Depression durch Kontrazeptiva

Verwendung von oralen Kontrazeptiva bei Jugendlichen: Zusammenhang mit Depressionsrisiko im Erwachsenenalter

01.09.2019 Frauen, die in der Jugend orale Verhütungsmittel verwendet haben, entwickeln als Erwachsene eher Depressionen laut einer im Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlichten Studie.

Klinische Depressionen

Die jugendlichen Benutzerinnen von Antibabypillen entwickelten im Erwachsenenalter 1,7- bis dreimal häufiger klinische Depressionen als Frauen, die als Erwachsene mit der Einnahme von Antibabypillen begannen, und Frauen, die nie Antibabypillen eingenommen hatten.

Die Studie ist die erste, die sich mit dem Einsatz oraler Kontrazeptiva in der Pubertät und dessen Zusammenhang mit der langfristigen Anfälligkeit von Frauen für Depressionen beschäftigt, schreiben die Forscher. Frauen sind doppelt so häufig wie Männer von Depressionen betroffen.

Die Forscher analysierten Daten aus einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage unter 1.236 Frauen in den USA und kontrollierten eine Reihe von Faktoren, die möglicherweise den Zusammenhang zwischen Kontrazeptiva und Depressionsrisiko erklären könnten. Dazu gehören das Alter zu Beginn der Menstruation, das Alter des ersten Geschlechtsverkehrs und die aktuelle Verwendung von oralen Verhütungsmitteln.

Während die Daten deutlich einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Kontrazeptiva während der Adoleszenz und einem erhöhten Depressionsrisiko im Erwachsenenalter zeigen, unterstreichen die Forscher um Christine Anderl vom Fachbereich Psychologie der Universität British Columbia, dass sie nicht Ursache und Wirkung belegen können.

Langfristiges Risiko

Die Wissenschaftler zeigen einen langfristigen Zusammenhang zwischen der Kontrazeptiva-Einnahme von weiblichen Jugendlichen und dem Depressionsrisiko im Erwachsenenalter unabhängig von der aktuellen Nutzung von Verhütungsmitteln.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Adoleszenz ein sensibler Zeitraum sein kann, in dem die Kontrazeptiva-Einnahme das Risiko für Depressionen bei Frauen Jahre nach der ersten Exposition erhöhen könnte.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Child Psychology and Psychiatry (2019). DOI: 10.1111/jcpp.13115

Weitere Studie untersuchte Verbindung zwischen dem Einsatz von oralen Verhütungsmitteln und Depressionssymptomen

06.10.2019 Anouk E. de Wit vom Fachbereich Psychiatrie der Universität Groningen und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen der Verhütung mit oralen Kontrazeptiva und gleichzeitig auftretenden depressiven Symptomen bei Jugendlichen und jungen Frauen.

Die Ergebnisse dieser Kohortenstudie mit 1.010 Jugendlichen, die 9 Jahre lang beobachtet wurden, zeigten höhere depressive Symptome bei 16-jährigen Frauen, die mit der Antibabypille die Empfängnis verhüteten, im Vergleich zu Mädchen, die keine oralen Verhütungsmittel verwendeten.

Insbesondere berichteten junge Frauen, die orale Kontrazeptiva einsetzten, auch über mehr Weinen, Essstörungen und Hypersomnie im Vergleich zu Nicht-Nutzerinnen.

Dies galt nicht für alle Anwenderinnen zusammen (mittleres Alter, 16,3 bis 25,6 Jahre). Die Forscher stellten bei diesen keine höheren depressiven Symptomwerte fest als bei Nicht-Anwenderinnen; die Verknüpfung mit vermehrten depressiven Symptomen konnte nur bei jugendlichen Anwenderinnen (mittleres Alter, 16,5 Jahre) festgestellt werden, schreiben die Wissenschaftler in JAMA Psychiatry.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry – doi:10.1001/jamapsychiatry.2019.2838



Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu “Depression durch Kontrazeptiva

  1. Ich habe Depressionen ca.seit meinem 16 Lebensjahr und habe mit 15 Jahren begonnen die Pille zu einzunehmen. Ich habe zwischendurch auch mal eine längere Zeit nicht die Pille genommen.

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