Enzalutamid (Xtandi) gegen Prostatakrebs

Krebstherapie – Prostatakrebs – Enzalutamid

FDA-Zulassung für Behandlung von Prostatakrebs

Xtandi (Enzalutamid) ist in den USA (und damit sicherlich auch bald in Deutschland) von der US Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung von Männern mit Prostatakrebs genehmigt worden, der sich trotz Behandlung mit Standardtherapien ausgebreitet hat.

Das Medikament ist ein, einmal täglich oral verabreichter, antitumoraler Wirkstoff aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antiandrogene.

Testosteron und Prostatakrebs

Prostatakrebs Verlauf

Sterblichkeit bei Prostatakrebs

Testosteron läßt Prostatatumore wachsen, erklärte die FDA in einer Pressemitteilung. Xtandi wurde für Prostatakrebs-Patienten zugelassen, die vorher mit einem anderen Antikrebsmedikament, Docetaxel behandelt wurden.

Das U.S. National Cancer Institut schätzt, dass fast 242.000 Männer dieses Jahr mit Prostatakrebs diagnostiziert und mehr als 28.000 dadurch sterben werden.

Studie mit Enzalutamid

Xtandi wurde in klinischen Studien mit fast 1.200 Männern mit metastatischen, hormonbehandlungsresistenten Prostatakrebs, die zuvor Docetaxel genommen hatten, beurteilt. Im Durchschnitt überlebten jene, die den Wirkstoff Enzalutamid einnahmen 18,4 Monate, verglichen mit 13,6 Monaten jener, die ein Placebo nahmen.

Nebenwirkungen

Es traten Anfälle bei etwa 1 Prozent der klinischen Teilnehmer auf, die Xtandi nahmen. Die Studie schloss Männer aus, die in ihrem Leben Krämpfe, Schlaganfälle oder Gehirnverletzungen mit dem Verlust des Bewusstseins hatten, sagte die FDA.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Enzalutamid sind: Erschöpfung, Rückenschmerzen, Durchfall, Gelenkschmerzen, Hitzeaufwallungen, Schwellungen, Schmerz in Muskeln und Knochen, und Kopfschmerzen.

Xtandi wird vermarktet von der in Northbrook, Ill. beheimateten Astellas Pharma U.S. und Medivation Inc. in San Francisco, schreibt die US Food and Drug Administration.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, Sept. 2012

Enzalutamid in EU für Prostatakrebs zugelassen

Die europäische Regulierungsbehörde hat das OK für Astellas orales Prostatakrebs-Medikament Xtandi gegeben.

Die Europäische Kommission hat Xtandi (Wirkstoff Enzalutamid) Kapseln für die Behandlung von Männern mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs genehmigt, deren Krankheit während oder nach der Docetaxel Therapie vorangeschritten ist.

Die Genehmigung kommt ein paar Monate nachdem der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde eine positive Empfehlung bezüglich des Medikaments herausgegeben hatte.

Xtandi wurde bereits im September 2012 von der FDA für die USA genehmigt.

© arznei-news.de – Quelle: BfArM, Juni 2013

Update 11.09.2014 FDA Zulassungserweiterung

FDA genehmigt Xtandi für Prä-Chemo-Patienten.

Enzalutamid - Chemische Strukturformel

Enzalutamid – Chemische Strukturformel

Die US Food and Drug Administration hat den Einsatz des Prostatakrebs-Medikaments Xtandi (aktive Substanz Enzalutamid) auf die Behandlung von Patienten erweitert, die noch keine Chemotherapie erhalten haben, womit die potenzielle Reichweite des Medikaments wesentlich erweitert wurde.

Die Genehmigung basiert auf Daten aus der Phase III Studie PREVAIL, die zeigten, dass das Medikament das Sterberisiko deutlich um 29% im Vergleich zum Placebo senken konnte.

Auch konnte die mediane Zeit bis zum Beginn der Chemotherapie mit Xtandi um 17 Monate im Vergleich zum Placebo verzögert werden.
© arznei-news.de – Quelle: Medivation, September 2014

CHMP-Empfehlung zur Zulassungserweiterung

Der CHMP hat am 23. Oktober 2014 beschlossen, die Zulassungserweiterung des Arzneimittels Xtandi (Wirkstoff Enzalutamid) zu empfehlen.

Es wird empfohlen, das Medikament auf die Behandlung von erwachsenen Männern mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs auszuweiten, die asymptomatisch oder leicht symptomatisch sind nach dem Versagen einer Androgenentzugstherapie, bei denen die Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Okt. 2014

EU genehmigt Prä-Chemo-Erweiterung bei Prostatakrebs

Astellas Medikament Xtandi hat von den Regulierungsbehörden in Europa die Genehmigung erhalten, bei Patienten eingesetzt werden zu können, die noch keine Chemotherapie erhalten haben.

Die Europäische Kommission hat die Zulassung Xtandi (Enzalutamid) damit in eine First-Line-Behandlung von Männern mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) nach dem Versagen einer Androgendeprivationstherapie gewandelt. Es wurde ursprünglich in Europa im Juni 2013 für mCRPC Patienten, deren Erkrankung am oder nach dem Docetaxel fortgeschritten zugelassen.

Die neueste Erweiterung basiert auf einer Phase-III-Studie, die zeigte, dass Xtandi das Sterberisiko um 29% und die Gefahr einer radiologischen Progression oder Tod um 81% im Vergleich zum Placebo verringerte. Männer, die mit dem oral, einmal täglich verabreichten Androgen-Rezeptor-Signal-Hemmer behandelt wurden, zeigten eine 17-monatige Verzögerung des Beginns einer Chemotherapietherapie im Vergleich zum Placebo (28,0 Monate gegenüber 10,8 Monate).

Astellas geht davon aus, dass Xtandi im Chemotherapie-naiven Setting in den ersten europäischen Ländern, darunter Großbritannien, in diesem Monat startet. Astellas Partner Medivation erhielt die US-Zulassung für die Prä-Chemo-Indikation im September von der FDA.
© arznei-news.de – Quelle: Astellas, Dez. 2014

IQWiG: Hinweis auf zusätzlichen Nutzen bei über 75jährigen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) konnte in seiner Überprüfung der zur Verfügung gestellten Studiendaten einen Hinweis auf einen erheblichen zusätzlichen Nutzen von Xtandi bei Männern im Alter von 75 Jahren oder älter, bei jüngeren immerhin einen ‚beträchtlichen‘ Zusatznutzen im Vergleich zu einem abwartenden Vorgehen finden.

Das Gesamtüberleben verlängerte sich und das Auftreten der Folgen der Krankheit (Komplikationen an den Knochen) verzögerte sich.
© arznei-news.de – Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), April 2015

Phase 2: STRIVE-Ergebnisse bei CRPC

03.02.2016 Die Ergebnisse der Studie STRIVE von Astellas Xtandi im Vergleich zu Bicalutamid bei Männern mit kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC) wurden veröffentlicht.

STRIVE

Die Phase 2 Studie STRIVE enthielt 396 kastrationsresistente Prostatakrebs-Patienten. Die Studie randomisierte 257 Patienten mit metastasierendem Prostatakrebs und 139 Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakrebs, deren Krankheit trotz Behandlung mit einem luteinisierenden Hormon Releasing-Hormon (LH-RH) oder nach chirurgischer Kastration fortgeschritten war, schreibt das Unternehmen.

Progressionsfreies Überleben

Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS).

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, wobei sie eine statistisch signifikante Zunahme des PFS für mit Xtandi behandelte Patienten im Vergleich zu Bicalutamid demonstrierte. Medianes PFS betrug 19,4 Monate in der Enzalutamid-Gruppe gegenüber 5,7 Monaten in der Bicalutamid-Gruppe.

Die mediane Zeit der Behandlung in der Studie STRIVE betrug 14,7 Monate in der Enzalutamid-Gruppe versus 8,4 Monate in der Bicalutamid-Gruppe.

Nebenwirkungen in STRIVE

Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden von 29,4% der Patienten im Xtandi-Arm (hier gab es auch einen Krampfanfall) und 28,3% im Bicalutamid-Arm berichtet. Nebenwirkungen – Grad 3 oder höher – wurden von 5,1% bzw. 4,0% berichtet.

Die häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen traten häufiger in der Enzalutamid-Gruppe im Vergleich zu Bicalutamid auf und sind dem bekannten Sicherheitsprofil ähnlich.

In der Studie wurde Xtandi in einer Dosis von 160 mg einmal täglich verabreicht (n = 198) im Vergleich zu 50 mg Bicalutamid einmal täglich (n = 198), die zugelassene Dosis in Kombination mit einem LHRH-Analogon.
© arznei-news.de – Quelle: Astellas, Feb. 2016

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Phase 4 Ergebnisse

15.12.2016 Pfizer Inc. und Astellas Pharma Inc. haben Ergebnisse zur Phase 4 PLATO-Studie veröffentlicht, die die Wirksamkeit und Sicherheit der fortgesetzten Behandlung mit Xtandi (Enzalutamid) plus Abirateronacetat und Prednison im Vergleich zur Behandlung mit Abirateronacetat und Prednison allein veröffentlicht.

Die Studie hat ihren primären Endpunkt der Verbesserung des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit chemotherapeutisch-naivem metastasierenden kastrationsresistenten Prostatakrebs, deren prostataspezifisches Antigen unter Enzalutamid fortgeschritten ist, nicht erreicht.
© arznei-news.de – Quelle: Pfizer Inc., Dez. 2016

Nicht metastasiertes Prostatakarzinom: PROSPER erreicht primären Endpunkt des verbesserten Überlebens

14.09.2017 Pfizer Inc. und Astellas Pharma Inc. haben bekanntgegeben, dass die Phase-3-Studie PROSPER, die Xtandi (Wirkstoff ist Enzalutamid) plus Androgen-Deprivationstherapie (ADT) im Vergleich zu ADT allein bei Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs (CRPC) untersuchte, ihren primären Endpunkt des verbesserten metastasenfreien Überlebens erreicht hat.

Die vorläufige Sicherheitsanalyse der PROSPER-Studie stimmt mit dem Sicherheitsprofil früherer klinischer Studien überein, schreiben die Unternehmen.

Basierend auf den Ergebnissen von PROSPER beabsichtigen die Unternehmen, die Daten mit den globalen Gesundheitsbehörden zu erörtern, um die Erweiterung des Labels für XTANDI auf alle Patienten mit CRPC zu unterstützen.
© arznei-news.de – Quelle: Pfizer Inc. und Astellas Pharma Inc., Sept. 2017

Pfizer/Astellas Medikament senkt Risiko für Ausbreitung von Prostatakrebs

06.02.2018 Wird Xtandi zur Hormontherapie zusätzlich verabreicht, senkt dies signifikant das Risiko für eine Streuung des Prostatakarzinoms im Vergleich zur Hormontherapie allein laut einer Pressemitteilung von Pfizer und Astella.

Nach den Ergebnissen der Phase-III-Studie PROSPER verringerte Xtandi (Freiname Enzalutamid) plus Androgen-Deprivationstherapie (ADT) das Risiko einer Metastasenbildung oder des Todes um 71 Prozent im Vergleich zu ADT allein bei Patienten mit nicht-metastasierendem kastrationsresistenten Prostatakrebs (CRPC).

Der Median für den primären Endpunkt – das metastasenfreie Überleben (MFS) – betrug 36,6 Monate für mit Enzalutamid behandelte Männer im Vergleich zu 14,7 Monaten bei mit ADT allein behandelten Patienten.

Daten aus der Studie zeigten auch, dass mit Enzalutamid/ADT behandelte Männer eine 93-prozentige Reduktion des relativen Risikos einer PSA-Progression aufwiesen und die mediane Zeit bis zur ersten Anwendung einer neuen antineoplastischen Therapie um 21,9 Monate verlängert wurde, verglichen mit ADT allein.
© arznei-news.de – Quelle: Pfizer/Astella; Feb. 2018

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