Gerinnungshemmer / Antikoagulanzien

Antikoagulantien, auch als Gerinnungshemmer oder Blutverdünner bezeichnet, sind chemische Substanzen, die die Gerinnung des Blutes verhindern oder reduzieren und die Gerinnungszeit verlängern.

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Gerinnungshemmende Medikamente scheinen das Schlaganfall- und Demenzrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern zu verringern

25.10.2017 Blutverdünnende Medikamente reduzieren nicht nur das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern (AF), sondern sind auch mit einer signifikanten Verringerung des Demenzrisikos verbunden, so neue in European Heart Journal publizierte Forschungsergebnisse.

Bei 444.106 Patienten mit Vorhofflimmern hatten diejenigen, die zu Beginn der Studie Antikoagulanzien zur Prävention von Blutgerinnseln einnahmen, ein um 29% geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken als Patienten, die sich nicht einer Antikoagulanzienbehandlung unterzogen. Als die Forscher sich anschauten, was während der Einnahme der Medikamente durch die Patienten passierte, stellten sie fest, dass das Risiko einer Demenz um 48% gesenkt werden konnte.

Die Forscher identifizierten alle Patienten in Schweden, die zwischen 2006-2014 mit Vorhofflimmern diagnostiziert wurden. Sie überprüften die verschriebenen und abgesetzen Medikamente nach der Diagnose. Sie verfolgten die Fortschritte der Patienten und erhielten 1,5 Millionen Patientenjahre Follow-up, in denen 26.210 Patienten mit Demenz diagnostiziert wurden.

Als sie zum ersten Mal in die Studie aufgenommen wurden, nahmen 54% der Patienten keine oralen Gerinnungshemmer wie Warfarin, Apixaban, Dabigatran, Edoxaban oder Rivaroxaban ein. Die Forscher fanden heraus, dass die stärksten Prädiktoren für Demenz fehlende orale Antikoagulanzienbehandlung, Alter, Parkinson-Krankheit und Alkoholmissbrauch waren.

Sie fanden auch, dass je früher die orale Behandlung mit Antikoagulantien nach einer AF-Diagnose begann, desto größer war die schützende Wirkung gegen Demenz.

Dr. Leif Friberg vom Karolinska Institut sagte, dass die wichtigen Implikationen aus diesen Entdeckungen seien, dass die Patienten nach der Diagnose Vorhofflimmern so schnell wie möglich mit oralen Gerinnungshemmern beginnen und die Medikamente weiterhin einnehmen sollten.

Die Patienten beginnen mit der oralen Antikoagulation zur Schlaganfallprävention, hören aber nach einigen Jahren mit einer alarmierend hohen Rate auf, sagte er. Im ersten Jahr hören etwa 15 % der Patienten mit der Einnahme auf, dann etwa 10 % pro Jahr.

In dieser Studie haben die Forscher herausgefunden, dass nur 54% der Patienten eine orale Antikoagulanzienbehandlung erhielten.

Wenn man weiß, dass AF das Gehirn „langsam aber stetig frisst“, und dass man es verhindern kann, indem man weiter die Medikamente nimmt, sagte Friberg, dürfte dies für die meisten AF-Patienten ein sehr starkes Argument für die Fortsetzung der Behandlung sein.

Die Studie fand auch, dass es keinen Unterschied in der Demenzprävention zwischen dem älteren, blutverdünnenden Medikament Warfarin und den neueren oralen Gerinnungshemmern gab.
© arznei-news.de – Quelle: European Heart Journal – DOI: 10.1093/eurheartj/ehx579, Okt. 2017



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