Durvalumab (Imfinzi) – Lungenkrebs (NSCLC)

Primärer Endpunkt in Phase 3 NSCLC-Studie erreicht

15.05.2017 AstraZenecas Imfinzi (Wirkstoff Durvalumab) verringerte deutlich das Risiko für eine Verschlechterung der Erkrankung oder Tod bei Patienten mit Lungenkrebs im dritten Stadium in einer Phase-3-Studie.

Die MedImmune-Einheit des Unternehmens führte die Pacific-Studie durch und die erreichte laut dem Unternehmen einen der primären Endpunkte des progressionsfreien Überlebens (PFS) bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) im 3. Stadium.

Die an mehreren Zentren durchgeführte Studie nahm Patienten auf, die für eine Operation nicht infrage kamen und deren Krankheit nach dem Erhalt der Standardbehandlung (Platin-basierte Chemotherapie gleichzeitig mit Strahlentherapie) nicht fortgeschritten war.

Das PFS im Imfinzi-Arm zeigte sich als statistisch signifikant und klinisch-bedeutend.

Nach der Veröffentlichung der Zwischenanalyse der Phase-3-Studie stellte AstraZeneca fest, dass Durvalumab das erste Immuno-Onkologie-Medikement ist, das ein überlegenes PFS in einem Erhaltungssetting demonstriert.

Der andere primäre Endpunkt der Studie ist das Gesamtüberleben (OS), das laut dem Unternehmen erst noch ausgewertet werden muss.

Sekundäre noch auszuwertende Endpunkte der Phase 3 Pacific Studie sind Landmark-PFS und -OS, objektive Ansprechrate und Dauer des Ansprechens.

Der humane monoklonale Antikörper Durvalumab (Codename MEDI4736) blockiert die PD-L1-Interaktion mit PD-1 und CD80 bei T-Zellen, um der Immunität des Tumors entgegenzuwirken und eine Immunreaktion zu induzieren.

Weitere Studien

Imfinzi wird in mehreren Monotherapie- und Kombinationsstudien mit Tremelimumab und anderen potentiellen neuen Medikamenten untersucht. Es wird in Phase-III-Studien als Monotherapie in verschiedenen Stadien von NSCLC, bei kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC), bei urothelialem Blasenkrebs und bei Kopf- und Hals-Plattenepithelkarzinom (HNSCC) untersucht.

Die Kombination von Durvalumab und Tremelimumab wird in Phase-III-Studien bei urothelialem Blasenkrebs, NSCLC, SCLC und HNSCC und in Phase I / II-Studien bei Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, hepatozellulärem Karzinom und hämatologischen Malignitäten untersucht.
© arznei-news.de – Quelle: AstraZeneca, Mai 2017

Lungenkrebs: Kombination erreicht Endpunkt PFS nicht

28.07.2017 Die Kombination Imfinzi (Wirkstoff Durvalumab) mit Tremelimumab erreichte nicht den primären Endpunkt der Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) in einer Phase-3-Studie bei bisher unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs.

PFS ist einer der drei primären Endpunkte in der randomisierten, offenen, multizentrischen, globalen Studie MYSTIC, die das Medikament als Monotherapie oder in Kombination mit Tremelimumab mit der Platin-basierten Standard-Chemotherapie bei Patienten mit metastasiertem unbehandelten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC).

Trotz des Rückschlags will AstraZeneca mit der MYSTIC-Studie fortfahren, um die restlichen zwei primären Endpunkte zu messen: das Gesamtüberleben (OS) für Imfinzi als Monotherapie und das OS für die Imfinzi-Tremelimumab-Kombination .

Das Unternehmen erwartet die endgültigen OS-Daten zu den beiden primären Endpunkten im ersten Halbjahr 2018.
© arznei-news.de – Quelle: AstraZeneca, Juli 2017

Längeres progressionsfreies Überleben bei NSCLC

11.09.2017 Für Patienten mit lokal fortgeschrittenem inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) ist der Anti-Programmed Death Ligand 1 Antikörper Durvalumab (Imfinzi) mit einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben im Vergleich zu Placebo verknüpft laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Scott J. Antonia vom H. Lee Moffitt Cancer Center and Research Institute in Tampa, Fla. und Kollegen randomisierten 709 Patienten mit Stadium III NSCLC im Verhältnis 2:1 auf Durvalumab (473 Patienten) oder Placebo (236 Patienten); sie erhielten die Behandlung alle zwei Wochen für bis zu ein Jahr.

Die Forscher fanden heraus, dass das mediane progressionsfreie Überleben 16,8 bzw. 5,6 Monate für Durvalumab und Placebo betrug (geschichtete Hazard Ratio für Progression oder Tod: 0,52).

Die 12 und 18 monatigen progressionsfreien Überlebensraten betrugen 55,9 und 35,3 Prozent bzw. 44,2 und 27,0 Prozent. Imfinzi erreichte gegenüber Placebo eine signifikant höhere Ansprechrate (28,4 versus 16,0 Prozent) mit einer längeren medianen Dauer des Ansprechens (72,8 versus 46,8 Prozent der Patienten zeigten anhaltendes Ansprechen nach 18 Monaten).

Durvalumab war mit einer signifikant längeren medianen Dauer bis zum Tod oder Fernmetastasierung (23,2 versus 14,6 Monate) assoziiert.

Nebenwirkungen des Grads 3 bzw. 4 traten bei 29,9 bzw. 26,1 Prozent der Patienten auf, die Imfinzi bzw. Placebo erhielten.

Das progressionsfreie Überleben war unter Durvalumab signifikant länger als unter Placebo, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quelle: New England Journal of Medicine – DOI: 10.1056/NEJMoa1709937, Sept. 2017

FDA-Zulassung bei inoperablem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (Stadium III)

17.02.2018 Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat Imfinzi (Durvalumab) zur Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium III (NSCLC) zugelassen, deren Tumoren nicht chirurgisch entfernt werden können (inoperabel) und deren Krebs nach der Behandlung nicht weiter trotz Chemotherapie und Bestrahlung (Radiochemotherapie) fortgeschritten ist.

Die Zulassung von Durvalumab für die Behandlung von inoperablem NSCLC im Stadium III basierte auf einer randomisierten Studie mit 713 Patienten, deren Krebs nach Abschluss der Chemotherapie und Bestrahlung nicht fortgeschritten war.

Progressionsfreies Überleben

In der Studie wurde die Zeitspanne gemessen, in der die Tumoren nach Beginn der Behandlung mit Imfinzi oder einem Placebo (progressionsfreies Überleben) kein signifikantes Wachstum aufwiesen.

Die mediane progressionsfreie Überlebenszeit für Patienten, die Imfinzi einnahmen, betrug 16,8 Monate im Vergleich zu 5,6 Monaten für Patienten, die ein Placebo erhielten.

Darüber hinaus hat sich der Hersteller zu einer Post-Marketing-Zusage verpflichtet, der FDA zusätzliche Informationen aus ihrer Studie zur Verfügung zu stellen, wie lange Patienten nach der Behandlung mit Durvalumab nach Chemotherapie und Bestrahlung (Gesamtüberleben) lebten.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen von Imfinzi bei Patienten mit inoperablem NSCLC im Stadium III waren

  • Husten,
  • Müdigkeit,
  • Lungenentzündung (Pneumonitis/Strahlenpneumonie),
  • Infektionen der oberen Atemwege,
  • Atemnot (Dyspnoe) und
  • Hautausschlag.

Zu den schwerwiegenden Risiken gehören immunbedingte Nebenwirkungen, bei denen das körpereigene Immunsystem gesunde Zellen oder Organe wie Lungen (Pneumonitis), Leber (Hepatitis), Dickdarm (Kolitis), hormonproduzierende Drüsen (Endokrinopathien) und Nieren (Nephritis) angreift.

Andere schwerwiegende Nebenwirkungen von Durvalumab sind Infektionen und infusionsbedingte Reaktionen.

Schwangerschaft

Imfinzi kann einem sich entwickelnden Fötus Schaden zufügen; Frauen sollten über das potenzielle Risiko für den Fötus aufgeklärt werden und eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.
© arznei-news.de – Quelle: FDA; Feb. 2018

Verlängert die Überlebensrate bei Lungenkrebspatienten

28.05.2018 AstraZenecas onkologisches Immuntherapeutikum Imfinzi (Durvalumab) erreichte den zweiten primären Endpunkt des Gesamtüberlebens in der Phase-III-Studie für inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC).

PACIFIC

Die Phase-III-Studie PACIFIC ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Studie zu Imfinzi bei Patienten mit inoperablem Stadium III NSCLC, deren Erkrankung nach einer platinbasierten Chemotherapie parallel zur Strahlentherapie nicht fortgeschritten ist.

Die Studie hatte ihren zweiten von zwei primären Endpunkten erreicht, nachdem sie einen statistisch signifikanten Nutzen für das Gesamtüberleben mit einer klinisch bedeutsamen Verbesserung bei mit Durvalumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo nachgewiesen hatte.

AstraZenecas Spätphasenstudie wird in 26 Ländern mit 713 Patienten durchgeführt. Die primären Endpunkte der Studie sind das progressionsfreie Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS), während die sekundären Endpunkte PFS und OS, die Gesamtansprechquote und die Ansprechdauer umfassen.

Im vergangenen Mai erreichte die PACIFIC-Studie ihren ersten primären Endpunkt hinsichtlich des PFS mit einer medianen Verbesserung von 11,2 Monaten im Vergleich zu Placebo – bewertet von einer verblindeten, unabhängigen und zentralen Überprüfung.
© arznei-news.de – Quellenangabe: AstraZeneca

EU: Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs – CHMP-Zulassungsempfehlung

27.07.2018 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Imfinzi (aktive Substanz ist Durvalumab) der Firma AstraZeneca AB als 50 mg/ml Konzentrat für Infusionslösung für die Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Der Wirkstoff von ist Durvalumab, ein antineoplastischer monoklonaler Antikörper (ATC-Code: L01XC28), der das T-Zell-Ansprechen, einschließlich des Anti-Tumor-Ansprechen, durch Blockade der PD-L1-Bindung an PD-1 verstärkt.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Husten, Infektionen der oberen Atemwege, Ausschlag und Durchfall.

Durvalumab ist auch mit immunologischen Nebenwirkungen wie Pneumonitis, Hepatitis, Colitis, Hypothyreose oder Hyperthyreose, Nebenniereninsuffizienz, Typ 1 Diabetes mellitus, Hypophysitis oder Hypopituitarismus, Nephritis und Ausschlag verbunden.

Indikation

Imfinzi ist bei Zulassung als Monotherapie für die Behandlung von lokal fortgeschrittenem, inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) bei Erwachsenen indiziert, deren Tumoren PD-L1 auf ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren und deren Erkrankung nach einer platinbasierten Chemotherapie nicht fortgeschritten ist.

Studie PACIFIC

Die CHMP-Empfehlung basiert auf den primären Endpunkten des progressionsfreien Überlebens (PFS) und des Gesamtüberlebens (OS) der Phase-III-Studie PACIFIC sowie auf vom CHMP geforderte Post-hoc-Untergruppenanalysen bei PD-L1-Expression.

In der PACIFIC-Studie zeigte Imfinzi eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung von PFS und OS bei „All-Comer“-Patienten. Das empfohlene Etikett spiegelt die meisten Patienten in der Studie mit einem bekannten PD-L1-Status wider.
© arznei-news.de – Quelle: EMA

Lungenkrebs (NSCLC): EU-Zulassung

25.09.2018 AstraZeneca hat mitgeteilt, dass die Europäische Kommission die Marktzulassung für Imfinzi (Durvalumab) als Monotherapie zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem, inoperablem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) bei Erwachsenen erteilt hat, deren Tumoren PD-L1 auf ≥1% der Tumorzellen exprimieren und deren Krankheit nach einer platinbasierten Chemotherapie und Strahlentherapie (CRT) nicht fortgeschritten ist.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie PACIFIC.
© arznei-news.de – Quelle: AstraZeneca

Lungenkrebs im Stadium III: Verringert die Sterblichkeit um fast ein Drittel im Vergleich zur Standardversorgung

25.09.2018 AstraZeneca hat Daten zum Gesamtüberleben (OS) in der Phase-III-PACIFIC-Studie zu Imfinzi auf der Presidential Symposium of the IASLC 19th World Conference on Lung Cancer präsentiert.

Gesamtüberleben

Die Ergebnisse der Phase-III-Studie PACIFIC wurden gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht, und zeigen, dass Durvalumab das OS, den zweiten primären Endpunkt der Studie, im Vergleich zur Standardbehandlung unabhängig von der PD-L1-Expression signifikant verbessert und die Sterblichkeit um 32% reduziert (HR 0,68; p=0,0025).

Progressionsfreies Überleben

Die aktualisierten Analysen zum progressionsfreien Überleben waren ähnlich wie zuvor berichtet, mit einer medianen Dauer von 17,2 Monaten in der Durvalumab-Gruppe und 5,6 Monaten in der Placebogruppe (geschichtetes Hazard Ratio für Krankheitsprogression oder Tod: 0,51). Die mediane Zeit bis zum Tod oder Fernmetastasierung betrug 28,3 Monate in der Durvalumab-Gruppe und 16,2 Monate in der Placebogruppe (geschichtetes Hazard Ratio 0,53).

Sicherheit und Verträglichkeit

Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Imfinzi entsprach dem, was zum Zeitpunkt der Analyse des progressionsfreien Überlebens (PFS) berichtet wurde.

Unter den Patienten, die Durvalumab erhielten, waren die häufigsten Nebenwirkungen (mehr als oder gleich 20% der Patienten) gegenüber Placebo: Husten (35,2% vs. 25,2%), Erschöpfung (24,0% vs. 20,5%), Dyspnoe (22,3% vs. 23,9%) und Strahlungspneumonitis (20,2% vs. 15,8%).

30,5% der Patienten erlitten Nebenwirkungen 3. oder 4. Grades unter Imfinzi gegenüber 26,1% unter Placebo, und 15,4% der Patienten stellten die Behandlung aufgrund von unerwünschten Ereignissen unter dem Wirkstoff gegenüber 9,8% der Patienten unter Placebo ein.
© arznei-news.de – Quellenangabe: New England Journal of Medicine – DOI: 10.1056/NEJMoa1809697; AstraZeneca



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