Olaparib (Lynparza) – Prostatakrebs

Einsatz bei Prostatakrebs, Brustkrebs, Eierstock-, Eileiter-, Bauchfellkrebs

Wirksamkeit bei Prostatakrebs

02.11.2015 Astrazeneca berichtet, dass Olaparib (das bereits bei Frauen mit Krebserkrankungen unter dem Namen Lynparza zugelassen wurde) in einer großen klinischen Studie Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs helfen konnte.

Die Studie des Institute of Cancer Research, London fand heraus, dass nicht weniger als ein Drittel der Patienten mit Prostatakrebs, einschließlich vieler, die die Krebs-Gene nicht geerbt haben und deren Tumoren Defekte in der DNA-Reparatur erworben hatten, vom Wirkstoff profitierten.

In der TOPARP-A-Studie erhielten 49 Männer mit behandlungsresistentem, fortgeschrittenem Prostatakrebs Olaparib und 16 von ihnen sprachen nach bestimmten klinischen Kriterien an. Das Medikament stoppte das Prostatakrebs-Wachstum, produzierte einen anhaltenden Rückgang der Erzeugung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) und reduzierte die im Blut zirkulierenden Tumorzellen.

Die klinische Prüfung ergab, dass bis zu 30% der Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs Tumoren mit Defekten in ihren Organen zur Reparatur der DNA aufwiesen – und dass diese teilweise besonders gut auf Olaparib ansprachen. Von den 16 Patienten mit nachweisbaren DNA-Reparatur-Mutationen, sprachen 14 sehr gut auf den Wirkstoff an. Bei den meisten dieser Männer, die alle terminalen Prostatakrebs mit begrenzten Behandlungsoptionen hatten, konnte die Krankheit länger unter Kontrolle gehalten werden, als in dieser Patienten-Gruppe zu erwarten gewesen war.
© arznei-news.de – Quelle: Astrazeneca, Okt. 2015

FDA: Breakthrough-Status bei mCRC

01.02.2016 Astrazenecas Lynparza hat den Breakthrough-Status in den USA als Monotherapie für bestimmte Formen von Prostatakrebs erhalten.

Das Medikament wird für Patienten mit BRCA1 / 2 oder ATM-Gen-mutierten metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) entwickelt, die zuvor mit einer Taxan-basierten Chemotherapie und mindestens einem neueren Hormonmittel (Abirateron oder Enzalutamid) behandelt wurden.

Breakthrough-Status wurde basierend auf den Ergebnissen der TOPARP-A Phase II-Studie gewährt, die auf wesentliche Verbesserungen gegenüber verfügbaren Therapien zur Behandlung der Biomarker-selektierten Population hinweisen.

Die TOPARP-A Phase II Studie zeigte, dass Männer mit Prostatakrebs mit defekten DNA Reparaturmechanismen auf Olaparib ansprachen.

Astrazeneca untersucht das Potenzial des Medikaments bei anderen PARP (Poly-ADP-Ribose-Polymerase) abhängigen Tumoren. Phase-III-Studien bei Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und adjuvanten und metastatischen BRCAm Brustkrebs sind im Gange; weitere Studien sind geplant.
© arznei-news.de – Quelle: Astrazeneca, Jan. 2016

Lynparza Phase-III-Studie PROfound zu metastasierendem kastrationsresistenten Prostatakrebs erreicht primären Endpunkt

07.08.2019 AstraZeneca und MSD haben positive Ergebnisse der Phase-III-Studie PROfound zu Lynparza (Wirkstoff Olaparib) bei Männern mit metastasierendem kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) bekanntgegeben, die eine homologe Reparaturgenmutation (HRRm) aufweisen und unter einer vorherigen Behandlung mit neuen hormonellen Antikrebsmedikamenten (z.B. Enzalutamid und Abirateron) fortgeschritten waren.

Die Ergebnisse der Studie zeigten eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung beim primären Endpunkt des radiographischen progressionsfreien Überlebens (rPFS) unter Lynparza vs. Enzalutamid oder Abirateron bei Männern mit mCRPC, selektiert für BRCA1/2- oder ATM-Genmutationen, einer Subpopulation von HRR-Genmutationen.

Lynparza reduzierte das Risiko einer fortschreitenden oder tödlichen Erkrankung bei diesen Männern um 66%.

Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Lynparza war im Allgemeinen mit früheren Studien vergleichbar.
© arznei-news.de – Quellenangabe: AstraZeneca

Nutzen von Olaparib bei Patienten mit metastasierendem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom mit DNA-Reparatur Gen-Aberrationen (TOPARP-B)

03.12.2019 Olaparib (Markenname Lynparza), das bereits für Brust- und Eierstockkrebs zugelassen ist, kann auch das Tumorwachstum bei einigen Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs verlangsamen oder stoppen, wie eine klinische in The Lancet Oncology Studie zeigt.

Die Phase-II-Studie ergab, dass über 80 Prozent der Männer mit Prostatakrebs, deren Tumoren Mutationen in den BRCA-Genen aufwiesen, gut auf die Behandlung mit Olaparib ansprachen.

Die Männer in der Studie hatten bereits eine Chemotherapie erhalten und ihre Krankheit war fortgeschritten. Patienten, die mit Olaparib behandelt wurden und deren Prostatakarzinom DNA-Reparaturdefekte hatte, lebten durchschnittlich mehr als 13 Monate – und fast 18 Monate jene mit BRCA-Mutationen.

Die TOPARP-B-Studie wurde von einem Team des Institute of Cancer Research, London, und des Royal Marsden NHS Foundation Trust geleitet.

Männer mit BRCA-Mutationen sprachen am besten auf Olaparib an, wobei mehr als 80 Prozent ansprachen und 40 Prozent mehr als ein Jahr lang frei von einer Krankheitsprogression blieben.

Darüber hinaus sprachen mehr als die Hälfte der Patienten mit PALB2-Mutationen auf Olaparib an, ebenso wie 37 Prozent der Patienten mit ATM-Mutationen. Etwa 20 Prozent der Patienten mit anderen DNA-Reparatur-Genveränderungen sprachen ebenfalls auf Olaparib an.

Das mediane Gesamtüberleben unter Olaparib betrug 17,7 Monate für Patienten mit BRCA-Mutationen, verglichen mit 16,6 für Männer mit ATM-Mutationen und 13,9 Monate für Patienten mit PALB2-Mutationen.

Olaparib zeigt antitumorale Aktivität gegen metastasierenden kastrationsresistenten Prostatakrebs mit DDR (DNA damage response) Genaberrationen und unterstützt die Umsetzung der genomischen Stratifizierung von metastasierendem kastrationsresistenten Prostatakrebs in der klinischen Praxis, schließen die Studienautoren um Joaquin Mateo.
© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet Oncology – DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30684-9

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte / Kommentare.