Venetoclax (Venclyxto)

FDA-Breakthrough-Status bei Blutkrebs

08.05.2015 Das neue vielversprechende Blutkrebsmedikament von AbbVie und Genentech Venetoclax (Handelsname in den USA ist Venclexta, in Europa Venclyxto) hat von der US Food and Drug Administration (FDA) den Breakthrough-Status erhalten.

Das Medikament ist ein Inhibitor des B-Zell-Lymphom-2 (BCL-2) Proteins, das von AbbVie in Partnerschaft mit Genentech und Roche entwickelt wurde.

„Der Breakthrough-Status für unser Medikament unterstützt die weitere Entwicklung bei CLL-Patienten mit 17p-Deletion“, sagte Michael Severino von AbbVie.

Akute myeloische Leukämie

Gary Gordon von AbbVie sagte, dass das Arzneimittel mehrere Eigenschaften hat, die es genauso effektiv gegen andere Indikationen machen könnten, wie bei der Behandlung von akuter myeloischer Leukämie (AML).

AbbVie präsentierte Phase II Daten einer multizentrischen klinischen Studie mit 32 Patienten mit rezidivierender / refraktärer AML oder als Erstlinientherapie für Patienten, die nicht für die Intensivbehandlung infrage kamen. Es wurde festgestellt, dass die Gruppe eine Gesamtansprechrate (ORR) von 15,5 Prozent zeigte, wobei ein Patient ein komplettes Ansprechen und vier Patienten ein komplettes Ansprechen mit unvollständiger Blutbild Erholung zeigten.

Diese Zahl ist signifikant, da ein komplettes Ansprechen (CR) manchmal auch als vollständige Remission bezeichnet wird und sich auf das Verschwinden aller Krebs-Anzeichen in Reaktion auf die Krebsbehandlung bezieht.

Wirkweise

venetoclaxVenetoclax ist ein potenter, oral bioverfügbarer B-Zell-Lymphom 2 (BCL-2) selektiver Hemmer. Um zu überleben und sich ausbreiten zu können, deaktivieren die Krebszellen den eigenen Selbstzerstörungsmechanismus (Apoptose), und die BCL-2-Gene verhindern die Apoptose einiger Zellen, wie Lymphozyten, sagte Gordon.

BCL-2-Protein-Inhibitoren spielen eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung des Proteins und der Wiederherstellung der Apoptose zur Tötung der Krebszellen, sagte er.

Die Überexpression von BCL-2 bei verschiedenen hämatologischen Malignitäten, einschließlich CLL und AML kommt häufig vor, und kann insbesondere mit einer Medikamentenresistenz und schlechter Prognose bei AML-Patienten in Verbindung gebracht werden.

Venetoclax ist bereits als Orphan-Drug von der US Food and Drug Administration für die Behandlung von diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), eine aggressive Lymphom-Art und die häufigste Form von NHL zugelassen.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Mai 2015

AbbVie will Zulassung für Leukämie-Medikament noch in diesem Jahr beantragen

13.08.2015 AbbVie will die Zulassung für sein experimentelles Leukämie-Medikament Venetoclax (Venclyxto, Venclexta) auf beiden Seiten des Atlantiks auf der Basis vielversprechender Phase-II-Daten beantragen.

Spezifische Ergebnisse der Phase-II-Studie wurden nicht veröffentlicht, aber der Pharmakonzern sagte, der primäre Endpunkt – das Erreichen der allgemeinen Ansprechraten bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) mit 17p-Deletion – wurde erfüllt.

Außerdem war das Sicherheitsprofil ähnlich zu früheren Studien und es wurden keine unerwarteten Sicherheitssignale berichtet.

Venetoclax wurde der Breakthrough-Status in den USA im Mai vergeben, möglicherweise beschleunigt dies das Zulassungsverfahren.

Die vollständigen Daten aus der Studie sollen bei einer medizinischen Konferenz in naher Zukunft enthüllt werden und werden die Grundlage für die Entscheidungen der Gesundheitsbehörden bilden.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, August 2015

Zulassungsantrag von EMA und FDA für Leukämie-Medikament angenommen

13.01.2016 Der Zulassungsantrag für AbbVies Venetoclax (Handelsname Venclyxto) zur Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie wurde von den US- und EU-Aufsichtsbehörden angenommen.

Die US Food and Drug Administration unterzieht das Medikament einer vorrangigen Prüfung für den Einsatz bei Patienten, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben, einschließlich derjenigen mit 17p-Deletion (einer genetischen Variation bei CLL mit einer schlechten Prognose).

In Europa wird es innerhalb eines normalen Zeitrahmens für die potentielle Behandlung von Patienten mit 17p Deletion oder TP53-Mutation überprüft.

Die Anträge basieren auf Daten aus einer Phase-II-Studie, bei der das Medikament den primären Endpunkt (Gesamtansprechrate, ohne unerwartete Sicherheitssignale) erreichte.

Die Studie mit 107 Patienten mit rezidivierender oder refraktärer Erkrankung erreichte eine Gesamtansprechrate von 79,4%. Darüber hinaus erreichten 7,5% der mit Venetoclax behandelten Patienten eine komplette Remission mit oder ohne vollständige Wiederherstellung der Blutwerte im Knochenmark (CR / CRI).
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Jan. 2016

FDA: Breakthrough-Status bei rezidivierender oder refraktärer CLL

23.01.2016 AbbVie informiert, dass Venclexta (Wirkstoff Venetoclax) einen weiteren Breakthrough-Therapiestatus in den USA erhalten hat; dieses Mal in Kombination mit Roches MabThera/Rituxan (Rituximab) für die Behandlung von Patienten mit rezidivierender / refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (CLL).

Das Medikament – ein von Roche und Genentech entwickelter B-Zell-Lymphom-2 (BCL-2) Protein-Hemmer – erhielt zuvor bereits Breakthrough-Status für die Behandlung von Patienten mit R / R CLL, die das 17p-Deletion tragen.

M13-365 und MURANO Studien

Der aktuelle Breakthrough-Status basiert auf Daten einer Frühphasen-Studie (M13-365), in der Patienten mit R / R CLL unter Venetoclax in Kombination mit Rituximab eine Gesamtansprechrate von 84% zeigten, während sechs Patienten die Therapie nach dem Erreichen einer kompletten Remission oder CR mit unvollständiger Markerholung stoppten.

Die Kombination mit MabThera / Rituximab zur Behandlung von Patienten mit rezidivierender oder refraktärer CLL wird weiter in der laufenden MURANO (GO28667) Studie untersucht.

„Dieser zweite von der FDA erteilte Breakthrough-Therapiestatus unterstreicht das erhebliche Potenzial dieser Therapie bei der Behandlung von rezidivierenden / refraktären CLL-Patienten“, sagte Michael Severino, Executive Vice President für Forschung und Entwicklung und Chief Scientific Officer bei AbbVie.

Aussicht

Die Arznei-Regulierungsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks prüfen derzeit eine Marktzulassung für das Medikament. Die FDA überprüft den Einsatz bei Patienten, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben, einschließlich derjenigen mit 17p-Deletion, während in Europa die Zielgruppe diejenigen sind, die entweder 17p-Deletion oder TP53-Mutationen tragen.

Es gibt laufende Phase II und III Studien mit Venetoclax bei CLL und auch laufende Phase I und II Studien bei mehreren anderen Blutkrebsarten, darunter: indolente NHL, diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom, akute myeloische Leukämie und Multiples Myelom.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Jan. 2016

FDA: Breakthrough-Status bei akuter myeloischer Leukämie

08.02.2016 Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Venetoclax (Venclexta; in der EU Venclyxto) in Kombination mit demethylierenden Substanzen (hypomethylating agents – HMA) für die Behandlung von Patienten mit unbehandelter (therapienaiver) akuter myeloischer Leukämie (AML), die keine Standardtherapie bekommen können, Breakthrough-Status verliehen.

Die Entscheidung wird durch die Daten von unbehandelten Patienten im Alter von 65 Jahren und älter mit AML aus einer experimentellen Studie gestützt.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Jan. 2016

Wirksam bei refraktären, rückfälligen CLL-Patienten

11.06.2016 Neue auf der 21. Jahrestagung der European Haematology Association (EHA) präsentierte Daten zeigen vielversprechende Ergebnisse für Venetoclax (Markenname in der EU ist Venclyxto) als Monotherapie bei schwer zu behandelnden Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die einen Rückfall erlitten haben oder refraktär (R / R) gegenüber Ibrutinib oder Idelalisib waren.

Das Medikament, ein First-in-Class-oral B-Zell-Lymphom-2 (BCL-2) Hemmer, demonstrierte auch frühzeitige und nachhaltige Auswirkungen auf die progressiven und schweren Auswirkungen von Müdigkeit bei Patienten mit CLL, die die del (17p) Genmutation haben.

Venetoclax wirkt schnell und effektiv, indem es auf das BCL-2-Protein abzielt, das das Überleben der Zelle reguliert, die Fähigkeit des Körpers wiederherstellt, die Selbstzerstörung (Apoptose) der Krebszellen auszulösen.

Klinische Aktivität

Die laufende Phase-II-Monotherapie-Studie evaluiert CLL-Patienten, die R / R sind und die Venetoclax nach einer früheren Therapie mit den BCR-Hemmern Ibrutinib oder idelalisib erhalten haben. Die primären Endpunkte, die am Ende der Studie ausgewertet werden, sind Gesamtansprechrate (ORR) und Sicherheit.

Erste Ergebnisse zeigen, dass bei den R / R CLL-Patienten, die zuvor Ibrutinib eingenommen hatten (n = 38) Venetoclax bei 61% der Patienten Aktivität zeigte, einschließlich ein Ansprechen bei 14/22 der refraktären Patienten.

Bei den R / R CLL-Patienten, die zuvor Idelalisib einnahmen (n = 10) zeigte Venetoclax Aktivität bei 50% der Patienten, einschließlich einem Ansprechen bei 3/5 der refraktären Patienten.

Sicherheit, Nebenwirkungen

Die Ergebnisse zur Sicherheit standen im Einklang mit früheren Berichten. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Neutropenie, Durchfall, Übelkeit, Anämie, Müdigkeit und Hyperphosphatämie.

M13-982

Die frühen Ergebnisse einer Subanalyse der pivotalen Studie M13-982 mit R / R del (17p) CLL-Patienten ≥18 Jahren berichten über eine Besserung der Symptome und Lebensqualität. Fatigue verbesserte sich über beide Skalen (EORTCQLQC30 und EORTCQLQCLL16), ebenso die Werte, wie Patienten ihre zukünftige Gesundheit sahen.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Juni 2016

Chronische lymphatische Leukämie: EMA-Zulassungsempfehlung

14.10.2016 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Venclyxto 10 mg, 50 mg und 100 mg Filmtabletten (aktive Substanz ist Venetoclax) der Firma AbbVie Ltd. zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Okt. 2016

EU-Genehmigung für Behandlung von CLL

08.12.2016 Patienten mit schwer zu behandelnden Formen der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) haben eine neue Behandlungsoption bekommen, nachdem die Europäische Kommission grünes Licht für AbbVies Venclyxto mit der aktiven Substanz Venetoclax gegeben hat.

Das Medikament zeigte seine Wirksamkeit in Einzelarm-Studien, wobei es bei Patienten Ansprechen erreichte, die für B-Zell-Rezeptor-Signalweg-Inhibitoren und andere Antikrebsmedikamente nicht geeignet oder refraktär waren.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Neutropenie / geringere Anzahl an Neutrophilen, Durchfall, Übelkeit, Anämie, obere Atemwegsinfektionen, Müdigkeit, Hyperphosphatämie, Erbrechen und Verstopfung.

Indikation

Die vollständige Indikation lautet: Venclyxto-Monotherapie ist für die Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) – bei Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation – bei erwachsenen Patienten indiziert, die nicht geeignet für eine Therapie mit B-Zell-Rezeptor-Signalweg-Inhibitoren sind bzw. nicht darauf ansprachen.

Venclyxto-Monotherapie ist für die Behandlung von CLL – bei Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation – bei erwachsenen Patienten indiziert, die nicht auf Chemoimmuntherapie und einen B-Zell-Rezeptor-Inhibitor ansprachen.

Insbesondere ist das Arzneimittel als Monotherapie zur Behandlung von CLL bei erwachsenen Patienten ohne 17p-Deletion oder TP53-Mutation angezeigt, die sowohl bei Chemo-Immuntherapie als auch einem B-Zell-Rezeptor (BCR) Inhibitor nicht angesprochen haben.

Es kann auch als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen CLL-Patienten mit diesen Mutationen eingesetzt werden, die für einen BCR-Inhibitor entweder nicht in Frage kommen oder nicht drauf ansprachen.

In Studien mit Patienten mit zuvor behandelter CLL und 17p Deletion betrug die mediane progressionsfreie Überlebenszeit über 27 Monate unter Venclyxto, bemerkte das Unternehmen. Bei Patienten, die nicht auf Ibrutinib oder Idelalisib ansprachen, betrugt die Gesamtansprechrate unter Venetoclax 64%.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Dez. 2016

Neue Studiendaten zu CLL, MM und AML

25.06.2017 Roche hat neue Daten aus mehreren Studien zu Venclexta (USA) / Venclyxto (EU) mit der aktiven Substanz Venetoclax auf dem 22. Europäischen Kongress der Hämatologie (EHA) vorgestellt.

Die Daten zur Behandlung von rezidivierter oder refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) bestätigten die Wirksamkeit des Medikaments mit hohen und dauerhaften Ansprechraten und einem gut verträglichen Sicherheitsprofil in dieser Population mit hohem Risiko, einschließlich Personen mit chromosomaler Deletion 17p, die zuvor eine Behandlung erhalten hatten.

Darüber hinaus zeigten die Phase-Ib-Daten die Anti-Krebs-Aktivität Venclyxtos bei akuter myeloischer Leukämie (AML) und rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom (MM), die das Potenzial dieses Arzneimittels in einer breiteren Palette von Blutkrebsformen unterstützen, schreibt das Unternehmen.

CLL

Die Daten der Phase-II-Monotherapie-Studie bei Hochrisiko-Patienten mit rezidiviertem / refraktärem CLL mit 17p-Deletion zeigten ein akzeptables Sicherheitsprofil und eine hohe Ansprechrate von 79%.

Minimale Residualkrankheit (MRD)-Negativität – ein explorativer Endpunkt, der ein Maß für die Abwesenheit von Restblutkrebs im Blut oder Knochenmark der Patienten ist – korrelierte mit einer progressionsfreien Überlebensrate (PFS) von 100% nach 24 Monaten.

Darüber hinaus zeigte die Venetoclax-Monotherapie eine verbesserte Lebensqualität (QoL) mit einer nachhaltigen und klinisch bedeutenden Verbesserung mehrerer wichtiger Aspekte bei Funktionen und gesundheitsbezogenen QoL.

Phase-Ib-Daten zu Venclyxto in Kombination mit MabThera (Rituximab) bei Patienten mit rezidivierter / refraktärer CLL / Kleinzelliges B-Zell-Lymphom (small lymphocytic leukaemia – SLL) zeigten ein akzeptables Sicherheitsprofil und tiefes und dauerhaftes Ansprechen, wobei 51% komplettes Ansprechen (CR / CRi), 59% Mark-MRD-Negativität und eine Gesamt-Response-Rate (ORR) von 86% erreichten. Die Daten der Patienten, die MRD-Negativität erreichten, legten eine verlängerte behandlungsfreie Remissionsphase nahe, selbst nachdem die Venclyxto-Behandlung gestoppt wurde, schreibt Roche.

AML / MM

Die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments wird auch bei anderen Blutkrebsformen ausgewertet – einschließlich AML, einer aggressiven Form der Leukämie, die in den myeloiden Zellen beginnt, und MM, ein Krebs, der aus bösartigen Plasmazellen entsteht.

Bei AML demonstrierte Venetoclax in Kombination mit Decitabin oder Azacitidin ein akzeptables Sicherheitsprofil und eine hohe ORR von 68% bei älteren Patienten mit zuvor unbehandeltem AML. [Study M14-358]

Eine weitere offene Phase-I / II-Studie mit bisher unbehandelten älteren Patienten mit AML zeigte eine dauerhafte Wirksamkeit mit einem akzeptablen Sicherheitsprofil für Venclexta / Venclyxto in Kombination mit niedrig dosiertem Cytarabin. [Studie M14-387].

Bei MM zeigten Daten aus einer Phase-Ib-Studie zu Venetoclax in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason ein akzeptables Sicherheitsprofil und Anti-Myelom-Aktivität. Bei der Behandlung mit Venclyxto wurde bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem MM eine Gesamtansprechrate von 67% erreicht. [Studie M12-901].
© arznei-news.de – Quelle: Roche, Juni 2017

CLL: Ph3-Studie MURANO erreicht primären Endpunkt

18.09.2017 Roche hat bekanntgegeben, dass die Phase-III-Studie MURANO, die Venclexta/Venclyxto (Venetoclax) in Kombination mit MabThera/Rituxan (Rituximab) bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) untersuchte, ihren primären Endpunkt erreicht hat.

Sie zeigte eine signifikante Verbesserung der Zeit, die die Patienten ohne Fortschreiten der Erkrankung erreichten (progressionsfreie Zeit), wenn sie mit Venclyxto plus Mabthera behandelt wurden – im Vergleich zu Bendamustin plus Rituximab.

Es wurden keine neuen Sicherheitssignale oder eine Zunahme bekannter Toxizitäten beobachtet.

MURANO ist eine offene, internationale, multizentrische, randomisierte Phase-III-Studie mit 389 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CLL, die zuvor mit mindestens einer, aber nicht mehr als drei Behandlungslinien behandelt wurden.
© arznei-news.de – Quelle: Roche, Sept. 2017

CLL: Medikament erreicht gutes Ansprechen und hohe Negativitäts-Raten bei minimaler Resterkrankung nach Ibrutinib-Versagen

17.01.2018 Bei Fortschreiten einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) unter oder nach der Behandlung mit Ibrutinib scheint Venetoclax (Venclyxto) eine wirksame Therapieoption zu sein.

Das Medikament kann ein langes progressionsfreies Überleben – häufig mit nicht nachweisbarer minimaler Resterkrankung (MRD) – ermöglichen und weist dabei ein akzeptables Nebenwirkungsprofil auf. Dies zeigt die Zwischenanalyse einer multizentrischen, offenen Phase-2-Studie, die kürzlich in The Lancet Oncology publiziert wurde, schreibt AbbVie.

In der prospektiven Phase-2-Studie mit 91 erwachsenen Patienten mit progredienter CLL unter oder nach Ibrutinib-Therapie zeigten nach einer medianen Beobachtungsdauer von 14 Monaten nach Einschätzung der Prüfärzte 59 Patienten (65 %) ein Ansprechen gemäß den iwCLL- Kriterien (primärer Endpunkt der Studie). Von allen behandelten Patienten wiesen 9 % eine komplette Remission oder komplette Remission mit unvollständiger Erholung im Knochenmark auf, 3 % eine noduläre partielle Remission und 52 % eine partielle Remission.

Das mediane progressionsfreie Überleben lag zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse bei 24,7 Monaten. Das geschätzte 12 monatige progressionsfreie Überleben betrug 75 %. Das mediane Gesamtüberleben war zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht erreicht. Das geschätzte 12-Monats-Gesamtüberleben lag bei 91 %.
Für 24 der Patienten (42 %) wurde eine MRD-Negativität nachgewiesen, die übrigen wiesen meist nur eine geringe CLL-Zellzahl im peripheren Blut auf.

Das Ansprechen auf die Venclyxto-Behandlung war bei Patienten mit Hochrisiko-Zytogenetik mit 61 % vergleichbar gut wie bei Patienten ohne diese chromosomalen Veränderungen (67 %). Auch 12 von 17 Patienten (71 %) mit BTK- oder PLCG2-Mutationen, die mit einer Ibrutinib-Resistenz verknüpft sind, sprachen auf die Behandlung mit Venetoclax an. Das progressionsfreie Überleben war bei Patienten mit vorhandenen Resistenzmutationen vergleichbar mit dem bei Patienten ohne diese Mutationen.
© arznei-news.de – Quelle: https://idw-online.de/, Jan. 2018



Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu “Venetoclax (Venclyxto)

  1. Daten: 60-jährige Patientin mit CLL seit 5 Jahren. Erstbehandlung mit Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab. Danach Remission nach
    ca. 6 Monaten. Nach einem Jahr Rezidiv und Feststellung einer 17p Deletion. Weitere Therapie mit Bendamustin und Rituximab. Remission erst nach einem Jahr erreicht. 2016 erneut ein Rezidiv, eine Ibrutinib- Therapie wurde begonnen. Nach Ibrutinib-Versagen im Januar 2017 brach bei mir das gesamte Immunsystem zusammen und ich musste Mitte Oktober 2017 mit Notarzt in die Klinik gebracht werden. Dort wurde eine beidseitige Pneumonie und beginnende Sepsis festgestellt. Ich wurde auf die Intensivstation gebracht, eine künstliche Beatmung war vorgesehen, konnte aber mit einer Überdruckbeatmung mit Maske abgewendet werden. Eine Antibiotika Kombinationsbehandlung und eine Inhalationsbehandlung wurde eingeleitet. Zu dieser Zeit bestand eine Agranulozytose, Thrombopenie, Anämie, hohe Entzündungswerte und eine körperliche und geistige Kraftlosigkeit mit Gewichtsverlust bis auf 45 kg bei einer Körpergröße von 172 cm. Substitution von Albumin, IgG, Ery-Konzentrate und parenterale Ernährung folgten, im Blutbild zeigte sich eine Lyhmphozytose von
    80 000, danach vorsichtige Aufdosierung von Venetoclax mit 20mg oral.
    Mehrmals musste die Venetoclaxgabe pausiert werden, weil die Pneumonie wieder aufflackerte. Erst Anfang Dezember 2017 konnte die Venetoclax Therapie wieder aufgenommen werden und zügig bis 300 mg gesteigert werden.
    Kurz vor Weihnachten durfte ich nach Hause, ausgerüstet mit einem PICC- Line Katheter zur Weiterführung der parenteralen Ernährung.
    Erst Mitte Januar 2018 besserte sich das Blutbild deutlich. Anfang Februar 2018:
    Hb 11,5. Leukos 4500, Granulozyten 68%, Lymhozyten 40%.
    Leider ist das Körpergewicht noch nicht gestiegen und liegt nach wie vor
    bei 45 Kg. Auch die 300 mg Venetoclax wurden belassen, eine unangenehme Übelkeit und häufige Durchfälle sind die momentanen Nebenwirkungen.

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