Medikamente gegen psychische Erkrankungen, Störungen

Medikamente / Wirkstoffe, die bei psychischen Erkrankungen zum Einsatz kommen (oder in der Erprobung sind):

News

Die aktuellsten Nachrichten von Arznei-News zu den bei dieser Erkrankung eingesetzten Medikamenten finden Sie nun unter: News aus der Forschung zu Medikamenten gegen psychische Erkrankungen.

Statine, Bluthochdruckmedikamente, Biguanide könnten bei psychischen Krankheiten hilfreich sein

09.01.2019 Laut einer großen in JAMA Psychiatry veröffentlichten Kohortenstudie könnten Medikamente, die häufig zur Bekämpfung von körperlichen Erkrankungen wie Bluthochdruck eingesetzt werden, Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolare Störungen oder nicht-affektive Psychosen erheblichen Nutzen zeigen.

Die Studie bewertete die Gesundheitsdaten von 142.691 Patienten mit schweren psychischen Störungen in Schweden. Im Mittelpunkt standen Patienten, die eine der folgenden Medikamentengruppen bekamen:

  • entweder Hydroxymethylglutaryl-Coenzym A Reduktase-Hemmer (HMG-CoA-RI), besser bekannt als Statine, die zur Senkung des Cholesterinspiegels / des Risikos für Herzerkrankungen eingesetzt werden,
  • Kalziumkanalantagonisten vom Typ L, die zur Senkung des Bluthochdrucks eingesetzt werden, oder
  • Biguanide (wie Metformin), die zur Behandlung von Diabetes verschrieben werden.

Psychiatrische Krankenhausaufenthalte, Selbstverletzungen

Die Forscher analysierten die Gesundheitsakten der Patienten im Zusammenhang mit selbstverletzendem Verhalten und psychiatrischen Krankenhausaufenthalten und bewerteten, ob diese Episoden während eines Zeitraums auftraten, in dem die Patienten die verschriebenen Medikamente einnahmen, oder in Zeiten, in denen sie sie nicht erhielten.

Die Studie ergab, dass die Exposition gegenüber einem der Studienmedikamente mit einer geringeren Rate für psychiatrische Krankenhausaufenthalte im Vergleich zu nicht-exponierten Zeiten verbunden war.

Selbstverletzungen waren bei Patienten mit bipolarer Störung und Schizophrenie während der Exposition gegenüber allen Studienmedikamenten und bei Patienten mit nicht-affektiver Psychose unter Verwendung von Kalziumkanalantagonisten vom Typ L reduziert.

Wirkung auf das zentrale Nervensystem

Alle untersuchten Medikamente haben bekanntermaßen eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem; der Wirkmechanismus ist jedoch noch recht unbekannt, und die Forscher glauben, dass ein klareres Verständnis darüber zu neuen Medikamentenentwicklungen führen könnte, von denen Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen profitieren würden.

Die untersuchten Medikamenteneffekte auf die Patienten waren unabhängig davon, ob die Patienten ihre Psychopharmaka zur Behandlung ihrer psychischen Störungen erhielten oder nicht (z.B. antipsychotische Medikamente oder Stimmungsstabilisatoren).
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry (2019). DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2018.3907

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