Risperidon (Risperdal)

NeuroleptikaPsychopharmaka

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Wirkung, Indikation

Einordnung unter: Psycholeptika, Antipsychotika, Andere Antipsychotika.

Wirkstoffgruppe: (atypische) Neuroleptika
Wirkung auf Psyche: antipsychotisch. Die neuroleptische Potenz des hochpotenten Risperidon soll etwa dem 50-fachen von Chlorpromazin entsprechen.

Das Medikament ist zugelassen zur Behandlung von Schizophrenie, schizoaffektiven Störungen, manischen Phasen, langanhaltender Aggression (Alzheimer mit Selbst- und Fremdgefährdungspotential, geistig behinderten Kindern mit Verhaltensstörung). Es kommt auch bei Autismus zum Einsatz.

Medikamente, die den Wirkstoff Risperidon enthalten: Belivon, Risperdal und Risperdal-Consta (Depotform) und Generika wie Aleptan, Risocon, RispeCare, Rispe-Q, Risperigamma, Risperihex, Risperipharm.

Mögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Risperidon zu Begin: orthostatische Hypotension.

Häufig bei Risperidon:

  • Entwicklung von Kopfschmerzen,
  • relativ hohes Risiko für eine Gewichtszunahme,
  • Ängstlichkeit,
  • Entwicklung von Zuständen der Unruhe,
  • Insomnie bzw. Schlafprobleme können entstehen.

Seltener unter Risperidon: Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Bauchschmerzen, Störungen der sexu. Funktionen (Erektionsstörung, Orgasmusstörungen), Zyklusstörung, Wachstum der Brust (auch Männer), Sekretion aus den Brustdrüsen, Hautausschlag, andere allergische Reaktionen, unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz).

Gelegentlich bei Risperidon: Herzrasen, Schwindel, niedriger Blutdruck, Zittern, vermehrter Speichelfluss, Bewegungsstörungen, unwillkürliches Grimmassen ziehen, ödembildung, Erhöhung der Leberwerte.

Selten: malignes neuroleptisches Syndrom (Fieber).

Einzelfälle auftretend unter Risperidon: Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Diabetes: Polyurie, Polydipsie, Erbrechen. Erhöhtes Risiko von Schlaganfall und TIA. Deutliches Ansteigen des Prolaktinspiegels. Risperidon sind ziemlich neu, daher sind noch nicht alle Nebenwirkungen erfaßt.

Warnhinweise/Gegenanzeigen

Sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden; Nur bei strenger Indikation.
Während der Stillzeit: Abstillen – Kontraindiziert.

Gegenanzeigen: Alter über 65 Jahre, Hyperprolaktinämie, intraarterielle Injektion, intravenöse Injektion, Prolaktin-abhängiges Mammakarzinom, Prolaktin-abhängige Tumoren, Überempfindlichkeit gegen Risperidon oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nur vorsichtig und/oder geringer dosiert einsetzen von Risperidon bei: Blutbildungsstörung, Demenz, Diabetes mellitus, zerebrale Durchblutungsstörungen, Epilepsie in Vorgeschichte, Exsikkose, Frauen im gebärfähigen Alter – nur unter zuverlässiger Kontrazeption anwenden, angeborene Galaktose-Intoleranz…Laktase-Mangel…Glukose-Galaktose-Malabsorption – auf Hilfsstoff Laktose achten, Herzerregungsleitungsstörung, Hypotonie, Herzinfarkt in der Vorgeschichte, Herzinsuffizienz, Herzkrankheit, Bradykardie, angeborenes QT-Syndrom, Hirngefäßkrankheit – Vorsicht: Risperidon kann orthostatische Hypotonie bis hin zu Schlaganfall auslösen, Hypokaliämie, Kreislauferkrankung, Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Hypomagnesiämie Magnesium-Mangel, Parkinson-Syndrom, Phenylketonurie – Vorsicht: QUICKLET Schmelztabletten enthalten Aspartam (Quelle für Phenylalanin).

Wechselwirkungen

Folgende möglichen klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen sollten bei der Einnahme von Risperidon (Benzodiazepine) bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten, beachtet werden:

  • EKG-Veränderungen – erhöhtes Risiko der QT-Verlängerung: Quetiapin.
  • erhöhte Spiegel von: Maprotilin, Opipramol-diHCl, Paliperidon.
  • erhöhte Spiegel von: Risperidon: Clozapin, Fluoxetin, Escitalopram, Bupropion-HCl, Paroxetin.
  • erhöhte Spiegel von: Valproinsäure-Na – Einzelbericht.
  • erniedrigte Spiegel von: Risperidon: Carbamazepin.
  • extrapyramidale Symptome: Lithiumsalz, Ritonavir, Indinavir.
  • Gewichtszunahme – schwer: Paroxetin.
  • Herzrhythmusstörungen möglich: Ajmalin, Amiodaron-HCl, Aripiprazol, Bemetizid, Bendroflumethiazid, Butizid, Chinidin, Chlorazanil-HCl, Chlortalidon, Clopamid, Disopyramid, Diuretika, Fluconazol, Halofantrin, Hydrochlorothiazid, Itraconazol, Ketoconazol, Mefloquin, Mefrusid, Metolazon, Olanzapin, Polythiazid, Saluretika, Sertindol, Sotalol-HCl, Thiazid-Diuretika, Thioridazin, Trichlormethiazid, Xipamid, Ziprasidon-HCl.
  • Koma – bei zusätzlicher Einnahme von Indinavir, Ritonavir Einzelberichte.
  • Kombination meiden: Alkohol, Paliperidon, Furosemid.
  • orthostatische Hypotonie – additiv: Amitriptylin, Amitriptylinoxid, Clomipramin-HCl, Desipramin, Dibenzepin, Dosulepin, Doxepin, Imipramin, Lofepramin, Maprotilin, Melitracen, Nortriptylin-HCl, Opipramol-diHCl, Trimipramin, trizyklische Antidepressiva.
  • Rhabdomyolyse: Cerivastatin-Natrium, Simvastatin.
  • Serotonin-Syndrom – Einzelbericht: Paroxetin.
  • wechselseitige Spiegelerhöhung: Lithiumsalz, Propranolol.
  • wechselseitige Wirkungssteigerung: Clozapin.
  • Wirkungsverminderung von: Levodopa.

Risiko bei Kataraktoperation für Floppy Iris Syndrom unter Risperidon/Paliperidon

09. September 2013 Ein Rote-Hand-Brief der Janssen-Cilag GmbH warnt vor dem Risiko eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms, welches bei Risperidon/Paliperidon-einnehmenden Patienten auftreten kann, die sich einer Kataraktoperation unterziehen.

In Abstimmung mit der European Medicines Agency und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte informiert Janssen-Cilag, dass Personen, die eines der folgenden Antipsychotika einnehmen: Risperidon, Paliperidon oder Paliperidonpalmita, ein erhöhtes Risiko für ein intraoperativen Floppy Iris Syndrom (IFIS) während einer Katarakt-OP haben.

Da es unter solchen Umständen zu einigen Komplikationen kommen kann, soll vor der OP klargestellt werden, ob einer der Wirkstoffe eingenommen wurde/wird. Entsprechende Vorsicht und Maßnahmen sind dann bei einer Katarakt-OP geboten.

© arznei-news.de – Quelle: BfArM, Sept. 2013

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