Anticholinergika

Anticholinergika oder Parasympath(ic)olytika hemmen den Muscarin-Rezeptor kompetitiv und unterdrücken so die Wirkung von Acetylcholin im parasympathischen Nervensystem.

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Definition, Beschreibung

Ein anticholinerges Mittel ist eine Substanz, die den Neurotransmitter Acetylcholin im zentralen und peripheren Nervensystem blockiert.

Diese Wirkstoffe hemmen parasympathische Nervenimpulse, indem sie selektiv die Bindung des Neurotransmitters Acetylcholin an seinen Rezeptor in Nervenzellen blockieren.

Die Nervenfasern des parasympathischen Systems sind für die unwillkürliche Bewegung der glatten Muskeln im Magen-Darm-Trakt, Harnwege, Lungen und vielen anderen Körperteilen verantwortlich.

Anticholinergika werden entsprechend ihrer spezifischen Ziele im zentralen und peripheren Nervensystem in drei Kategorien eingeteilt: Antimuskarinika, Ganglienblocker und neuromuskuläre Blocker.

Liste

Eine Liste der Anticholinergika:

Nebenwirkungen

Langfristiger Gebrauch kann das Risiko für geistigen und körperlichen Verfall erhöhen. Es ist unklar, ob sie das Todesrisiko generell beeinflussen. Allerdings scheinen sie bei älteren Erwachsenen das Todesrisiko zu erhöhen. Mögliche Nebenwirkungen von Anticholinergika sind unter anderem:

  • Schlechte Koordination
  • Demenz
  • Verminderte Schleimproduktion in Nase und Rachen; dadurch trockene, schmerzende Kehle
  • Trockener Mund mit möglicher Kariesbeschleunigung
  • Hemmung des Schwitzens; dadurch verminderte epidermale Wärmeableitung, die zu warmer, fleckiger oder geröteter Haut führt.
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Pupillenerweiterung; dadurch Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Verlust der Akkommodation (Verlust der Fokussierfähigkeit, verschwommenes
  • Sehen – Cycloplegie)
  • Doppeltsehen
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • leichteres Erschrecken
  • Harnstau
  • Harninkontinenz im Schlaf
  • Reduzierter Stuhlgang, manchmal Ileus (vermindert die Beweglichkeit über den Vagusnerv)
  • Erhöhter Augeninnendruck; gefährlich für Menschen mit Engwinkelglaukom.

Mögliche Effekte im zentralen Nervensystem ähneln denen, die mit Delirium verbunden sind, und können einschließen:

  • Verwirrung
  • Desorientierung
  • Aufregung
  • Euphorie oder Dysphorie
  • Atemdepressionen
  • Gedächtnisprobleme
  • Konzentrationsunfähigkeit
  • Wandernde Gedanken; Unfähigkeit, einen Gedankengang aufrechtzuerhalten
  • Unzusammenhängendes Sprechen
  • Reizbarkeit
  • Psychische Verwirrung
  • Myoklonisches Zucken
  • Ungewöhnliche Empfindlichkeit gegenüber plötzlichen Geräuschen
  • Unlogisches Denken
  • Photophobie
  • Sehstörungen (periodische Lichtblitze, periodische Änderungen im Gesichtsfeld, visuelles Rauschen, eingeschränkter oder „Tunnelblick“.
  • Visuelle, auditive oder andere sensorische Halluzinationen (verzogene oder Wellen von Flächen und Kanten, strukturierte Oberflächen, „tanzende“ Linien; „Spinnen“, Insekten; lebendig wirkende Objekte, die von der Realität nicht zu unterscheiden sind; Phantomrauchen; halluzinierte Anwesenheit von Menschen, die nicht wirklich da sind.
  • Selten: Anfälle, Koma und Tod
  • Orthostatische Hypotonie (starker Abfall des systolischen Blutdrucks beim plötzlichen Aufstehen) und deutlich erhöhtes Sturzrisiko bei älteren Menschen.