Botulinumtoxin (Botox)

Botulinumtoxin ist ein Sammelbegriff für einige sehr ähnliche neurotoxische Eiweiße. Andere gebräuchliche Bezeichnungen sind: (BoNT), Botulismustoxin, Botulinumtoxin, Botulin, Botulinustoxin. Ein bekannter Handelsname ist Botox. Andere: NeuroBloc.
ATC-Code ist M03AX01: M — Muskel- und Skelettsystem, M03A — Muskelrelaxanzien, peripher wirkend.

News zu Botulinumtoxin

FDA genehmigt Botox, um hyperaktive Blase zu behandeln

21.01.2013 Die FDA dehnt die genehmigte Verwendung von Botox (Botulinumtoxin A) aus, um Erwachsene mit hyperaktiver Blase zu behandeln, die nicht Anticholinergika verwenden können oder nicht auf diese Behandlung adäquat reagieren.

Die hyperaktive Blase

Hyperaktive Blase ist eine Störung, bei der die Blase sich zu oft oder ohne Ankündigung entleert. Symptome sind:

  • Unwillentlicher Verlust von Urin (Harninkontinenz),
  • Gefühl plötzlich und dringend urinieren zu müssen und
  • häufiges Urinieren.

Wirkung

Wenn Botox in den Blasenmuskel injiziert wird, bewirkt es, dass die Blase sich entspannt, die Kapazität erhöht und die Episoden von Harninkontinenz reduziert werden. Der Blase wird Botox mit Hilfe der Zystokopie injiziert; dieses Verfahren ermöglicht dem Arzt sich das Innere der Blase anzusehen, während er das Botox injiziert.

Nebenwirkungen bei hyperaktiver Blase

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin

Häufige Nebenwirkungen, die während der klinischen Studien berichtet wurden, waren:

  • Harnwegsinfektionen,
  • schmerzhaftes Urinieren und
  • unvollständige Entleerung der Blase; diese Patienten, könnten gezwungen sein, einen Katheter zu benutzen, bis die Harnbewahrung nachläßt.

Die vollständigen unerwünschten Wirkungen sollten mit dem Arzt geklärt werden.

Gegenanzeigen bei hyperaktiver Blase

Patienten, die hinsichtlich einer hyperaktiven Blase mit Botox behandelt werden, sollten keine Harnweginfektion haben und zuvor, während und einige Tage nach der Botox Behandlung Antibiotika einnehmen, um so die Gefahr einer Infektion durch die Prozedur zu verringern.
© arznei-news.de – Quelle: U.S. Food and Drug Administration, Jan. 2013

FDA-Zulassung bei Spastizität der unteren Extremitäten

27.01.2016 Die US Food and Drug Administration (FDA) hat Allergans BOTOX (OnabotulinumtoxinA) zur Behandlung von Spastizität der unteren Extremitäten bei erwachsenen Patienten genehmigt, um eine verstärkte Muskelsteifheit in Knöchel und Zehenmuskulatur zu verringern.

Botox ist das erste und einzige von der FDA zugelassene Botulinumtoxin Produkt, um mehrere Muskelgruppen der oberen (Ellenbogen, Handgelenk, Finger und Daumen) und unteren Gliedmaßen, die durch Spastik betroffen sein können, zu behandeln.

BOTOX wurde zuerst bei Erwachsenen im März 2010 zur Behandlung von Spastizität der oberen Extremitäten (ULS) bzw. einer erhöhten Muskelsteifheit in Ellbogen, Handgelenk und Fingern genehmigt. Eine zusätzliche FDA-Zulassung wurde im April 2015 für die Behandlung von Erwachsenen mit ULS zweier Daumen-Muskeln erteilt.

Es ist nicht bekannt, ob das Medikament sicher und wirksam eine erhöhte Steifigkeit in den oberen Muskeln – außer in den Ellenbogen, Handgelenken, Fingern und Daumen – oder eine erhöhte Steifheit in den Muskeln der unteren Gliedmaßen – als den in den Knöcheln und Zehen – behandeln kann.

Das Medikament konnte nicht zeigen, dass es Patienten bei der Ausführung aufgabenspezifischer Funktionen ihrer oberen Gliedmaßen hilft oder die Bewegung in den Gelenken erhöht, die dauerhaft durch steife Muskeln in ihrer Position fixiert sind. Die Behandlung mit Botox ist nicht dafür gedacht, die bestehende physikalische Therapie oder andere vom Arzt verschriebene Rehabilitationsmaßnahmen zu ersetzen.

Wirkung im Vergleich zu Placebo

Die FDA-Zulassung basiert auf den Daten eines großen, internationalen Entwicklungsprogramm mit einer Phase III multizentrischen, doppelblinden, randomisierten, Placebo-kontrollierten klinischen Studie, die die Sicherheit und Wirksamkeit von Botulinumtoxin im Vergleich zu Placebo bei mehr als 400 Patienten mit Spastizität der unteren Extremitäten nach einem Schlaganfall auswertete.

Die Studie verglich eine insgesamte Botox-Dosis von 300 bis 400 Einheiten aufgeteilt unter Knöchel- und Zehenmuskulatur (n = 233) mit Placebo (n = 235). Statistisch signifikante Verbesserungen wurden in den beiden koprimären Endpunkten beobachtet: die durchschnittliche Veränderung vom Ausgangswert bei der Verbesserung der Muskelspannung nach modifizierter Ashworth-Skala (MAS) und dem klinischen Nutzen für die Patienten (Clinical Global Impression of Change).

Nebenwirkungen bei dieser Indikation

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (> 2%) waren

  • Arthralgie (3%),
  • Rückenschmerzen (3%),
  • Myalgie (2%),
  • Infektionen der oberen Atemwege (2%) und
  • Schmerzen an der Injektionsstelle (2%).

Das in der Studie beobachtete Sicherheitsprofil war konsistent mit dem bekannten Sicherheitsprofil von BOTOX.
© arznei-news.de – Quelle: Allergan, Jan. 2016

Botox kann chronische neuropathische Schmerzen reduzieren

10.02.2016 Subkutan injiziertes Botulinustoxin Toxin Typ A (BTX-A) scheint sicher und wirksam chronischen neuropathischen Schmerz bei Patienten mit Rückenmarksverletzung zu reduzieren laut einer in der Zeitschrift Annals of Neurology herausgegebenen Studie.

Zee-A Han vom National Rehabilitation Center in Seoul und Kollegen untersuchten die Wirkung einer einmalig subkutan gespritzten Dosis Btx A (200 Einheiten) auf 40 Patienten mit neuropathischen Schmerzen aufgrund von Rückenmarksverletzungen. Es wurden Schmerzen und Lebensqualität vor, sowie vier und acht Wochen nach der Behandlung erfasst.

Neuropathische Schmerzen werden durch Läsionen oder Erkrankungen von Nerven verursacht. Betroffen können das periphere oder zentrale Nervensystem sein.

Schmerzlinderung

Bei denen auf die Botox-Injektion ansprechenden Patienten der BTX-A-Gruppe kam es bei 55% nach der vierten und 45% nach der achten Woche zu einer Schmerzlinderung von 20% oder mehr. In der Placebo-Gruppe kam es nur bei 15% nach der vierten und 10% nach der achten Woche bei den auf den Behandlung ansprechenden Teilnehmern zu einer Schmerzreduktion ähnlichen Ausmaßes.

Lebensqualität

Die Schmerzlinderung war an die Erhaltung der motorischen und sensorischen Funktionen unterhalb des neurologischen Verletzungsniveaus gebunden. Für den körperlichen Gesundheitsbereich der WHOQOL-BREF Beurteilung der Lebensqualität zeigten die Verbesserungen in der Btx-A-Gruppe vier Wochen nach der Injektion eine leichte Tendenz zur Signifikanz.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Botox hartnäckige chronische neuropathische Schmerzen bei Patienten mit Rückenmarksverletzung reduzieren kann, schreiben die Autoren.

Medytox, ein Hersteller von Botulinustoxintoxin-Produkten, unterstützte die Studie.
© arznei-news.de – Quelle: Annals of Neurology, Feb. 2016



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