Dupilumab (Dupixent) bei Asthma

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

News zum Einsatz bei Asthma

Eintritt in Phase III aufgrund positiver Phase II-b Asthma-Daten

Sanofi und Regeneron untersuchen ihren experimentellen monoklonalen Antikörper Dupilumab (Markenname ist Dupixent) in einer Phase III Studie bei mittelschwerem bis schwerem Asthma aufgrund positiver Phase-IIb-Daten.

In der Studie mit 776 Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem unkontrollierten Asthma zeigte Dupilumab eine Reduzierung der jährlichen Rate schwerer Exazerbationen im Vergleich zum Placebo um 64% bis 75%. Das Arzneimittel ist ein Interleukin-4-Rezeptor, der die Signalübertragung sowohl der IL-4 und IL-13-Proteine, die mit einer Entzündung verbunden sind, moduliert.

George Yancopoulos von Regeneron Pharmaceuticals sagte, dass Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Asthma “einen hohen medizinischen Bedarf haben; oft kämpfen sie mit täglichen Symptomen und wiederkehrenden Asthma-Anfällen, trotz der Verwendung von inhalativen Steroiden, langwirksamen Beta-Agonisten und Notfall-Medikamenten”.

Elias Zerhouni von Sanofi sagte, dass viele dachten, dieser Ansatz würde nur einer Untergruppe von Asthmatikern zugute kommen, aber die Daten zeigten Dupilumabs Wirksamkeit auch darüber hinaus.

Dupilumab wird neben Asthma auch für atopische Dermatitis und chronischer Sinusitis mit nasaler Polyposis getestet. Es wird als ein Schlüsselmedikament im Portfolio Sanofis gesehen.
© arznei-news.de – Quelle: Sanofi, Nov. 2014

Unkontrolliertes anhaltendes Asthma: Ergebnisse aus Phase-3-Studie

13.09.2017 Sanofi und Regeneron Pharmaceuticals Inc. haben bekanntgegeben, dass die zulassungsrelevante Phase-3-Studie LIBERTY ASTHMA QUEST zu Dupilumab (Markenname Dupixent) bei einer breiten Patientenpopulation mit unkontrolliertem, persistentem Asthma ihre beiden primären Endpunkte erreicht hat.

Asthmaanfälle und Lungenfunktion

Das Medikament konnte – als Zusatz zu Standardtherapien – schwere Asthmaanfälle (Exazerbationen) verringern und die Lungenfunktion verbessern.

Nach 52 Wochen reduzierte Dupilumab in der 300 mg-Dosis-Gruppe schwere Asthmaanfälle um 46 Prozent in der Gesamtpopulation, um 60 Prozent bei Patienten mit 150 eosinophilen Zellen/Mikroliter oder mehr, und um 67 Prozent bei Patienten mit 300 eosinophilen Zellen/Mikroliter oder mehr (p weniger als 0,001 für alle Gruppen).

Nach 12 Wochen in der 300 mg-Dupixent-Dosisgruppe konnte eine mittlere Verbesserung der Lungenfunktion im Vergleich zu Placebo – gemessen am erzwungenen Exspirationsvolumen über eine Sekunde (FEV1) – unter Dupilumab von 130 mL (9 Prozent) in der Gesamtpopulation, 210 mL (11 Prozent) bei Patienten mit 150 eosinophilen Zellen/Mikroliter oder mehr und 240 mL (18 Prozent) bei Patienten mit 300 eosinophilen Zellen oder mehr beobachtet werden.

Die Ergebnisse für die 200 mg und 300 mg Dupixent-Dosisgruppen waren im Allgemeinen sowohl bei Exazerbationen als auch bei FEV1 vergleichbar. Das Ausmaß des Ansprechens des Patienten korrelierte mit allergischem oder atopischem Status (Blut-Eosinophilen und andere Marker). Bei Patienten mit weniger als 150 eosinophilen Zellen/Mikroliter wurde eine geringere Aktivität beobachtet.

Nebenwirkungen

Die Gesamtraten unerwünschter Ereignisse, Todesfälle, Infektionen, Bindehautentzündungen, Herpes und Abbrüche waren zwischen den Dupixent- und Placebogruppen vergleichbar. Die Reaktionen an der Injektionsstelle lagen bei 17 Prozent in den Dupilumab-Gruppen und 8 Prozent bei den Placebo-Patienten.

An der Phase-3-Zulassungsstudie QUEST nahmen an 413 Studienzentren weltweit 1.902 Patienten teil, darunter 1.795 Erwachsene und 107 Jugendliche. Die vier Studiengruppen umfassten Patienten, die mit 200 mg jede zweite Woche mit einer Aufsättigungsdosis von 400 mg, 300 mg die anderen Wochen mit einer Aufsättigungsdosis von 600 mg behandelt wurden, und zwei separate Placebogruppen.
© arznei-news.de – Quelle: Sanofi und Regeneron Pharmaceuticals Inc., Sept. 2017

LIBERTY ASTHMA VENTURE: Deutlich reduzierte Steroide u. Asthmaattacken; verbesserte Lungenfunktion

31.10.2017 Sanofi und Regeneron Pharmaceuticals, Inc. haben Resultate aus der Phase-3-Studie LIBERTY ASTHMA VENTURE zur Bewertung von Dupilumab (Dupixent) bei Erwachsenen und Jugendlichen mit schwerem, steroidabhängigem Asthma bekanntgegeben.

Primärer Endpunkt

Für den primären Endpunkt – nach 24 Wochen in der Gesamtpopulation – verringerte sich durch die Zugabe von Dupilumab zu den Standardtherapien der Einsatz von oralen Kortikosteroiden (OCS) signifikant um durchschnittlich 70 Prozent (Medianreduktion von 100 Prozent) gegenüber 42 Prozent mit Placebo (Medianreduktion von 50 Prozent) (p unter 0,0001).

Bei vordefinierten Analysen von Patienten mit Eosinophil-Analysen über oder gleich 300 Zellen/Mikroliter, die mit Dupilumab behandelt wurden, wurde der OCS-Verbrauch durch Hinzufügen von Dupixent um durchschnittlich 80 Prozent (Medianreduktion von 100 Prozent) im Vergleich zu 43 Prozent bei Placebo (Medianreduktion von 50 Prozent) (Nominal p = 0,0001) signifikant reduziert.

Nach 24 Wochen gab es bei den mit Dupilumab behandelten Patienten trotz des reduzierten Einsatzes von OCS 59 Prozent weniger Attacken (Exazerbationen) in der Gesamtpopulation (p unter 0,0001) und 71 Prozent weniger Attacken bei Patienten mit einem eosinophilen Anteil von mehr als 300 Zellen/Mikroliter.

Ebenfalls nach 24 Wochen hatte Dupixent im Vergleich zu Placebo die Lungenfunktion verbessert, gemessen am erzwungenen Exspirationsvolumen über eine Sekunde (FEV1), um 220 ml (15 Prozent) in der Gesamtpopulation (p = 0,0007) und um 320 ml (25 Prozent) bei Patienten mit einem eosinophilen Anteil größer oder gleich 300 Zellen/Mikroliter (nominal p = 0,0049).

Sekundäre Endpunkte

Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil in dieser Studie stimmte mit früheren Studien überein.

In der Gesamtpopulation reduzierten 80 Prozent der Patienten, die Dupilumab erhielten, ihre OCS-Dosis um mindestens die Hälfte, während sie insgesamt die Asthmakontrolle beibehielten, verglichen mit 50 Prozent der Patienten, die Placebo erhielten (p weniger als 0,0001).

Bei Patienten mit einem Anteil an Eosinophilen größer oder gleich 300 Zellen/Mikroliter (hoher EOS-Wert), erlaubte Dupilumab eine Verringerung der OCS-Dosis um mindestens die Hälfte bei 88 Prozent der Patienten im Vergleich zu 52 Prozent bei Placebo (nominal p = 0,0011).

In der Gesamtpopulation reduzierten 69 Prozent der Patienten, die Dupixent erhielten, ihre OCS-Dosis auf weniger als 5 mg pro Tag, während sie gleichzeitig die Asthmakontrolle beibehielten, verglichen mit 33 Prozent der Patienten, die Placebo erhielten (p weniger als 0,0001); in der hohen EOS-Gruppe reduzierten 84 Prozent der Patienten mit Dupixent ihre OCS-Dosis auf weniger als 5 mg pro Tag, verglichen mit 40 Prozent bei Placebo (nominal p = 0,0002).

VENTURE

Im Rahmen der VENTURE-Studie wurden 210 Patienten (103 im Dupilumab-Arm und 107 im Placebo-Arm) mit schwerem Asthma und regelmäßiger Anwendung von OCS in den sechs Monaten vor der Aufnahme in die Studie aufgenommen. In der Studie war das verordnete OCS Prednison oder Prednisolon. Die Patienten wurden randomisiert im Verhältnis 1:1 behandelt und entweder mit Dupixent (300 mg jede zweite Woche mit einer Aufladedosis von 600 mg) oder Placebo behandelt. Der mediane Ausgangswert der Studie betrug 260 Eosinophile/Mikroliter.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Okt. 2017

Von der Europäischen Kommission für schweres Asthma zugelassen

08.05.2019 Die Europäische Kommission hat Dupixent (aktive Substanz ist Dupilumab) zur Verwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren als zusätzliche Erhaltungstherapie für schweres Asthma mit Typ-2-Entzündungen zugelassen, die durch erhöhte Bluteosinophile und/oder erhöhte fraktionierte ausgeatmete Stickoxide (FeNO) gekennzeichnet sind, und die mit hochdosiertem inhalierten Kortikosteroid (ICS) sowie einem anderen Arzneimittel zur Erhaltungstherapie unzureichend behandelt werden können.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Sanofi / Regeneron

Phase-3-Studie LIBERTY ASTHMA VOYAGE: Dupixent verringerte schwere Asthmaanfälle bei Kindern signifikant und verbesserte Lungenfunktion

13.10.2020 Eine zulassungsrelevante Phase-3-Studie zu Dupixent (Dupilumab) erreichte ihre primären und alle wichtigen sekundären Endpunkte bei Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren mit unkontrolliertem mittelschweren bis schweren Asthma, berichtet Sanofi.

In einer breiten Patientenpopulation mit entzündlichem Asthma vom Typ 2, die als Patienten mit erhöhten Eosinophilen (EOS) oder erhöhtem, fraktioniert ausgeatmeten Stickstoffmonoxid (FeNO) definiert wurde, verringerte Dupixent als Zusatz zur Standardbehandlung bereits zwei Wochen nach der ersten Dosis die Asthmaanfälle (Exazerbationen) signifikant und verbesserte die Lungenfunktion im Vergleich zur Standardbehandlung allein. Mehr als 90% der Kinder in der Studie hatten gleichzeitig mindestens eine entzündliche Erkrankung vom Typ 2, darunter atopische Dermatitis und eosinophile Ösophagitis.

Wirksamkeit

Der primäre Endpunkt bewertete die jährliche Rate schwerer Asthmaanfälle in zwei vordefinierten Primärpopulationen: Patienten mit Basislineblut EOS ≥300 Zellen/μl und Patienten mit Markern für Entzündungen vom Typ 2 (FeNO ≥20 ppb oder EOS ≥150 Zellen/μl). In diesen beiden Patientengruppen zeigten die Teilnehmer, die Dupixent (100 mg oder 200 mg alle zwei Wochen, basierend auf dem Gewicht) zur Standardbehandlung hinzufügten:

  • eine reduzierte Rate schwerer Asthmaanfälle mit einer durchschnittlichen Verringerung um 65% (p<0,0001) bzw. 59% (p<0,0001) über ein Jahr im Vergleich zu Placebo (0,24 bzw. 0,31 Ereignisse pro Jahr bei Dupixent gegenüber 0,67 bzw. 0,75 bei Placebo);
  • eine verbesserte Lungenfunktion nach 12 Wochen im Vergleich zum Ausgangswert um 10,15 bzw. 10,53 Prozentpunkte für Dupixent vs. 4,83 bzw. 5,32 Prozentpunkte für Placebo (FEV1pp). FEV1pp ist ein üblicher Endpunkt in pädiatrischen Asthmastudien zur Beurteilung der Veränderung der Lungenfunktion eines Patienten im Vergleich zur vorhergesagten Lungenfunktion auf der Grundlage einer Reihe von Faktoren wie Alter, Grösse und Geschlecht, um die wachsende Lungenkapazität der Kinder in verschiedenen Entwicklungsstadien zu berücksichtigen. Diese klinisch bedeutsame Verbesserung der Lungenfunktion wurde bereits nach zwei Wochen beobachtet und hielt bis zu 52 Wochen an, schreibt das Unternehmen.

Sicherheit

Die Sicherheitsergebnisse der Studie stimmten generell mit dem bekannten Sicherheitsprofil von Dupilumab bei Patienten im Alter von 12 Jahren und älter mit mittelschwerem bis schwerem Asthma überein.

Über einen Zeitraum von einem Jahr lag die Gesamtrate der unerwünschten Ereignisse bei 83% für Dupilumab und 80% für Placebo.

Zu den unerwünschten Ereignissen, die bei Dupilumab im Vergleich zu Placebo am häufigsten beobachtet wurden, gehörten Reaktionen an der Injektionsstelle (18% bei Dupilumab und 13% bei Placebo), virale Infektionen der oberen Atemwege (12% bei Dupilumab und 10% bei Placebo) und Eosinophilie (6% bei Dupilumab und 1% bei Placebo).
© arznei-news.de – Quellenangabe: Sanofi.


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