Haloperidol (Haldol)

NeuroleptikaPsychopharmaka

News

  • 28.08.2013 Zweifelhafte Wirkung: Haloperidol bei Delirium … zum Artikel
  • 05.11.2017 Als Begleittherapie besser als Placebo bei akuten Gastroparese-Symptomen … zum Artikel
  • 21.02.2018 Haloperidol verhindert weder Delirium noch verbessert es die Überlebenschancen von Patienten auf der Intensivstation … zum Artikel
  • 26.10.2018 Weder Haloperidol noch Ziprasidon verkürzen Delirium- oder Koma-Dauer auf der Intensivstation … zum Artikel

Wirkung, Indikation

Einordnung unter: Psycholeptika, Antipsychotika, Butyrophenon-Derivate.

Wirkstoffgruppe: hochpotente Neuroleptika aus der Gruppe der Butyrophenone
Wirkung auf die Psyche: antipsychotisch
Medikament ist zugelassen und wird verkauft in Deutschland.
Wird angewendet bei Psychosen, manischen Phasen, Schizophrenie.

Medikamente, die den Wirkstoff Haloperidol enthalten: Haldol, Haloper, Sigaperidol.

Haloperidol wird bei der Behandlung von Schizophrenie, Tics beim Tourette-Syndrom, Manie bei bipolarer Störung, Übelkeit und Erbrechen, Delirium, Erregung, akuter Psychose und Halluzinationen beim Alkoholentzug eingesetzt.

Artikel zum Einsatz bei:

Mögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Häufig auftretende NW bei Haloperidol:

  • Frühdyskinesien,
  • Parkinson-Syndrom,
  • Akathisie (Sitzunruhe), Unruhegefühle, Erregung.
  • Manifestation von Spätdyskinesien möglich. Therapie beenden.
  • Maskierte Dyskinesien möglich.
  • MNS bei Haloperidol: sofort Absetzen und intensivmedizinische Maßnahmen einleiten.
  • Müdigkeit,
  • Benommenheit,
  • depressive Stimmungslage,
  • Lethargie (Intertessenlosigkeit),
  • Schwindelgefühle,
  • Kopfschmerzen,
  • delirante Syndrome,
  • zerebrale Krampfanfanfälle.

Gelegentlich bei Haloperidol: Hypotonie, orthostatische Dysregulation, reflektorische Beschleunigung Herzfrequenz, peripheres ödem, Gesichtsödeme, Hyponatriämie, Priapismus, erektile Dysfunktion, Haarausfall, Störung Atemrhythmus, Atemnot, Lungenentzündung, Torsades de Pointes. Selten bei Haloperidol: Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe, Appetitverlust, Sodbrennen, Dyspepsie, passagere Erhöhung Leberenzymaktivität, Hepatits, Akkommodationsstörung, Mundtrockenheit, Gefühl verstopfte Nase, Erhöhung Augeninnendruck, Miktionsstörungen, Menstruationsstörungen, Galaktorrhoe, Anschwellen der Brustdrüsen (männlich), sexu. Funktionsstörungen, Gewichtszunahme, Störung Glukosestoffwechsel, ADH-Sekretion, Pigmenteinlagerung in Kornea/Linse, allergische Hautreaktionen.

Sehr selten bei Haloperidol: Agranulozytose, Verlängerung QT-Intervall, ventrikuläre Arrhythmie, lebensbedrohlich paralytisch Ileus.

Einzelfälle bei Haloperidol: Leukopenie, Thrombopenie, Eosinophilie, Trizytopenie, Beinthrombose, Beckenvenenthrombosen.

Warnhinweise, Gegenanzeigen

Sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden; Kontraindiziert.
Während der Stillzeit: Abstillen – Kontraindiziert.

Gegenanzeigen: Intoxikation d. Alkohol u. Medikamente wie Opioide, Hypnotika und Psychopharmaka; toxische Psychosen und komatöse Zustände, Kinder unter 3 Jahren, Koma – komatöse Zustände, Paragruppenallergie (bei Tropfenzubereitung), Überempfindlichkeit gegen Haloperidol und andere Butyrophenone oder einen der sonstigen Hilfsstoffe.

Nur vorsichtig und/oder geringer dosiert einsetzen von Haloperidol bei: Asthma bronchiale, chronische Atemstörungen, Alter über 65 Jahre, Arteriosklerose, Blutbildungsstörung, Blutungsneigung – keine i.m.-Injektion, Darmstenose, Depression, Engwinkelglaukom, Epilepsie, Frauen im gebärfähigen Alter – Empfängnisschutz, Glaukom, Harnverhaltung, Herzerregungsleitungsstörung, Herzkrankheit, Hirnschaden – subkortikaler, Hirnschaden, organischer, Hyperthyreose, Hypokaliämie – Möglichkeit der QT-Verlängerung, schwere Hypotonie, Bradykardie, Kombination meiden mit anderen die QT-Zeit verlängernden Mitteln oder Mitteln, die eine Hypokaliämie auslösen können, Krampfanfälle in der Anamnese, schwere Leberfunktionsstörung, Leberschaden, Lungenemphysem, Magenausgangsstenose, malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte, prolaktinabhängige Tumoren, Niereninsuffizienz, Nierenschaden, chronische Obstipation, orthostatische Hypotonie, Parkinson-Syndrom und andere Stammhirnerkrankungen, Phäochromozytom, Pneumonitis, Prostatahyperplasie mit Restharnbildung, Pylorusstenose, angeborenes langes QT-Syndrom, Stammhirnprozess, Thrombose.

Wechselwirkungen

Folgende Medikamente zeigen Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme von Haloperidol bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten:

  • Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Chinidin, Buspiron, Fluoxetin.
  • Stimulanzien vom Amphetamin-Typ, Dopaminantagonisten.
  • Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung.
  • Kokain, Schmerzmittel, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, andere das ZNS dämpfende Arzneimittel.
  • Polypeptid-Antibiotika.
  • Trizyklische Antidepressiva, Sympathomimetika, Guanethidin, Antihypertonika, Methyldopa, Lithium, bestimmte Antiparkinsonmittel, Disulfiram, orale Antikoagulanzien, Gonadorelin.
  • Alkohol, Tee, Kaffee, Nikotin.

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