein, bevor sie auf Haldol-Decanoat wechseln. Die Dosis von HDD entspricht bei Umstellung dem 10 – bis 15-Fachen der letzten oralen Haldol Tagesdosis.
  • Es wird empfohlen, HDD alle 4 Wochen tief intramuskulär zu injizieren
  • Die Dosis darf in 50 mg Schritten alle vier Wochen angepasst werden, bis ein optimales Therapieansprechen erreicht wird, jedoch maximal bis zur Höchstdosis von 300 mg.
  • Zu Beginn der Umstellung auf HDD könnte eine ergänzende Einnahme von Haldol-oral notwendig werden. Die Gesamtdosis darf umgerechnet 20 mg / Tag orales Haloperidol nicht überschreiten

© arznei-news.de – Quellenangabe: Zur ausführlichen Meldung des Herstellers; Dez. 2017

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